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Fußball regional Merle Frohms: Würde Rolle der Nummer 1 annehmen
Sport Fußball regional Merle Frohms: Würde Rolle der Nummer 1 annehmen
17:05 15.05.2019
Von Heiko Hartung
Auf eine erfolgreiche Weltmeisterschaft: Die Cellerin Merle Frohms (Mitte, mit Mitspielerin Svenja Huth) könnte beim WM-Turnier in Frankreich sogar als Nummer 1 im Tor der deutschen Nationalmannschaft stehen. Quelle: David Vincent
Celle

Als ihr Handy am Montag klingelte, saß Merle Frohms gerade in einer Uni-Vorlesung und beschäftigte sich mit dem Thema Finanzplanung. Die Nummer auf dem Display war der BWL-Studentin im 2. Semester bekannt: Es war die des DFB-Frauen-Torwarttrainers Michael Fuchs. „Ich bin dann erstmal vor die Tür gegangen“, erzählt die Bundesliga-Torhüterin aus Celle.

Denn die 24-jährige Keeperin des SC Freiburg ahnte den Grund des Anrufs: Der Coach wollte Frohms über ihre bevorstehende Nominierung für die Fußball-Weltmeisterschaft in Frankreich (7. Juni bis 7. Juli) informieren – einen Tag später wurde der WM-Kader von Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg auch offiziell verkündet. „Ich hatte mit einer Einladung gerechnet. Aber wenn die Nachricht kommt, fällt einem schon ein Stein vom Herzen“, sagt Frohms, die beim ESV Fortuna Celle ihre Torwartkarriere begann.

Löst Frohms die verletzte Stammtorhüterin Almuth Schult ab?

Und vielleicht kommt die dreimalige Gewinnerin der CZ-Heimatsportlerwahl beim Turnier in Frankreich ganz groß raus: Zwar sind Frohms und die ebenfalls nominierte Laura Benkarth vom FC Bayern München nominell nur die Ersatzkeeperinnen der DFB-Auswahl. Allerdings plagt sich die langjährige deutsche Nummer 1, Almuth Schult, mit einer akuten Schulterverletzung. Die WM-Teilnahme der 28-Jährigen (58 Länderspiele) hängt am seidenen Faden. Voss-Tecklenburg will die Olympiasiegerin von 2016 nur mitnehmen, „wenn sie dort 100 Prozent performen kann“. Als Nummer 2 hinter Schult gilt Frohms – auch weil Benkarth nach langer Verletzung Spielpraxis auf hohem Niveau fehlt. „Ich stelle mich darauf ein, im Härtefall bei der WM als Nummer 1 im Tor zu stehen. Diese verantwortungsvolle Rolle nehme ich an und stehe bereit, wenn es nötig werden sollte“, versichert Frohms. Beim Test gegen Spanien im vergangenen November, dem letzten Spiel unter Interimstrainer Horst Hrubesch, hatte Frohms beim 0:0 eine starke Partie gespielt. Auch beim 1:0-Sieg gegen Frankreich im Februar spielte die Cellerin durch. Schult hingegen hatte zuletzt gegen Japan (2:2) zweimal gepatzt. „Man darf sich nicht auf ein einziges Spiel berufen. Almuth hat oft genug bewiesen, was sie kann. Wenn sie fit ist, wird sie auch spielen“, ist sich Frohms sicher.

Celler Torhüterin trägt Spezialhandschuh

Mit Schult, die sie aus vielen gemeinsamen Jahren beim mehrfachen Champions-League-Sieger VfL Wolfsburg bestens kennt, habe sie sich bereits ausgetauscht. Aus der aktuellen Krankenakte ihrer Nationalelf-Kollegin will Frohms aber nicht plaudern. Zumal sie weiß, was es bedeutet, vor einer großen Aufgabe verletzt auszufallen: Das DFB-Pokalfinale mit den Freiburgerinnen am 1. Mai gegen ihren Ex-Klub Wolfsburg (0:1) verpasste Frohms wegen einer Fingerverletzung. „Optimal ist es immer noch nicht“, berichtet die U20-Weltmeisterin und U17-Europameisterin. „Die Kapsel des kleinen Fingers macht ein paar Probleme – echt nervig.“ Ihr Ausrüster hat ihr einen Spezialhandschuh anfertigen lassen, mit einem gemeinsamen Fach für den lädierten kleinen Finger und den Ringfinger. „So kann ich beide zusammentapen, dann spüre ich keinerlei Beeinträchtigung“, sagt Frohms.

Frankreich ist für Frohms WM-Favorit

Für die sonst so erfolgsverwöhnte deutsche Frauen-Elf wird die WM im Nachbarland nach dem unerwarteten Viertelfinal-Aus bei der EM 2017 eine echte Bewährungsprobe unter der neuen Bundestrainerin. „Minimalziel ist die Olympia-Qualifikation“, so Frohms. Dazu müsste Deutschlandunter die besten drei europäischen Teams kommen. Favorit ist aus ihrer Sicht Gastgeber Frankreich. „Die werden bei ihrer Heim-WM besonders motiviert sein.“ Zwar müsse sich die DFB-Elf nicht verstecken, „aber man sollte nicht wie selbstverständlich von einem deutschen Gruppensieg ausgehen“. Besonders die Spiele gegen Spanien (8. Juni) und China (12. Juni) seien keine leichte Aufgabe. Auf dem Papier einfacher sei die letzte Vorrundenpartie gegen Südafrika (17. Juni).

Heimaturlaub in Celle

Seit Dienstag ist Frohms auf Heimaturlaub bei ihrer Familie in Celle. „Nächste Woche habe ich in Freiburg noch ein paar Vorlesungen an der Uni, dann geht‘s ins Trainingslager nach Grassau am Chiemsee.“ Am 30. Mai steigt die WM-Generalprobe gegen Chile. „Dort wollen wir mit unserer stärksten Mannschaft auf den Platz gehen“, kündigt Voss-Tecklenburg an. Das heißt: Sollte Merle Frohms gegen die Südamerikanerinnen den Vorzug vor Schult und Benkarth bekommen, stehen die Chancen gut, dass die deutsche Nummer 1 bei der WM aus Celle kommt.

Fotostrecke: Merle Frohms: Würde Rolle der Nummer 1 annehmen

Die Celler Torhüterin Merle Frohms hat's geschafft: Sie steht im Kader der deutschen Nationalmannschaft für die WM in Frankreich.

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