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Fußball regional Vorwerker Premiere mit Dramen und Eklat
Sport Fußball regional Vorwerker Premiere mit Dramen und Eklat
18:35 07.01.2018
Von Oliver Schreiber
Verdienter Sieger: Der SC Vorwerk gewann zum ersten Mal das seit 1988 stattfindende Nienhäger Hallenturnier. Quelle: Michael Schäfer
Nienhagen

Michael Laue war enttäuscht. Und wütend. Und das nicht, weil „sein“ VfL Wathlingen soeben das Endspiel des Nienhäger Hallenfußballturniers um den Winter-Cup äußerst unglücklich nach Neunmeterschießen gegen den Kreisliga-Spitzenreiter SC Vorwerk verloren hatte. Der VfL-Abteilungsleiter war bedient, weil sich einige Wathlinger Anhänger kräftig danebenbenommen hatten und dabei auch nicht vor rassistischen Beleidigungen gegenüber kurdischen Spielern des FC Firat Bergen und des TuS Hermannsburg zurückschreckten.

„Ich kann mich im Namen des Vereins nur in aller Form dafür entschuldigen und verurteile das zutiefst. Wir haben selbst Ausländer beziehungsweise Spieler mit Migrationshintergrund sowie Flüchtlinge bei uns. Es ist unglaublich, dass drei, vier Chaoten unseren Verein und unsere Zuschauer durch so einen Mist in Verruf bringen“, erklärte Laue, der ein Gespräch mit dem Vorstand und Konsequenzen ankündigte.

Zu diesem Eklat kam es beim letzten Vorrundenspiel der Wathlinger gegen Hermannsburg. Im direkten Duell ging es hier um den Einzug ins Halbfinale. Der VfL, Tabellensiebter der 1. Kreisklasse, führte zwei Minuten vor Schluss gegen den Kreisliga-Aufsteiger mit 2:0, als es auf der Tribüne plötzlich Tumulte gab. Über den Auslöser dieser Krawalle kursieren – wie so oft – verschiedene Versionen. Fakt ist: Spieler des FC Firat Bergen, die sich vor der Wathlinger Kurve auf ihr Spiel vorbereiteten, wurden von einigen alkoholisierten Wathlinger „Fans“ rassistisch beleidigt. Daraufhin folgten weitere Bedrohungen und Beschimpfungen.

Die Partie zwischen Wathlingen und Hermannsburg wurde unterbrochen. Laue, der zusammen mit Jürgen Winter und Yavuz Dag auch als Schiedsrichter bei diesem Turnier aktiv war, versuchte zusammen mit der Turnierleitung, die Situation zu beruhigen. Mit der Konsequenz, dass der gesamte, rund 30 Mann starke VfL-Anhang, aus der Halle verwiesen wurde, um für eine Deeskalation zu sorgen. Vorsorglich wurde auch die Polizei gerufen, um mögliche Ausschreitungen zu verhindern. „Das war die richtige Entscheidung des Veranstalters, auch wenn es natürlich auch die Fans getroffen hat, die uns so toll unterstützt haben. Aber anders hätte man die Situation nicht beruhigen können“, sagte Laue.

„Für einen Veranstalter ist so etwas bitter. Du investierst hier jede Menge Arbeit, und ein paar Chaoten zerstören dann das Gesamtbild. Das war nämlich unterm Strich ein richtig schönes Turnier mit tollem Fußball, spannenden Spielen und vielen Überraschungen. Insgesamt verlief auch alles fair“, meinte Volker Lieberam, Abteilungsleiter des Gastgebers SV Nienhagen, der mit seinem Team das Turnier wie immer perfekt organisiert hatte.

Äußerst fair war auch das Verhalten der Hermannsburger, die nach der Unterbrechung keine Anstalten mehr machten, die Partie gegen Wathlingen zu drehen und sich stattdessen mit den ebenfalls sichtlich konsternierten VfL-Akteuren den Futsalball bis zum Abpfiff hin und her spielten. So zog die Wathlinger Mannschaft, die sich von ihrer besten Seite zeigte, als Zweiter der „Gruppe SVO“ zusammen mit Bezirksligist TuS Celle FC in die Vorschlussrunde ein.

