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Fußball überregional Augsburger «Schlag in die Fresse» für Hertha BSC
Sport Fußball überregional Augsburger «Schlag in die Fresse» für Hertha BSC
19:11 24.11.2019
Augsburgs Andre Hahn (M) erzielte sein erstes Saisontor. Foto: Stefan Puchner/dpa Quelle: Stefan Puchner
Augsburg

Augsburg (dpa) - Hertha-Manager Michael Preetz wollte das Erlebte «erstmal sacken lassen». Trainer Ante Covic wirkte nach dem «sehr bitteren» 0:4 (0:2) beim FC Augsburg verstört.

Der FC Augsburg hat mit seinem 50. Heimsieg in der Fußball-Bundesliga den Berliner Coach in noch größere Bedrängnis gebracht. «So zu verlieren ist schon ein Schlag in die Fresse», kommentierte Nationalspieler Niklas Stark nach dem Berliner Untergang in Unterzahl schonungslos.

Beim höchsten Augsburger Saisonsieg durch die Tore von Philipp Max (17. Minute), Sergio Cordova (26.), André Hahn (52.) und Florian Niederlechner (79.) lief für den 44 Jahre alten Covic vor 29.233 Zuschauern in der Augsburger Arena praktisch alles schief. «Ruhiger wird es nicht», bemerkte Covic mit Blick auf die kommende Woche und das anstehende Heimspiel gegen Borussia Dortmund.

Seine Situation stellte der Kroate hintenan. «Jeder, der mich kennt, weiß, dass ich der Allerletzte bin, der an sich denkt. Es geht nur um den Verein, dem ich seit 20 Jahren diene.» Wichtig sei es nun, gegen Dortmund den «Negativtrend» aufzuhalten. Elf Punkte aus zwölf Partien passen nicht zu den höheren Ambitionen des Hauptstadtclubs.

Im Mittelpunkt der vierten Hertha-Niederlage nacheinander stand auf dem Spielfeld Torhüter Rune Jarstein, für den die Partie nach einer Roten Karte beim zweiten Gegentor frühzeitig beendet war. «Einer, der uns so häufig Punkte gerettet hat, hat einen Aussetzer», sagte Covic zum völlig missglückten Auftritt seines Keepers.

In Unterzahl war die Hertha nur ein Sparringspartner für den FCA. Der legte nach dem 1:0 in Paderborn im eigenen Stadion erfolgreich nach und zog mit 13 Zählern in der Tabelle an den weitgehend desolaten Berlinern vorbei. «Langsam wird vielleicht aus einem Trendchen ein Trend», frohlockte FCA-Coach Martin Schmidt.

Der 35-jährige Jarstein erlebte im Tor einen Katastrophentag. Schon beim ersten Gegentor sah er schlecht aus, als der von der Seite geschlagene Freistoß von Linksfuß Max im langen Eck einschlug. Dann kam es noch schlimmer: Nach einem Rückpass von Nationalspieler Niklas Stark patzte der von FCA-Angreifer Niederlechner unter Druck gesetzte Jarstein wieder. Der Ball prallte zu Cordova, der zum 2:0 ins leere Tor traf. Für seinen rüden Rettungsversuch mit offener Sohle gegen den Augsburger Torschützen zeigte Schiedsrichter Sascha Stegemann nach Videobeweis Jarstein auch noch Rot. «Tor und Rote Karte, das habe ich auch selten erlebt», kommentierte Covic frustriert.

Er musste handeln: Bundesliga-Debütant Dennis Smarsch ging ins Tor, für ihn musste Mittelfeldspieler Per Skjelbred vom Feld. In Unterzahl waren die Herthaner endgültig chancenlos. Ein Flugkopfball von Davie Selke war die einzige Chance der Hertha zu einer Wende (45.+1).

Die Augsburger, bei denen der suspendierte Österreicher Michael Gregoritsch im Aufgebot fehlte, setzten nach der Pause nicht auf Ergebnisverwaltung. Sie nutzten den vermehrten Raum bei ihren Angriffen. Die Berliner leistete defensiv mangelhaft Gegenwehr. Beim Distanzschuss von Hahn hechtete der 20 Jahre junge Torwart Smarsch vergeblich ins rechte untere Eck. Hahn, der für das verletzte Geburtstagskind Marco Richter ins Spiel gekommen war (26.), hätte nach einem energischen Solo fast schon das 4:0 nachgelegt (56.).

Bei der Hertha konnte auch der zur Halbzeit eingewechselte Angreifer Dodi Lukebakio nur wenig bewirken. Selke köpfte einmal drüber (57.), Dedryk Boyata nach einem Eckstoß knapp vorbei (72.). Covic verfolgte das Geschehen in der zweiten Hälfte weitgehend sitzend auf der Hertha-Bank. Von dort aus sah er auch das vierte Gegentor, das Niederlechner aus extrem spitzem Winkel erzielte.

Von dpa Von Klaus Bergmann

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