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Fußball regional Nienhäger bringt südafrikanischen Kindern das Kicken bei
Sport Fußball regional Nienhäger bringt südafrikanischen Kindern das Kicken bei
16:55 10.01.2018
Von Michael Ottinger
Quelle: Fremdfoto
Celle

Der Unterricht gestaltet sich dabei ganz anders, als Voges es aus Deutschland gewohnt ist. „Im Sportunterricht versuchen wir den Kindern, möglichst viele Sportarten beizubringen. Häufig läuft eine Stunde aber auch darauf hinaus, dass wir mit den Kindern nur Fußball spielen, da sie das am liebsten haben“, sagt Voges, der für den VfL Westercelle kickt und eine C- und B-Lizenz zum Fußballtrainer erworben hat.

In den Sommermonaten verbringe er die meiste Zeit mit den Kindern im Schwimmbad. Denn viele seiner 30 bis 50 Schüler pro Klasse könnten nicht schwimmen und hätten sogar Angst vor dem Wasser, obwohl sie nur wenige Kilometer vom Meer entfernt wohnten. Doch die größte Freude findet er auf dem Platz. „Am meisten Spaß macht es mir, die Kinder mit dem Fußball glücklich zu machen“, so Voges.

Fußball beginnt im Kopf

Viele Schüler der Parkside Primary School kämen aus sehr armen Verhältnissen. „Die Kinder langweilen sich Tag für Tag auf der Straße, haben häufig keinen Fußball, um sich zu beschäftigen“, erklärt Voges. Dagegen will der Nienhäger etwas tun und hat neben seiner Tätigkeit als Sportlehrer noch mehrere Projekte ins Leben gerufen. Unter anderem baut er das „East London Football Allstar Team“ auf. Eine Mannschaft, die aus den besten Fußballern der Region besteht. Als Vorlage dazu dienten ihm die in Deutschland verbreiteten DFB-Stützpunktmannschaften. Da es ein solches System der Nachwuchsförderung in Südafrika nicht gibt, hat sich der junge Trainer ans Werk gemacht: „Bislang habe ich erst zwei All-Star-Teams aufbauen können. In der U12 kicken 19 Kinder und in der U14 sind 14 Kinder. In den nächsten Monaten plane ich allerdings auch ein Team für die U10, U16 und U18 aufzubauen“, so der engagierte 18-Jährige.

Neben den Allstar-Teams trainiert Voges die Mannschaft der „Buffalo City Soccer School“ und fährt einmal die Woche mit mehreren Kindern an den Strand, um dort mit ihnen Fußball zu spielen. „Teilweise haben die Kinder noch nie das Meer gesehen. Für sie und für mich etwas ganz besonderes“, sagt der junge Nienhäger.

Doch die Sonne scheint nicht immer auf der Südhalbkugel. So sind die Projekte von Voges auch immer wieder mit Schwierigkeiten verbunden. „Die Kinder sind professionelles Fußballtraining nicht gewohnt“, sagt er. So kennen sie es zum Beispiel nicht, sich gleichmäßig zum Torschuss aufzureihen. Aber: „Sämtliche Tricks von ihren Vorbildern Messi, Neymar oder Cristiano Ronaldo beherrschen sie im Schlaf. Doch von einfachen Taktiken oder Disziplin haben sie noch nie etwas gehört“, erklärt Voges. Das ist es, was er den Kindern beibringen möchte. Denn der junge Trainer ist überzeugt: „Fußball wird nicht nur mit den Füßen gespielt, sondern beginnt im Kopf.“

Probleme beim Training

Neben dem Erlernen von Taktik und Theorie waren auch die äußeren Umstände schwierig. Besonders zu Beginn des Projekts. „Weil der Rasenplatz so schlecht war, dass jeder Ball versprungen ist, habe ich mein Training ziemlich schnell auf die Straße verlegt“, so Voges. Außerdem sei es ein Problem gewesen, die Kinder zum Training und zu Spielen zu bringen, da vielen ihrer Familien das Geld für ein Auto oder den Bus fehlt. Zur Hilfe kam dem Nienhäger ein Bekannter und Co-Trainer. „Er holt die Kinder jetzt mit seinem Pick-up ab“, sagt Voges.

Weitere Herausforderungen waren das ungewohnte südafrikanische Ligasystem sowie die erschwerten Bedingungen beim Training. „Ich muss dabei immer auf meine Sachen gut aufpassen, damit sie nicht geklaut werden. Das ist nicht immer einfach“, so der 18-Jährige. Doch der Aufwand lohne sich. „Die Dankbarkeit in den Gesichtern der Kinder zu sehen, wenn ich mit 20 Bällen den Sportplatz betrete, das bereitet mir eine riesige Freude.“

Mit seinem Einsatz hofft er, den Kindern und Jugendlichen eine Abwechslung zu ihrem durch Kriminalität und Armut geprägten Alltag zu bieten. „Außerdem hoffe ich, dass ich den Jugendfußball in East London mit meinem neuen Stützpunkt-Projekt langfristig verbessern kann“, sagt Voges. Dazu hat er sich vorgenommen, neue Fußballlehrer auszubilden. Damit seine Arbeit nach seinem FSJ nicht umsonst war. Außerdem läuft bereits die Suche nach einem Nachfolger für den jungen Nienhäger, der mit dem runden Leder Freude nach Südafrika bringt.

Es ist nicht überliefert, ob es in der Geschichte der Celler Fußball-Kreisliga schon einmal eine derart gedrängte Tabellensituation gegeben hat. Den Tabellendritten SV Altencelle trennen nur sieben Punkte vom Vorletzten FC Firat Bergen, weitere drei Punkte dahinter rangiert der SV Dicle Celle, der allerdings noch drei Spiele mehr zu absolvieren hat als der Stadtrivale. Somit befindet sich (außer dem SC Vorwerk und dem TuS Oldau-Ovelgönne) die gesamte Liga noch in latenter Abstiegsgefahr.

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