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Fußball überregional FCB freut sich auf Unterschiedsspieler Sané - Geht ein Star?
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Toptransfer vorgestellt : FCB freut sich auf Unterschiedsspieler Sané - Geht ein Star?

18:01 23.07.2020
Soll beim FC Bayern den Unterschied machen: Leroy Sané. Foto: -/FC Bayern München AG/dpa Quelle: -
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Manchester

München (dpa) - Mit Mundschutz und getrennt durch Plexiglasscheiben posierten die braun gebrannten Bayern-Bosse glücklich an der Seite von Leroy Sané.

In die stolze Präsentation des Münchner Königstransfers mischten sich bei all den Lobeshymnen über den neuen Flügelstar auch Worte des Abschieds. Karl-Heinz Rummenigge berichtete vom hinterlegten Wechselwunsch von Thiago für diese Transferperiode, Club-Urgestein David Alaba zögert noch mit der vom Vorstandschef erhofften Unterschrift.

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«Das ist unsere Option Nummer 1», sagte Rummenigge vor wegweisenden Wochen beim deutschen Fußball-Rekordchampion. «Trotzdem müssen wir da auch nicht aufs Gaspedal drücken. Wichtig ist, dass sich David und Thiago erst einmal auf die Champions League konzentrierten.» Im Kampf um den Henkelpott werden die beiden bis zum Sommer 2021 gebundenen Starspieler laut Rummenigge auf jeden Fall weiter dem Ensemble von Trainer Hansi Flick angehören. Der Doublesieger peilt das Königsklassen-Endspiel am 23. August in Lissabon an - erst danach werden Verkäufe ein Thema.

«Wir werden für den Fall, dass die Spieler ihre Verträge nicht verlängern werden, uns nur ab einer gewissen Zahl mit deren Abgängen beschäftigen», lautete Rummenigges Botschaft an Berater und Interessenten. «Ich lese immer Zahlen, über die wir leicht schmunzeln. Eins ist völlig klar: Einen Summer Sale wird es beim FC Bayern trotz Corona nicht geben.»

Der knapp 50 Millionen Euro Ablöse teure Sané (24) sowie die ablösefrei verpflichteten Tanguy Nianzou (18/Paris Saint-Germain) und Alexander Nübel (23/FC Schalke 04) müssen noch zuschauen, wenn der FC Bayern das Ticket für das am 12. August beginnende Finalturnier lösen will. «Ich wollte Zeit haben, in Ruhe anzukommen und mich komplett neu zu fokussieren», sagte Sané, dessen Ex-Club Manchester City im Halbfinale Bayern-Gegner sein könnte. Vorher haben die Münchner aber noch eine Menge Arbeit. Doch nach dem 3:0 im Achtelfinal-Hinspiel beim FC Chelsea sollte das Weiterkommen am 8. August zu Hause nicht mehr missglücken.

Gerne begrüßte Vorstand Oliver Kahn den «Unterschiedsspieler» Sané, Sportvorstand Hasan Salihamidzic sprach über den schwierigen Kampf um sein bisheriges Manager-Meisterstück. «Wenn man so einen Transfer umsetzen will, muss man sich festbeißen und versuchen, das mit aller Kraft umzusetzen», sagte der vor gut drei Wochen in den Vorstand aufgestiegene Salihamidzic. Rummenigge, der sich zwischen den Plexiglasscheiben ein bisschen «wie bei der Behörde» vorkam, prognostizierte noch «viel Freude» an Sané.

Rummenigge berichtete von packenden Trainingssprints zwischen Sané und Torjäger Robert Lewandowski bei der Donnerstags-Einheit, als nach Videoschalten-Training erstmals in Kleingruppen geschwitzt werden konnte. «Die Leute haben mich sehr gut aufgenommen, einige kenne ich ja schon von der Nationalmannschaft», sagte Sané.

Jetzt trifft der 21-malige Auswahlspieler auch auf Kumpel Joshua Kimmich, der sich in der langen Anbandelzeit zwischen Bayern und Sané als liebevoller Quälgeist entpuppte. «Der Nervigste war Joshua Kimmich, er hätte mich am liebsten jeden Tag angerufen und gefragt, wie die Sache ist», verriet Sané und begründete die prestigeträchtige Wahl seiner Rückennummer. «Ich habe mich für die 10 entschieden, weil ich vorangehen möchte.»

Über ein Jahr lang umwarben die Münchner Sané - und Geduld wird auch in dem in diesem Jahr bis zum 5. Oktober offenen Transferfenster gefragt sein. «Der Transfermarkt hat noch lange, lange auf. Man wird in aller Ruhe die Dinge abwarten und entscheiden können», sagte Rummenigge. Ein neuer Club bei Thiago - spekuliert wurde über Englands Meister FC Liverpool, ManCity oder Juventus Turin - sei noch nicht an den FC Bayern herangetreten. «Er will zum Abschluss seiner Karriere gerne was Neues machen», sagte Rummenigge.

Mehr Hoffnung hegt Bayern bei Alaba. Der 28-Jährige wurde immer mal wieder mit dem FC Barcelona und Real Madrid in Verbindung gebracht, aktuell soll ManCity locken. «Dass es bei Vertragsverhandlungen immer auch um die Finanzen geht, ist kein Geheimnis», sagte Rummenigge. «Wichtig ist, was der Spieler will.»

© dpa-infocom, dpa:200723-99-899712/7

Von dpa Von Christian Kunz und Martin Moravec