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Fußball regional Zum ungünstigsten Zeitpunkt verletzt
Sport Fußball regional Zum ungünstigsten Zeitpunkt verletzt
11:49 26.04.2019
Von Oliver Schreiber
Merle Frohms ist nicht nur Bundesliga-Stammtorhüterin, sondern hat auch schon vier A-Länderspiele absolviert. Ihr großes Ziel ist die Teilnahme an der Weltmeisterschaft in Frankreich im Sommer. Quelle: David Vincent
Freiburg im Breisgau

Die Enttäuschung ist ihr deutlich anzumerken. „Da habe ich ja echt einen super Zeitpunkt erwischt“, sagt Merle Frohms sarkastisch. Ausgerechnet vor dem DFB-Pokalfinale gegen ihren Ex-Klub VfL Wolfsburg hat sich die Torfrau des Fußball-Bundesligisten SC Freiburg verletzt. Beim Aufwärmen vor der Partie beim 1. FFC Frankfurt (0:0) passierte es. „Ein Finger an meiner linken Hand ist ausgekugelt. Die Verletzung ist zwar zum Glück nicht so schwerwiegend, aber fürs Finale wird es leider nicht reichen“, erklärt die Cellerin. Dies wäre am kommenden Mittwoch, dem Maifeiertag, im Kölner Rhein-Energie-Stadion gewesen – vor 15.000 bis 20.000 Zuschauern. „Das ist schon echt bitter“, ärgert sich die 24-Jährige.

2018 war Merle Frohms erstmals bei einer Länderspielreise der A-Nationalmannschaft dabei. Quelle: Annette Seitz

Bei fünf Pokalsiegen hautnah dabei

Vor allem deshalb, weil sie das besondere Flair und die außergewöhnliche Atmosphäre bestens kennt. Sie war bei den fünf Pokalsiegen (2013, 2015, 2016, 2017, 2018) mit dem VfL Wolfsburg hautnah dabei – allerdings „nur“ als Ersatztorhüterin und nicht auf dem Spielfeld. „Das wäre natürlich ein Highlight gewesen, in diesem Stadion im Tor zu stehen. Jetzt muss ich den Mädels halt wieder von draußen die Daumen drücken. Vielleicht gelingt uns ja die Sensation“, hofft Frohms, dreimalige Siegerin bei der CZ-Heimatsportlerwahl.

Merle Frohms wurde dreimal zur CZ-Heimatsportlerin des Jahres gewählt. Quelle: Alex Sorokin

Auf jeden Fall wird sie viele Freunde und Freundinnen aus ihrer Wolfsburger Zeit wiedertreffen. „Ich habe da noch mit Vielen Kontakt. Von den Spielerinnen vor allem mit Lena Goeßling, Alexandra Popp und auch Almuth Schult“, erzählt Frohms. Jene Weltklasse-Keeperin Almuth Schult ist diejenige, die ihr beim VfL den Weg ins Tor „versperrte“ und auch im Nationalteam vor ihr steht. Befreundet sind sie trotzdem, denn beide feierten in Wolfsburg viele gemeinsame Erfolge.

Junge Karriere mit vielen Erfolgen

Frohms kann auf einige Trophäen in ihrer noch jungen Karriere zurückblicken. Mit dem VfL Wolfsburg gewann sie neben den Pokaltriumphen auch viermal die Deutsche Meisterschaft (2013, 2014, 2017, 2018) und zweimal die Champions League (2013, 2014) – das Triple 2013 war dabei der Höhepunkt. Zudem ist sie Weltmeisterin (2014 mit der U20) und Europameisterin (2012 mit der U17, im Finale gegen Frankreich hielt sie im Elfmeterschießen zwei Elfer).

2012 wurde Merle Frohms mit der deutschen U17 Europameisterin. Im Finale gegen Frankreich hielt sie im Elfmeterschießen zwei Elfer und avancierte so zur Matchwinnerin. Quelle: Marc Eich

Wechsel nach Freiburg nicht bereut

In Freiburg ist Frohms von Titeln natürlich weiter entfernt, auch wenn das Team das Pokalfinale erreicht hat. Den Wechsel hat die Cellerin nicht bereut. „Nein, ich habe mich hier sehr gut eingelebt. Auch im Team stimmt es. Sportlich ist bei mir sicherlich noch etwas Luft nach oben“, sagt Frohms.

Sie hat ihr Ziel, Nationaltorhüterin und Stammkeeperin in der Bundesliga zu werden zwar erreicht, zwischenzeitlich gab es aber auch einen Rückschlag. „Ich musste zwischendurch leider auch mal wieder auf die Bank. Das war natürlich hart für mich, aber letztlich musst du die Entscheidung des Trainers akzeptieren“, meint Frohms. Bei immerhin 14 von 19 Spielen stand sie beim Tabellensechsten von Anfang an zwischen den Pfosten.

"Im Breisgau schnell Anschluss gefunden"

Ansonsten fühlt sie sich im Breisgau pudelwohl, wohnt mit ihrem Freund in einer Zwei-Zimmer-Wohnung und studiert in Freiburg nebenbei BWL. „Das klassische Studentenleben kann ich als Leistungssportlerin zwar nicht genießen, aber ansonsten habe ich hier schon schnell Anschluss gefunden“, erklärt Frohms, die beim ESV Fortuna Celle ihre Karriere startete.

Ihre Karriere startete Merle Frohms beim ESV Fortuna Celle. Quelle: Peter Müller (Archiv)

WM-Nominierung als nächstes Ziel

Die Enttäuschung über das verpasste Pokalfinale münzt die Cellerin nun in neue Energie um. „Mein Blick geht ganz klar nach vorne. Ich hoffe, dass ich für die WM im Sommer nominiert werde“, schildert Frohms ihr großes Ziel. Vier A-Länderspiele hat sie bereits bestritten, sowohl unter Coach Horst Hrubesch als auch unter Nachfolgerin Martina Voss-Tecklenburg. Und spätestens wenn die Bundestrainerin sie für die Weltmeisterschaft in Frankreich nominiert, dürfte die Enttäuschung über das verpasste Pokalfinale verschwunden sein.

Acht Teams treten beim „Juniorcup 2019“ des Fußball-Bundesligisten VfL Wolfsburg gegeneinander an. Der Verein möchte damit den Nachwuchs fördern.

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