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Leichtathletik Hartes Training bei hohen Temperaturen
Sport Sport regional Leichtathletik Hartes Training bei hohen Temperaturen
06:00 31.07.2019
Von Uwe Meier
Marie Dehning arbeitet im Training viel mit ihrem Bruder Max zusammen. Quelle: Uwe Meier
Bergen

An der Seite der Tartanbahn liegt ein Motorradhelm. Daneben das Equip­ment, das nötig ist, um ein Motorrad mit 125 Kubikmeter Hubraum über die Straßen zu bewegen. Es ist ein heißer Tag. Das Thermometer hat die 35-Grad-Grenze längst hinter sich gelassen. Es sind nicht unbedingt Temperaturen, bei denen man sich gerne übermäßig viel bewegt, sondern sich viel lieber auf die Suche nach einem kühlen Schattenplätzchen machen würde. Für Marie Dehning ist das keine Option. Die junge Leichtathletin von der LG Celle-Land muss und will trainieren. „Das Motorrad habe ich, damit Mama mich nicht immer zum Training durch die Gegend fahren muss“, sagt die junge Athletin. In gut drei Wochen werden die Deutschen Leichtathletik-Meisterschaften im Mehrkampf in Ulm ausgetragen. Und die will die 17-Jährige topfit in Angriff nehmen. „Wenn alles gut läuft, möchte ich schon eine Medaille machen“, sagt sie.

Trainingsfeld weit ab der großen Sportarenen

Dafür wird abseits der großen Sportarenen geübt, verbessert und geschwitzt – fast schon im Verborgenen. Trainingsstätte ist das kleine Sportgelände hinter der Eugen-Naumann-Schule in Bergen. Die dortige 135 Meter lange Kunststofflauf ist die Einzige in der Region. „Irgendwie geht das schon“, sagt Trainer Björn Lippa mit Blick auf die Anlage. Am Ende der Laufbahn befindet sich noch eine kleine mit Sand verfüllte Sprunggrube. Und ein kleiner Ring für das Kugelstoßen ist auch vorhanden. Das alles wird Lippa für den Trainingstag nutzen. Er hat einige Übungen ausgearbeitet: Schnelligkeits, Gymnastik- und Koordinationsübungen, Abstandsläufe, Starts, Anlaufkontrolle für Weitsprung und ein bisschen Kugelstoßen stehen auf dem Programm. Training für Speerwurf, Hochsprung und Diskus gehen auf der Anlage nicht. „Dafür fahren wir nach Nienhagen“, so Lippa. „dort gibt es eine Superanlage, die wir nutzen können. Der SV Nienhagen ist da sehr kooperativ und unterstützt uns“, erzählt der Leichtathletikcoach.

Aufwärmrunden gemeinsam mit Bruder Max

Derweil dreht Marie Dehning zusammen mit ihrem Bruder Max Aufwärmrunden. „Wir trainieren viel zusammen“, wird Marie später sagen, „eigentlich immer.“ Die Geschwister verstehen sich gut und sind auch in der wenigen Freizeit oftmals gemeinsam unterwegs. Bei schönem Wetter geht es zum Beispiel zu einem Badesee und ins Schwimmbad. „Wenn es regnet, wird auch mal ein Buch gelesen“, erzählt die Schülerin, für die es nach den Sommerferien in die 11. Klasse des Christian-Gymnasiums in Hermannsburg geht. „Da bin ich jetzt nicht die Überfliegerin“, sagt sie über ihre schulischen Leistungen, „aber schlecht bin ich nun auch nicht.“ Besser gehe bekanntlich natürlich immer.

Auch ihr Bruder ist in Sachen Leichtathletik inzwischen erfolgreich unterwegs und feierte insbesondere beim Speerwerfen erste Erfolge.

Korrekturen von Trainer Björn Lippa

Nach dem Aufwärmprogramm absolvieren die Geschwister gemeinsam die ersten Übungen auf der Laufbahn. Lippa beobachtet genau und gibt immer wieder kurze Anmerkungen dazu, was gut ist und was verbessert werden muss. Die Sportler verstehen genau, was der Coach von ihnen will. Es wird umgesetzt.

Ziel ist Wettkampf im Nationaldress

Marie Dehning ist die derzeit erfolgreichste Leichtathletin im Kreis Celle. Die Gewinnerin der CZ-Heimatsportlerwahlen der vergangenen beiden Jahre feierte bereits seine Vielzahl von Titelgewinnen. Am Ziel sieht sie sich noch lange nicht. „Ich möchte schon einmal für Deutschland starten“, verrät sie. „In diesem Jahr bin ich im Qualifikationswettkampf als Zweite knapp gescheitert. Aber vielleicht klappt es ja im nächsten Jahr.“

Viel trinken während der Ruhepausen

Von nichts kommt allerdings nichts. Im Alter von sieben Jahren hatte Marie Dehning ihre Leidenschaft für die Leichtathletik entdeckt. Seitdem hat die 17-Jährige unzählige intensive Trainingseinheiten absolviert. Derzeit wird mindestens fünf Mal in der Woche an der Verbesserung ihrer Leistungen gefeilt. Und da spielen auch die derzeit hohen Lufttemperaturen keine Rolle. „Das geht schon“, sagt sie während einer kurzen Ruhepausen im Schatten, bei der gleichzeitig der Flüssigkeitshaushalt auf die Reihe gebracht wird. Eine große Portion Willen und Disziplin sind nötig. Für Marie Dehning jedoch kein Problem. „Ich bin ja nicht auf so einem schlechten Niveau. Und das motiviert mich, noch besser zu werden.“ Dass das gelungen ist, kann sie am 17./18. August in Ulm bei den Deutschen Meisterschaften unter Beweis stellen. Dort soll der Sprung auf das Siegerpodest gelingen. Und wenn alles klappt, vielleicht sogar auf das oberste Treppchen.

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