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Fußball regional Rückkehr der Rasen-Rüpel
Sport Fußball regional Rückkehr der Rasen-Rüpel
17:49 24.01.2019
Von Heiko Hartung
Im Kreis Celle müssen die Fußball-Schiedsrichter besonders oft die Karten zücken.
Celle

Im vergangenen Jahr hatten die Celler Fußballer sie endlich aus der Hand gegeben – jetzt greifen sie wieder nach ihr. Die Rede ist von der „Roten Laterne“ in der niedersächsischen Fairplay-Wertung. Zur Halbzeit des Wettbewerbs nehmen die Kicker aus Stadt und Landkreis wieder den letzten Platz beim VGH-Fairness-Cup ein. Von insgesamt 33 Kreisen belegt Celle nach der Hinrunde mit Abstand den letzten Platz – es ist die Rückkehr der Rasenrüpel. „Ich hatte gefühlt ein besseres Ergebnis erwartet“, ist Kreisschiedsrichter-Obmann Michael Frede ein wenig enttäuscht. Immerhin: „Üble Eskalationen auf dem Platz waren in dieser Saison bislang nicht dabei – für Celle ist das schon viel wert“, so Frede.

Schiedsrichter-Chef: Das ist schon ein Rückschritt

Seit 2012 war der Fußballkreis Celle insgesamt fünf Mal Letzter in der landesweiten Fairness-Wertung. Im vergangenen Jahr wurde der unrühmliche Titel endlich weitergereicht. Doch das Schlusslicht 2018, der Kreis Helmstedt, zeigt sich inzwischen geläutert: Mit einem Quotienten von 2,11 sind sie derzeit in der Liste der fairsten Kreise Vierter. Zum Vergleich: Celle kommt mit 20 gewerteten Teams auf einen Quotienten von 3,24. Frede: „Das ist schon ein Rückschritt.“ Fairster Kreis im Land ist erneut Diepholz (2,01), das beste Auftreten auf dem Platz hatte TuSpo Grünenplan (Kreisliga Holzminden) mit einem Quotienten von 0,73, die Rüpel-Riege Nummer eins ist SV Schwarzer Berg (Kreisliga Braunschweig, 6,57).

SC Vorwerk unfairstes Team im Kreis

Ebenfalls keine Waisenknaben sind die Kicker vom SC Vorwerk: Mit bislang 53 Gelben, vier Gelb-Roten und vier Roten Karten in 17 Spielen ist der Celler Bezirksliga-Aufsteiger die unfairste Mannschaft im Kreis und belegt von 959 gewerteten niedersächsischen Teams von der Bundesliga bis runter zur Kreisliga Rang 954 (Quotient 5,0). „Da war viel Dummheit mit dabei. Einigen fehlt einfach noch die Abgeklärtheit, aber das ist natürlich auch ein Lernprozess. Doch die Mannschaft hat eine klare Ansage erhalten. Sie muss verstehen, dass es so nicht weitergeht. Schließlich haben die zahlreichen blöden Sperren unsere Personalmisere noch erheblich verschärft“, erklärte jüngst Vorwerks Co-Trainer Ulrich Matthesius. Nur zwei Plätze besser als der SCV ist FC Firat Bergen (48 Gelbe, zwei Gelb-Rote, vier Rote in 17 Spielen, Quotient 4,94).

Als fairste Liga glänzt zur Halbzeit im Vergleich der insgesamt 63 Staffeln die Kreisliga Peine (Quotient 1,92). Die Teams der Kreisliga Celle hingegen belegen den letzten Platz (Quotient 3,07).

Es gibt keine Patenlösung gegen böse Buben

Was man gegen die vielen Unsportlichkeiten machen kann? Schiri-Chef Frede ist ein wenig ratlos: „Wir Unparteiischen versuchen auf die Verantwortlichen einzuwirken, aber eine Patentlösung haben wir auch nicht. Ich sehe nur, dass es andere Kreise hinkriegen, sich fair zu verhalten.“ Natürlich sei es bedauerlich, dass der schlechte Ruf auch auf die fairen Fußballer abstrahle. „Aber solange es Spieler mit übler Vergangenheit und ellenlangem Strafregister gibt, die immer wieder negativ auffallen und doch jedes Mal einen neuen Verein finden, der es noch einmal mit ihnen probiert, wird es nicht besser“, meint Frede.

TuS Eicklingen gibt positives Beispiel ab

Oft gehe sportlicher Misserfolg mit unsportlichem Verhalten einher. Ein Beispiel, dass es auch anders geht, ist TuS Eicklingen: Als abgeschlagener Tabellenletzter in der Kreisliga sind sie das zweitfairste Team im Kreis Celle. Mit 34 Gelben Karten (kein Platzverweis) und einem Quotienten von 2,15 sind sie zwar auch keine Unschuldsengel und liegen landesweit lediglich auf Rang 386. „Aber Eicklingen zeigt, dass man auch mit Anstand verlieren kann“, so Frede.

Co-Trainer verhindert noch bessere Platzierung des MTV Eintracht Celle

Noch einen Platz besser im Gesamtranking steht das klassenhöchste Celler Team da: Landesligist MTV Eintracht (Quotient 2,11) kassierte lediglich 26 Gelbe Karten. Allerdings verhinderte ihr Co-Trainer Frank Steinkuhl ein noch besseres Abschneiden als Gesamtplatz 385. Während des Spiels in Uelzen kritisierte er lautstark den Schiedsrichter und musste „auf die Tribüne“. „Das hat die Top-Wertung meiner Jungs natürlich torpediert. Das nehme ich auf meine Kappe“, erklärt Steinkuhl schuldbewusst. Merke: Nicht immer sind es die Klopper auf dem Rasen, die einem den guten Schnitt verderben.

Jetzt spielen sie mit den besten Fußballern der Region Hannover um die Hallenkrone: MTVE Celle hat sich für das Sportbuzzer Masters qualifiziert.

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