Menü
Cellesche Zeitung | Ihre Zeitung aus Celle
Anmelden
Fußball regional Verband um 30000 Euro geprellt
Sport Fußball regional Verband um 30000 Euro geprellt
13:23 13.06.2010
Anzeige
Celle Stadt

Es sei eine Notsituation gewesen, aus der er gehandelt hätte, sagte der Angeklagte, der sich vor dem Celler Amtsgericht jetzt wegen Betruges verantworten musste. Vier Jahre lang hatte er den Niedersächsischen Fußballverband (NFV), in dessen Vorstand er sich befand, um mehr als 30000 Euro geprellt, indem er Rechnungen fälschte und Kontodaten manipulierte. Dafür bekam er eine Bewährungsstrafe von 20 Monaten.

Als Bezirksschiedsrichterobmann für die Celler Kreisgruppe des NFV hatte der Angeklagte nach Zeugenaussagen finanziell nahezu freie Hand gehabt. So sei es üblich gewesen, Kosten für Lehrgänge, Materialien oder Verpflegung vorzustrecken und sich gegen Vorlage der Rechnung vom Verband wieder auszahlen zu lassen. Der Angeklagte betonte mehrmals, dass es einfach gewesen sei, diesen Vorgang zu manipulieren, da er von niemandem kontrolliert wurde.

Anzeige

Als Begründung gab der Angeklagte eine Notlage ab 2004 an. Kurz zuvor verlor er seinen Job, sodass er finanziell schlecht da stand. Seine erste Fälschung produzierte er nach eigenen Angaben, indem er eine alte Rechnung über Computerteile einscannte und veränderte. Diese reichte er beim Verband ein und erhielt seine angeblich verauslagten Kosten zurück.

Nach diesem Muster beging der Angeklagte insgesamt mehr als 20 Straftaten. Sein Betrug habe irgendwann eine ungeahnte Eigendynamik entwickelt, sagte er. Die ersten Rechnungen fälschte er, um ein finanzielles Polster für sein eigenes Konto zu schaffen. Die Beträge habe er stets zurückzahlen wollen, doch das Loch sei zu groß geworden.

Aufgeflogen war der Schwindel im Frühjahr 2008, nachdem der Verband eine Mahnung über eine nicht bezahlte Rechnung erhielt. Schnell offenbarten sich Unregelmäßigkeiten in den Rechnungsbüchern und auch der Schuldige war kurz darauf gefunden. Über diesen Vertrauensmissbrauch sei man schwer enttäuscht gewesen, hieß es von Verbandsseite.

Das Gericht verurteilte den mittlerweile von allen Verbandsämtern zurückgetretenen Celler zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und acht Monaten auf Bewährung. Die offensichtliche Notlage sei keinesfalls ein Grund, „dass einem die Tränen kommen“ und mit dem Urteil käme der Angeklagte noch „sehr gut bei weg“ hieß es in der Begründung. Zu den Bewährungsauflagen gehört die Schadensregulierung von mindestens 200 Euro monatlich an den Verband. Der Angeklagte akzeptierte das Urteil umgehend.

Von Stefan Kübler