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Lokalsport Aus nach erfolgreichster Saison für TSV Wietze
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14:42 03.08.2018
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Wietze

Wietze. „Wir sind alle unendlich traurig und enttäuscht. Aber mit nur noch sechs verbliebenen Feldspielerinnen blieb uns keine andere Wahl“, so TSV-Trainer Heiko Schoppmann. Eine Negativentwicklung, die nach der überaus erfolgreichen vergangenen Saison in dieser Konsequenz in keiner Weise zu erwarten war.

Nach der Vizemeisterschaft in der Landesliga und dem dritten Platz beim „Final Four“ in Bad Zwischenahn, der zur Teilnahme an der ersten Hauptrunde im DHB-Pokal berechtigte, hatte der TSV Wietze die erfolgreichste Saison in seiner Geschichte gespielt. Im Team und im großen, bestens funktionierenden Wietzer Umfeld herrschte eitel Sonnenschein. Jeder ging davon aus, dass der TSV Wietze in der neuen Spielzeit mit einer spielstarken Mannschaft einer der ganz großen Meisterschaftskandidaten sein würde.

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Doch überraschend zogen dunkle Wolken am Wietzer Handball-Himmel auf. Nach den Rücktritten von Lisa Schulte und Lena Bussmann, folgte auch der nicht erwartete Abschied von Lisa Cramme. Dazu stellte sich die Knieverletzung von Andrea Obieglo als Kreuzbandriss heraus. Und als dann vor kurzem auch Rückraumspielerin Corinna Cohrs erklärte, aus persönlichen Gründen nicht mehr für den TSV spielen zu wollen, geriet das Wietzer Gerüst vollends ins Wanken. Denn daraufhin zog Torjägerin Katrin Häring, die nun zusammen mit Schwester Karina Mohring zum Oberligaaufsteiger SV Altencelle wechselt, ihre Spielzusage für den TSV Wietze zurück.

Damit war das Wietzer Konstrukt endgültig zusammengebrochen. Den „schwarzen Peter“ für den Wietzer Niedergang möchte die 27-jährige aber nicht zugeschoben bekommen. „Die Entscheidung hatte ausschließlich sportliche Gründe. Es ist mein Anspruch leistungsorientierten Handball zu spielen. Aufgrund der vielen Ausfälle beim TSV konnte ich das aber nicht mehr als gegeben betrachten“, erklärt Häring.

Trainer Heiko Schoppmann gibt zu, von den widrigen Entwicklungen in Wietze überrascht worden zu sein. „In der Kürze der Zeit hatten wir keine Möglichkeit mehr gegenzusteuern und die Abgänge durch adäquate neue Spielerinnen zu ersetzen“, erläutert Schoppmann. Handball-Abteilungsleiterin Ursel Lehmann steht nun vor einem großen Scherbenhaufen. „Das ist eine Katastrophe und ganz schwierige Situation für die Sparte und den Verein. Ich bin geschockt und muss das erstmal sacken lassen. Doch wir müssen bald beraten, wie es jetzt weitergeht und was das im einzelnen für uns bedeutet“, sagt Lehmann.

Fakt ist, dass der TSV Wietze, der weder eine zweite Damenmannschaft noch eine A-Jugend besitzt, nun als erster Absteiger in die Regionsoberliga feststeht. Zusammen mit der nun anstehenden Absage des DHB-Pokalspiels gegen SV GW Schwerin und der Abmeldung im HVN-Pokal kommen auf den TSV Wietze saftige Strafen um die 3000 Euro zu. „Handball in Wietze war wie eine große Familie. Hier haben Freundinnen zusammengespielt. Die Sponsoren haben uns die Türen eingerannt und die Halle war immer rappelvoll. Das ist jetzt alles vorbei und kommt nie wieder. Und das ist unendlich schade“, so der tief getroffene Trainer Heiko Schoppmann.

Von Jochen Strehlau

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