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Lokalsport Altencelles Ironwoman
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16:41 01.08.2018
Immer ein Lachen auf den Lippen: SVA-Triathletin Britta Dressler bewältige auf der abgeänderten Ironman-Strecke einen Sechs-Kilometer-Lauf, 180 Kilometer auf dem Rad und zum Schluss einen 42,2-Kilometer-Lauf. Quelle: Jochen Strehlau
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Altencelle

Dabei war aus dem Triathlon ein Duathlon geworden. Wegen der hohen Konzentration giftiger Blaualgen musste das 3,8 Kilometer lange Schwimmen in der Alster kurzfristig abgesagt werden und wurde durch einen Sechs-Kilometerlauf ersetzt. Das stieß bei den Athleten nicht gerade auf Begeisterung, doch wohl oder übel hieß es jetzt: Umplanen und umdenken. "Die erste Laufstrecke bin ich mit sehr viel Bedacht und äußerst kräftesparend angegangen", sagt Britta Dressler, die sich beim "Anfangs-Warm-up" nicht aus der Ruhe bringen lässt. Doch beim Radfahren geht es dann schon anders zur Sache. Auf dem 180 Kilometer langen, flachen, aber sehr windanfälligen Kurs macht Dressler mit hohem Tempo und einem Radsplit von nur 5:24 Stunden viel Boden gut.

Auch Daniel Junk (Radsplit 5:04 Stunden) brennt auf seiner Zeitfahrmaschine mit einem Stundenmittel von mehr als 35 Kilometern pro Stunde ein kleines Feuerwerk ab. "Ich musste mich bremsen, um auf der schnellen Radstrecke nicht zu viele Körner zu verschießen", erläutert Junk. Mit überlegter Ernährung und ausreichendem Trinken sind beide SVA-Athleten auf den abschließenden Marathon, der aus vier Laufrunden entlang der Binnen- und Außenalster besteht, gut vorbereitet. Doch der 42,2 Kilometer lange Lauf wird zur absoluten Härteprüfung. "Das sehr fachkundige Publikum stand dicht an dicht und hat über Stunden angefeuert, motiviert oder auch getröstet – die Stimmung war fantastisch", erzählt Dressler. Für sie kommt der erste Einbruch bereits früh nach 15 Kilometern, Daniel Junk erwischt es nach 30 Kilometern. "Es war ein großer Kampf gegen Durst, Hitze, Körper und Geist", beschreibt der 38-jährige das nun einsetzende Leiden der Triathleten.

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Doch beiden Altencellern gelingt es mit ausgiebigen Trinken und vor allem ungeheurer mentaler Stärke die jeweiligen Tiefpunkte zu überwinden. "Ab Kilometer 22 konnte ich wieder durchlaufen und habe auf dem Hamburger Rathausmarkt sogar noch einen starken Zielsprint hingelegt", freut sich Dressler. Nach einem Marathon in 4:18 Stunden finisht sie in 10:27 Stunden. Und die überraschende Krönung dieser Leistung folgt am frühen Abend: Als beste Deutsche auf dem siebten Platz der Altersklasse W50 bis 54 hinter international starken Athletinnen aus Bermuda, Schweden, Finnland, Dänemark und Österreich wird die Altencellerin Deutscher Meister. "Der größte Erfolg meiner Triathlon-Karriere", jubelte die 49-jährige, die sich zur Regeneration nun erstmal eine Urlaubsauszeit auf Mallorca gönnt. Auch Teamkamerad Daniel Junk, der nach einem Marathon in 3:54 Stunden das Ziel nach nur 9:35 Stunden erreicht, war mit seinem Debüt auf der Langstrecke sehr zufrieden. "Mein Fokus lag darauf, den Energiebedarf richtig zu steuern. Insgesamt ist meine Strategie gut aufgegangen", freute sich Junk, der in der starken Altersklasse M35 bis 39 den 95. Platz belegte.

Von Jochen Strehlau

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