Menü
Cellesche Zeitung | Ihre Zeitung aus Celle
Fußball überregional Klinsmann: Lage um Nationalmannschaft ist «ein Pulverfass»
Sport Fußball überregional Klinsmann: Lage um Nationalmannschaft ist «ein Pulverfass»
06:41 17.03.2019
Jürgen Klinsmann hat sich zur aktuellen Situation der deutschen Fußball-Nationalmannschaft geäußert. Foto: Soeren Stache Quelle: Soeren Stache

Berlin (dpa) - Der frühere Bundestrainer Jürgen Klinsmann hält die Situation für seinen Nachfolger Joachim Löw bei der Fußball-Nationalmannschaft für hoch brisant.

«Das ist ein Pulverfass», sagte Klinsmann der «Bild am Sonntag». Löw habe sich mit Entscheidungen wie der Ausmusterung der Weltmeister Mats Hummels, Jérôme Boateng und Thomas Müller unter großen Druck gesetzt. «Er muss jetzt Erfolg haben, die Ergebnisse müssen stimmen. Weil sich eben im Moment Fußball-Deutschland insgesamt international auf ganz niedrigem Niveau bewegt», erklärte Klinsmann.

Der 54-Jährige hatte die DFB-Auswahl bei der Heim-WM 2006 mit Löw als Co-Trainer zum dritten Platz geführt und trat danach zurück. Löw übernahm das Amt und wurde 2014 mit dem Team Weltmeister. Seit dem erstmaligen Aus in einer WM-Gruppenphase im Vorjahr in Russland und dem Abstieg aus der Top-Gruppe der Nations League steht der Bundestrainer jedoch stark in der Kritik.

«Nach dem Sieg bei der WM 2014 hat sich ein Gefühl der Überheblichkeit eingeschlichen», sagte Klinsmann, der künftig als TV-Experte für RTL arbeiten wird. Der deutsche Fußball habe insgesamt den Anschluss an die internationale Spitze verloren. «Es herrscht Alarmstufe Rot», urteilte Klinsmann.

Das Umfeld der Nationalmannschaft und der Clubs müsse sich komplett überdenken, forderte der frühere Welt- und Europameister. Klinsmann nannte die Jugendarbeit und das Tempo im englischen Fußball als beispielhaft. Zudem sieht er die 50+1-Regel als «Nachteil für die Bundesliga auf internationaler Bühne». Diese nur in Deutschland geltende Regel verhindert, dass externe Investoren mehrheitlich bei ausgegliederten Profi-Kapitalgesellschaften einsteigen können. «Geld von Investoren bekommt man halt nur, wenn sie dann im Verein auch mitreden dürfen», sagte Klinsmann.

Der Titelkampf in der Bundesliga bleibt spannend. In Berlin holt Dortmund ganz spät alle drei Punkte. Jetzt müssen die Bayern nachziehen. Auf Schalke freut man sich über einen Stimmungsumschwung. Doch gegen Leipzig gibt es nichts Zählbares.

17.03.2019

Dortmund holt in letzter Minute drei Punkte in Berlin und ist in der Bundesliga wieder top. Schalke taumelt weiter Richtung Abstiegsplätze. Auch mit Rückkehrer Huub Stevens gibt es keine Punkte. Gegen Leipzig stimmen aber immerhin Wille und Einsatz.

16.03.2019

Hannover kassiert die nächste Niederlage im Liga-Existenzkampf, Augsburg entledigt sich mit dem 3:1 der größten Sorgen. Im Disput zwischen Trainer Doll und Schiedsrichter Gräfe geht es um Regelauslegungen - und den Vorwurf der Arroganz.

16.03.2019