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Fußball regional SV Dicle mit „Leverkusen-Syndrom“
Sport Fußball regional SV Dicle mit „Leverkusen-Syndrom“
19:13 31.07.2011
Von Oliver Schreiber
SV Dicle (blaue Trikots unterlag Bezirksligapartner MTVE nach 3:0-Vorsprung noch mit 3:4 Toren; MTVE-Torwart Sven Sosnowski nimmt Muhammed Bojang den Ball vom Fuß Quelle: Gert Neumann
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„Das ist unfassbar. Wir waren bis zum 3:1 klar die bessere Mannschaft. Dann haben wir komplett den Faden verloren“, ärgerte sich Dicle-Trainer Kemal Ziraatci, der die Truppe zusammen mit Uwe Ronge coacht, unmittelbar nach Spielschluss.

MTVE-Trainer Frank Weber hingegen konnte sein Glück kaum fassen. „Das war nach dem 0:3 nun nicht wirklich absehbar, dass wir das Ding noch drehen. Zumal wir bis zum 1:3 im Prinzip gar nicht richtig auf dem Platz waren. Wir haben viel zu wenig Engagement gezeigt und haben kaum Zweikämpfe gewonnen. Aber Kompliment an die Truppe, wie sie das Spiel in der Schlussphase noch umgebogen hat“, meinte Weber.

Allerdings geschah dies weniger auf Grund der eigenen Stärke, als vielmehr wegen des totalen Einbruchs des SVD. Der hatte 73 Minuten lang das Spiel dominiert und war dem MTVE in fast allen Belangen überlegen. Vor allem im Mittelfeld durch die Aktivposten Ferhat Agal und Dennis Seidel. Die Gäste fanden in der Offensive im Prinzip gar nicht statt. Den Torreigen eröffnete Agal in der 32. Minute, als er eine Ecke von Hayri Özden völlig unbedrängt einköpfte. In der 40. Minute besorgte Eintracht das Dicler 2:0 gleich selbst, Jan Brodde fälschte einen Özden-Eckball ins eigene Netz ab. Unmittelbar nach dem Seitenwechsel erhöhte Zeki Ari auf 3:0, als er einen Freistoß schnell ausführte und die Kugel an der noch nicht postierten MTVE-Mauer ins Tor zirkelte.

Der Drops schien gelutscht. Doch in der 73. Minute wendete sich das Blatt plötzlich. Sebastian Ruinat zog einen Freistoß aus 40 Metern direkt aufs Tor, Marcel Döhrmann verlängerte den Ball mit den Haarspitzen ins SVD-Gehäuse. Beim Gastgeber brach nun völlig ohne Not das Chaos aus. Nur eine Minute später tanzte Ruinat durch die komplett orientierungslose Dicler Hintermannschaft, bediente Döhrmann, der auf 2:3 verkürzte. Eintracht musste nicht viel mehr tun, als den Ball Richtung Dicle-Strafraum zu schlagen, um Panik auszulösen.

Es war nur eine Frage der Zeit, bis es zwangsläufig wieder klingelte. In der 83. Minute traf Brodde mit einem sehenswerten Volleyschuss – diesmal auf der richtigen Seite. Dicle versuchte sich irgendwie ins Elfmeterschießen zu retten – doch das misslang. In der 90. Minute passte Döhrmann im Anschluss an eine Ecke auf Birko Schläpfer, der zum 4:3 vollstreckte. Und damit hatte Dicle sein „Leverkusen-Syndrom“.

SV Dicle: H. Kaplan – O. Kaplan, Tatu, Kadah, F. Bojang (29. Dag) – Seidel, Agal, Özden, Cengil – M. Bojang, Ari.

MTV Eintracht Celle: Sosnowski – Neubert – J. Pröve (46. Mühter), S. Pröve – Lohmann (46. Meyer), Kohls, Seinsch, Brodde, Ruinat – Schläpfer, Döhrmann (90. N. Feldmann).

Tore: 1:0 Agal (32.), 2:0 Brodde (40., Eigentor), 3:0 Ari (47.), 3:1 Döhrmann (73.), 3:2 Döhrmann (74.), 3:3 Brodde (83.), 3:4 Schläpfer (90.).