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Fußball überregional Pizarro, Götze & Co.: Stille Abschiede der Bundesliga
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Pizarro, Götze & Co.: Stille Abschiede der Bundesliga

07:31 26.06.2020
Claudio Pizarro verlässt mit 197 Treffern als zweitbester ausländischer Torschütze die Bundesliga. Foto: Carmen Jaspersen/dpa Quelle: Carmen Jaspersen
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Stuttgart

Berlin (dpa) - Mehr als 20 Jahre ist es nun her, als der junge Claudio Pizarro die Bundesliga-Bühne betrat. Nun ist für den Publikumsliebling nach Jahrzehnten in der Bundesliga endgültig Schluss.

Pizarro reiht sich in eine illustre Riege altgedienter und hochkarätiger Spieler ein, die nach diesem besonderen Fußballjahr ohne Kulisse still und leise von der Bundesliga Abschied nehmen.

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DER OLDIE: «Das ist das letzte Jahr, ganz sicher», hatte Pizarro vor dem Bundesliga-Auftakt im Juli vergangenen Jahres gesagt. «Ich fühle mich ganz gut, aber das ist genug jetzt.» Und nun hat die Abschiedstournee des 41-Jährigen beim Heimspiel von Werder Bremen gegen den 1. FC Köln tatsächlich ein Ende. Die Liga ist dann um den ältesten Torschützen der Bundesligageschichte ärmer - und bei einem Misserfolg auch um die Bremer selber, denen der Abstieg in die 2. Liga droht. Obwohl es in dieser Saison bisher zu keinem Tor gereicht hat, geht der Peruaner mit 197 Treffern als zweitbester ausländischer Torschütze der Bundesliga hinter Robert Lewandowski. Ein Abschiedsspiel für Pizarro soll es vermutlich im nächsten Jahr geben.

DER WM-HELD: Der Abgesang des WM-Finaltorschützen Mario Götze setzte schon lange vor der diesjährigen Saison beim BVB ein: Im WM-Finale 2014 sagte Bundestrainer Jogi Löw noch zu Götze: «Jetzt zeig der Welt, dass du besser als Messi bist.» Doch so gut wie der Argentinier ist der hochveranlagte Götze nie geworden. Nach seinem Wechsel zu den Bayern 2013 konnte der heute 28-Jährige selten die Erwartungen erfüllen. Nach drei leidvollen Spielzeiten beim Rekordmeister kehrte er 2016 zu den Schwarz-Gelben zurück. Eine Stoffwechselstörung brachte ihn dort früh aus dem Tritt. Zuletzt passte Götze nicht mehr ins System von Trainer Lucien Favre und wird auch gegen Hoffenheim nicht im Kader stehen. Ende Mai verkündete BVB-Sportdirektor Michael Zorc: «Wir sind in einer Situation, die für beide Seiten nicht zufriedenstellend ist.» Wohin es für Götze geht, ist noch unklar.

DER EDELFUSS: «Das ist ein super Spieler, ein super Junge», beglückwünschte Jürgen Klopp 2019 die Bayern nach deren Leihe des Edeltechnikers Philippe Coutinho vom FC Barcelona. Nun ist nach nur einer Saison für den Brasilianer vermutlich Schluss beim Rekordmeister. Coutinho ist zwar nach einer Operation am Fuß wieder zurück bei der Mannschaft, spielte jedoch zuletzt in der Planung der Coutinho ist zwar nach einer Operation am Fuß wieder zurück bei der Mannschaft, spielte jedoch zuletzt in der Planung der Münchner keine Rolle.Münchner keine Rolle. Die Münchner werden die 120 Millionen Euro teure Kaufoption wohl nicht ziehen.

DER MUSTERSCHÜLER: Einen leisen Abschied hat Timo Werner schon hinter sich. Am Samstag zeigte er sich ein letztes Mal in der Leipziger Red Bull Arena beim 0:2 gegen Borussia Dortmund vor leeren Rängen. Der gefeierte Star, der 2016 für 14 Millionen Euro vom VfB Stuttgart nach Leipzig kam, konnte bei RB seinen Marktwert seitdem fast vervierfachen. Für etwa 54 Millionen Euro sicherte sich Chelsea für die kommende Saison die Dienste des 24-jährigen Schwaben. «Er wird uns stärker machen, hat ein riesiges Talent und eine fantastische Saison gespielt. Sein Talent und seine Einstellung sind herausragend», sagte der Coach des Londoner Clubs, Frank Lampard, vor kurzem auf einer Pressekonferenz.

DER TORERO: Seine Jubelgeste brachte Mario Gomez einst den Spitznamen «Torero» ein. Mittlerweile ist es um den einstigen Top-Stürmer ruhiger geworden. Der 34-Jährige, der mit den Stuttgartern am vergangenen Wochenende den Bundesliga-Aufstieg praktisch festzurrte, fand sich zuletzt meist auf der Ersatzbank wieder. Dennoch blickt der Stürmer auf eine beeindruckende Karriere zurück, gewann die Champions League mit den Bayern, sowie drei Meisterschaften, davon eine mit dem VfB Stuttgart. «Er hat eine außergewöhnliche Karriere als Spieler und damit gehört er zu den Besten, die in der Bundesliga gespielt haben auf seiner Position», sagte unlängst sein alter Trainer beim VfB, Felix Magath. Nun soll der Ex-Nationalstürmer die Schwaben am Saisonende verlassen. Ob Gomez seine Karriere beendet oder bei einem anderen Club fortsetzt, steht noch nicht fest.

DER ROUTINIER: Seine letzte Saison hat auch Gladbachs technisch versierter Raffael für die «Fohlen» gespielt. Der 35 Jahre alte Offensivspieler erhält bei der Borussia nach sieben Jahren keinen neuen Vertrag. «Wir werden den Vertrag mit Raffael nicht verlängern», sagte Sportdirektor Max Eberl am Donnerstag und nannte dies «eine sportliche Entscheidung». Raffael war nach einer langen Verletzungspause erst kürzlich wieder in das Mannschaftstraining eingestiegen. Eberl bezeichnete den gebürtigen Brasilianer, der inzwischen auch einen deutschen Pass hat, als «Gesicht der vergangenen Jahre», sagte aber auch: «Es gab offene, angenehme und ehrliche Gespräche mit ihm und seinem Berater. Wir gehen freundschaftlich auseinander.»

© dpa-infocom, dpa:200625-99-567374/3

Von dpa Von Wilhelm Pischke