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Fußball überregional Hannover am Boden: Spätes 0:1, Platz 17 - «Keine Einheit»
Sport Fußball überregional Hannover am Boden: Spätes 0:1, Platz 17 - «Keine Einheit»
20:11 22.12.2018
Die 96-Profis Waldemar Anton (l) und Pirmin Schwegler waren nach der Niederlage konsterniert. Foto: Swen Pförtner Quelle: Swen Pförtner
Hannover

Hannover (dpa) - Einer völlig verkorksten Hinrunde folgte die schonungslos offene Analyse.

Der Tabellenvorletzte Hannover 96 hatte gerade in der Fußball-Bundesliga auch das Kellerduell mit Fortuna Düsseldorf 0:1 (0:0) verloren, das längst überfällige Gegentor durch Oliver Fink in der zweiten Minute der Nachspielzeit (90.+2) beschert den Niedersachsen ein Weihnachtsfest auf einem direkten Abstiegsplatz mit nur elf Punkten nach den ersten 17 Spielen.

In dieser angespannten und für den Verein bedrückenden Situation setzte sich Trainer André Breitenreiter vor die Kameras und räumte ein: «Wir haben über viele Wochen mitbekommen, dass die Mannschaft keine Einheit ist. Das haben wir in der Kabine gesehen, das haben wir in den Gesprächen mit dem Mannschaftsrat gesagt bekommen. Ich hatte es nicht so extrem eingeschätzt, aber die Signale waren eindeutig.»

Die Drohung, seinen Profis den Weihnachtsurlaub zu streichen, falls sie gegen Düsseldorf (0:1) oder den SC Freiburg (0:1) nicht gewinnen, wollte der 45-Jährige in diesem Zusammenhang nur noch als Versuch betrachtet wissen, irgendeine Reaktion herauszukitzeln. Eine Entscheidung, ob über die Feiertage trainiert oder sich erholt wird, soll nun am Sonntagvormittag fallen, wenn sich Spieler und Trainer auf jeden Fall noch einmal um 10.00 Uhr treffen.

Breitenreiter deutete aber zumindest an, auf seine angedrohte Maßnahme zu verzichten oder sie zumindest abzuschwächen. «Die Drohung hat dazu geführt, dass die Mannschaft enger zusammengerückt ist und wieder zusammen gekämpft hat», sagte er. «Die Jungs haben alles versucht. Es war eine Mannschaft auf dem Platz, die als Einheit funktioniert hat. Das war in der Hinrunde nicht immer so.»

Am Sonntagvormittag wird sich Breitenreiter auch mit Manager Horst Heldt und Clubchef Martin Kind zusammensetzen. Erst am Freitag hatte der Hörgeräte-Unternehmer betont, auch im Falle einer Niederlage gegen Düsseldorf an seinem glücklosen Trainer festhalten zu wollen. Manager Heldt geht davon aus, dass diese Jobgarantie nach wie vor Bestand hat. «Ich habe morgen einen Termin beim Präsidenten und dann werden wir das besprechen», sagte er.

An einen Rücktritt denken Heldt und Breitenreiter nicht. «Jetzt aufzugeben, wäre der pure Wahnsinn», sagte der Manager. «Es sind noch 17 Spiele, der Rückstand ist nicht groß.» Auch der Trainer gab sich kämpferisch: «Mit Verstärkungen für die Rückrunde habe ich die absolute Überzeugung, dass wir den Klassenerhalt schaffen können.»

Das Spiel gegen Düsseldorf hat aber noch einmal gezeigt: Ohne gleich mehrere Verstärkungen und ohne Zusammenhalt wird es nicht gehen. Der mittlerweile dreimal nacheinander siegreiche Aufsteiger hätte dieses Kellerduell bereits nach etwa einer Stunde entscheiden müssen, als die früheren 96er Niko Gießelmann (61.) und Kenan Karaman (65.) sowie Stürmer Rouwen Hennings (66.) drei klare Chancen vergaben. Besonders bitter für 96 war, dass Torwart Michael Esser in dieser Phase glänzte, beim späten Gegentor durch Fink aber patzte.

«Dieses Tor ist das I-Tüpfelchen», sagte Heldt. Das I-Tüpfelchen auf eine Hinrunde voller sportlicher Rückschläge, schwerer Verletzungen von wichtigen Spielern wie Niclas Füllkrug und der permanenten Unruhe um die Übernahmepläne von Clubchef Kind.

So gehen beide Abstiegskampf-Konkurrenten mit völlig unterschiedlichen Vorzeichen in die Rückrunde. Hannover hat sieben Punkte Rückstand auf Düsseldorf und muss zahlreiche Baustellen schließen. Die Fortuna dagegen ist nach drei Siegen in den letzten drei Hinrunden-Spielen enorm geschlossen und selbstbewusst.

«Jetzt darf sich jeder freuen, jetzt darf jeder feiern», sagte Trainer Friedhelm Funkel. «Aber wir werden ab Beginn der Rückrunde wieder hart arbeiten. Denn mit 18 Punkten hat man nichts erreicht. Wir bleiben demütig, wir bleiben bescheiden. Das ist der Weg für die nächsten Wochen und die nächsten Monate.»

Von dpa Von Sebastian Stiekel und Sonja Wurtscheid

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