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Lokalsport Baacke und Röthing auf internationalem Parkett
Sport Sport regional Lokalsport Baacke und Röthing auf internationalem Parkett
13:49 13.06.2010
Iris Baacke (vorne) und Frank Röthing trainieren noch ein letztes Mal vor ihrem Start bei der EM in Cadiz im Celler Badeland. Quelle: Torsten Volkmer
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Sie ist 47 Jahre alt und sicher um vieles fitter, als manch ein Jugendlicher mit 18 Jahren. Seit zwölf Wochen trainiert Iris Baacke intensiv für die Europameisterschaften der Masters-Schwimmer. Sie hat ihre Ernährung umgestellt, geht sechs Mal pro Woche ins Wasser und trainiert zusätzlich im Fitnessstudio ihre Beinmuskulatur. Über die 200, 400 und 800 Meter Freistil der Altersklasse (AK) 45 wird sie starten. Auch Frank Röthing, wagt zum ersten Mal das Unternehmen-EM. „Das ist nicht nur für Iris der erste große internationale Wettkampf. Wir freuen uns schon beide sehr auf die Atmosphäre und das Flair.“ Der Schwimmer wird in der AK 30 über die 50 und 100 Meter Freistil und Brust an den Start gehen sowie die 200 Lagen absolvieren. „Meine Paradedisziplinen sind aber die Bruststrecken.“ Seit zwei Jahren arbeitet der 31-Jährige auf die Europameisterschaften hin: „Es soll definitiv mein letzter Wettkampf sein. Ich will alles geben und an meine Bestzeiten ranschwimmen, dann bin ich zufrieden.“ Die Platzierung sei für ihn nebensächlich.

Qualifizieren konnten sich die beiden Sportler vom Celler Schwimm Club (CSC) mit so genannten Meldezeiten. „Es gibt Richtzeiten, die man schwimmen muss“, erklärt Baacke. „Das ganze Jahr hat man die Chance diese zu erreichen.“ Sie selbst ist in Goslar bei den Norddeutschen-Meisterschaften über die 200 eine neue Bestzeit geschwommen. „Ich könnte es unter die Top-Ten in meiner Altersklasse schaffen.“ Besondere Chancen rechnet sich die Papenhorsterin allerdings über die 800 Meter Freistil Strecke aus. „Das ist meine Königsdisziplin. Die Langstrecken liegen mir sehr. Ich bin kein Sprinter“, so Baacke. Und auch ihr Trainer Mike Kraft glaubt an ihre Stärke über diese Strecke: „Unter die ersten acht, kann sie es schaffen.“

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Sowohl Baacke als auch Röthing haben das Element Wasser als Kinder für sich entdeckt. „Ein Freund hat mich zum schwimmen gebracht“, erzählt Röthing. „Seit 18 Jahren bin ich jetzt aktiv dabei. Da muss man viele Entbehrungen in Kauf nehmen.“ Das hätte er aber gern gemacht. „Ich habe von meinen Eltern immer Unterstützung bekommen und bin froh, dass ich jetzt in Iris jemanden gefunden habe, der mit mir das Unternehmen EM noch einmal durchzieht, bevor ich als Aktiver aufhöre.“ Seine Schwimmkollegin ist erst seit drei Jahren wieder aktiv im Wasser unterwegs. „Ich habe vor meinem Studium elf Mal in der Woche mit der Mädchenmannschaft in Nienhagen trainiert. Das war eine tolle Zeit.“ Mit 24 hätte sie den Badeanzug erst Mal an den Nagel gehängt. „Ich habe wieder einen Ausgleich zur Arbeit gesucht und im Schwimmen gefunden. Wettkämpfe schwimme ich seit zwei Jahren wieder.“

Die Männer am Beckenrand: Detlef Heidenreich ist der Trainer, der Röthing auf seine internationale Premiere vorbereitet hat. „Er hat einen Plan mit mir erarbeitet und coacht mich vom Beckenrand aus“, so der Celler. Rund 4500 Meter legt er in einer Trainingseinheit von rund eineinhalb Stunden zurück. „Ich fühle mich gut vorbereitet.“ Seine Vereinskameradin Baacke hat sich neben Trainer Kraft, zusätzliche Unterstützung in ihrem Heimatschwimmbad Papenhorst organisiert. „Der dortige Schwimmmeister Jacques Freund hat mit mir die optimale Technik geübt. Ich kann besser an meine

Von Jasmin Nemitz