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Fußball überregional Nach Werder-Sieg: Eggestein lacht über Löw-Versprecher
Sport Fußball überregional Nach Werder-Sieg: Eggestein lacht über Löw-Versprecher
18:01 17.03.2019
Die Bremer Torschützen Milot Rashica (r) und Max Kruse feiern den Auswärtssieg. Foto: Federico Gambarini Quelle: Federico Gambarini
Leverkusen

Leverkusen (dpa) - Manch einer erachtete es als Respektlosigkeit, doch der Betroffene selbst konnte über den beharrlichen Versprecher von Joachim Löw nur schmunzeln.

«Ich bin da entspannt. Das passiert und ist auch schon bei anderen vorgekommen», sagte Maximilian Eggestein, der bei der Kader-Verkündung vom Bundestrainer am Freitag stets «Eggenstein» genannt wurde: «Selbst gehört habe ich es nicht. Aber man hat es mir gesagt.»

Nach dem 3:1 (2:0) bei Bayer Leverkusen und einer weiteren bärenstarken Leistung am Ende «einer der besten Wochen überhaupt» hatte der 22 Jahre alte Mittelfeldspieler von Werder Bremen auch gut lachen. Kapitän Max Kruse war mit zwei Toren (13./90.+5) und der Vorlage zum Treffer von Milot Rashica (37.) nominell der Matchwinner, doch noch mehr in aller Munde war Eggestein.

Denn während für den 14-maligen Nationalspieler Kruse (30) rund dreieinhalb Jahre nach seiner letzten Nominierung die Tür zur Nationalmannschaft zu ist, wird das Bremer Eigengewächs am Montag schneller als gedacht in den Kreis des Ex-Weltmeisters stoßen. Und mit der direkten Vorlage zum 1:0, die Eurosport-Experte Matthias Sammer als «Weltklasse» huldigte, und der Ball-Eroberung vor dem 3:1 zeigte der von Borussia Dortmund umworbene Sechser auch wieder sein großes Talent.

Ob er am Mittwoch gegen Serbien oder vier Tage später in Amsterdam gegen die Niederlande auch tatsächlich zum Einsatz kommt, ist für ihn zweitrangig. «Ich bin nicht in der Lage Ansprüche zu stellen», sagte Eggestein: «Ich will einfach alles mitnehmen.»

Gerüchte über eine baldige Löw-Nominierung Eggesteins, der Löws ersten Anruf am Freitag mit unbekannter Nummer verpasste, beim zweiten Mal «aber zum Glück dranging», gab es schon lange. Doch bisher waren Eggestein und sein Sportchef von einer späteren Berufung ausgegangen. «Es hat mich schon überrascht», sagte Frank Baumann über den Zeitpunkt: «Maxi hat bei der U21 in den letzten anderthalb Jahren eine wichtige Rolle gespielt. Deshalb hatte ich schon die Vermutung, dass er bis Sommer bei der U21 durchspielt und dann ein ernsthafter Kandidat für die A-Nationalmannschaft wird.»

Auch Eggestein weiß nicht, ob er bei Löw nur ein Gastspiel gibt und wieder zu den Junioren zurückgeht: «Da ist nichts fest besprochen. Aber ich habe schon im Hinterkopf, dass ich bei der U21 spiele.»

So oder so hat der gebürtige Hannoveraner die Qualität, sich beim A-Team durchzusetzen. Da ist sich auch der acht Jahre ältere Kruse sicher. «Er hat ein sehr gutes Niveau», sagte der Werder-Kapitän: «Es ist nicht einfach, aus der Jugend hochzukommen und sich durchzubeißen. Das zeugt von Qualität und Willen. Ich hoffe, dass er in den nächsten Jahren eine tragende Rolle spielen kann.»

Auch Kruse zeigte mit vier Toren in den vergangenen drei Spielen sein Potenzial. Ein Comeback bei Löw hält aber auch Baumann für ausgeschlossen. «Der Bundestrainer hat doch gerade erst den Verjüngungsprozess fortgesetzt», sagte er schmunzelnd. Trainer Florian Kohfeldt meinte: »Ich durfte letzte Woche wegen Maxi Eggestein das erste Mal mit Jogi Löw sprechen. Ich glaube schon, dass Max mit seinen Leistungen für sich spricht. Aber ich bin kein Freund davon, irgendwelche Forderungen zu stellen.»

Dank des Duos sind die 2019 noch ungeschlagenen Bremer nun wieder bis auf drei Punkte an die Europacup-Ränge herangerückt. «Wenn wir so spielen, können wir es schaffen», sagte Kruse.

Frust herrschte nach dem Höhenflug mit zuvor sechs Siegen in sieben Spielen bei Bayer, für das nur Leon Bailey traf (75.). Nationalspieler Julian Brandt wollte deshalb auch kein Lob für das begeisternde Spiel. «Ich finde nicht, dass wir heute gut gespielt haben», sagte er. Auch Trainer Peter Bosz war frustriert: «Ich will nie wieder sehen, dass wir so in ein Spiel gehen», schimpfte er.

Von dpa Von Holger Schmidt

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