In der „Gruppe Winter Finanzen“ waren Landesligist VfL Westercelle und Vorwerk das Maß aller Dinge. Beide Teams erreichten souverän das Semifinale. Dort ereigneten sich echte Dramen. Vorwerk drehte gegen den TuS FC zweimal einen Rückstand und nutzte kurz vor Schluss eine Überzahl zum 3:2-Siegtreffer durch einen abgefälschten Schuss von Manuel Owsianski.

Dasselbe Kunststück gelang den Wathlingern als krasser Außenseiter gegen etwas zu fahrlässige Westerceller. Zweimal egalisierten sie die Führung des Landesligisten, in einem epischen Neunmeterschießen hatten sie mit 8:7 das bessere Ende für sich. Westercelle hatte auch im Shootout um Platz drei Pech und unterlag TuS mit 2:3.

Im Finale erspielten sich die Vorwerker zunächst Vorteile gegenüber Wathlingen, versäumten es aber, nach dem Führungstreffer durch Malte Stellmach nachzulegen. Der VfL hielt dagegen und kam durch Massimo Geloso zum Ausgleich – und hatte in letzter Sekunde die Riesenchance, sich erstmals in die Siegerliste des Traditionsturniers einzutragen. Doch SCV-Keeper Daniel Peth rettete sein Team mit einem Blitzreflex ins Neunmeterschießen, Wathlingens Christoph Wäsche hatte aus Nahdistanz zu ungenau gezielt.

Peth avancierte endgültig zum Helden, als er den insgesamt zwölften Neunmeter von Wathlingens Marvin Laue entschärfte. Vorwerk gewann dadurch mit 6:5 und feierte mit dem ersten Triumph in der 31. Auflage des Hallenturniers Premiere. Laue avancierte zum Pechvogel, da er zuvor bereits die Chance hatte, mit einem Neunmeter Wathlingen zum Sieg zu schießen (es traten abwechselnd je drei Spieler pro Team bis zur endgültigen Entscheidung an). Aber er scheiterte an der Latte. „Natürlich hatten wir am Ende das nötige Quäntchen Glück auf unserer Seite. Aber wir haben insgesamt ein sehr gutes Turnier gespielt und uns das verdient. Großes Kompliment an die Jungs“, meinte SCV-Coach Stefan Mainka.

Angesichts der unschönen Begleiterscheinungen ging fast unter, dass die Wathlinger mit Denis Benjak den auffälligsten Akteur in ihren Reihen hatten. Der Ungar mit serbischen Wurzeln kickte einst als Profi in der ersten serbischen Liga und ist seit kurzem in Wathlingen sesshaft geworden. Der 23-Jährige zeigte seine technischen Fertigkeiten und war kaum vom Ball zu trennen.

Ein versöhnliches Ende gab es dann doch noch. VfL-Kapitän Manuel Gebler entschuldigte sich bei der Siegerehrung nochmal für das Verhalten einiger Fans. Dafür und für die Leistung der Mannschaft gab es Applaus von allen Seiten. Auch von vernünftigen Wathlinger Zuschauern, die vom Gastgeber wieder in die Halle gelassen wurden, nachdem die Störenfriede zum Glück das Weite gesucht hatten.

Das neue Jahr soll mit gepflegtem Fußball beginnen. „Wir spielen extra mit dem leichteren Futsalball, also einem Ball für Techniker. Dadurch laufen wir nicht Gefahr, dass zu viel gebolzt wird“, erklärt Volker Lieberam, Abteilungsleiter des SV Nienhagen, der zusammen mit seinem Team das Hallenturnier organisiert hat. Der SVN hat ein hochkarätiges Teilnehmerfeld zusammenbekommen, das am Samstag ab 14 Uhr bei der 31. Auflage der Traditionsveranstaltung in der Sporthalle am Jahnring um den „Winter-Cup“ und um Preisgeld kickt.

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