Menü
Cellesche Zeitung | Ihre Zeitung aus Celle
Anmelden
Lokalsport Olympiasieger Dieter Baumann wird zum Zugpferd
Sport Sport regional Lokalsport Olympiasieger Dieter Baumann wird zum Zugpferd
16:33 20.12.2018
Von Heiko Hartung
 Dieter Baumann zieht beim Celler Benefizevent „Tour fürs Leben“ den Läuferdress an.  Quelle: cz
Celle

Der Landkreis Celle kommt in Bewegung – und ein prominentes Gesicht läuft vorneweg: Olympiasieger Dieter Baumann wird beim Benefizlauf „Tour fürs Leben – Bewegen gegen Krebs“ am Sonntag, 8. September 2019, unter den Teilnehmern an der Startlinie stehen. Initiator Fritz Gleiß, Sprecher des Onkologischen Forums Celle, freut sich über die Zusage des früheren Langstreckenläufers und Goldmedaillengewinners über 5000 Meter bei den Spielen von Barcelona 1992: „Das ist ein Name mit Zugkraft – wenngleich auch nicht ganz unumstritten“, so Gleiß, der damit auf die berühmte „Zahnpasta-Affäre“ anspielt, die den heute 53-jährigen Baumann um die Jahrtausendwende ins Visier der Doping-Ermittler rückte.

Entlang der Bahnstrecke zwischen Celle und Müden

Wie bereits bei der Benefiz-Ruderregatta „Rudern gegen Krebs“ wird auch mit dem Erlös des Lauf-Events die Krebsberatung des Onkologischen Forums Celle unterstützt. Unterdessen wird die Planung der „Tour fürs Leben“ (Gleiß: „Ein bundesweit einzigartiges, neues Veranstaltungs-Format im Breitensport“) zügig vorangetrieben. Bei einem Infotreffen in Beckedorf wurden neue Details bekannt: Unter der Schirmherrschaft von Niedersachsens Sozialministerin Carola Reimann orientiert sich die Streckenführung der „Tour fürs Leben“ an der alten Bahnstrecke zwischen Celle und Müden. Meist auf dem parallel zu den Schienen verlaufenden Fahrradweg können sich die Starter Abschnitte zwischen 3,6 und 7,9 Kilometer Länge oder auch gleich mehrere bis zur Gesamtstrecke von 38 Kilometern vornehmen – und das ganz individuell. Egal, ob allein oder in der Gruppe, im Rollstuhl, beim Wandern oder Laufen, mit Inline-Skates oder Fahrrad: „Hauptsache, man bewegt sich“, so Initiator Gleiß.

Shuttleservie mit historischem Schienenbus

Entlang der Strecke werden der „Ameisenbär“, ein historischer Schienenbus der OHE, sowie Busse der CeBus mit zwei Fahrradhängern (jeweils 15 Plätze) pendeln. Sie werden die Teilnehmer auch vom Zielort Müden, wo am Veranstaltungstag das 25. Mühlenfest gefeiert wird, zurück nach Celle oder in die Startdörfer an der Strecke bringen.

Startschuss beim ESV Fortuna

Der Startschuss fällt in Celle vor dem Gelände des ESV Fortuna. Weitere Stationen sind Scheuen, Hustedt, Eversen, Beckedorf und Baven und schließlich das Ziel in Müden. An allen Zwischenstationen soll es möglich sein, die „Tour fürs Leben“ zu beginnen oder abzubrechen. „An diesen ‚Start- und Landepunkten‘ wünschen wir uns kleine Dorffeste, zwei, drei Stunden lang, mit denen die Vereine auch für sich werben“, so der Vorsitzende des Kreis-Leichtathletik-Verbandes Celle, Andreas Ull, der zugleich auch Vizepräsident des Niedersächsischen Leichtathletik-Verbands ist. Während die Cateringeinnahmen an die Vereine fließen, die Start und Betreuung organisieren, wird der Benefizerlös erwirtschaftet durch Sponsorengelder und eine Startgebühr von 10 Euro (Kinder 5 Euro), Veranstaltungs-T-Shirts (5 Euro/2,50 Euro) und besondere T-Shirts, die zur einmaligen Mitfahrt im Shuttle berechtigen (10 Euro/5 Euro). „Und wie beim ,Rudern gegen Krebs‘ wenden wir uns mit Sponsoring-Angeboten ab 200 Euro auch an gesundheitsbewusste Firmen und Behörden“, so Gleiß.

Dieter Baumann – vom Goldjungen und „Dopingsünder“ zum Kabarettisten

„Dieter, lauf!“ – dieser Aufschrei des Sportreporters Dieter Adler bei den Olympischen Spielen von Barcelona hat Geschichte geschrieben. Noch historischer aber war die Leistung von Dieter Baumann selbst, die den Fernsehmann im Sommer 1992 so aus dem Häuschen geraten ließ: Im Finale des 5000-Meter-Laufs, eingekesselt zwischen vier Spitzenläufern aus Kenia, Äthiopien und Marokko, schien der damals 27-jährige Deutsche in der letzten Kurve vor dem Ziel keine Chance mehr auf den Sieg zu haben. Doch mit einem unglaublichen Endspurt – die letzten 100 Meter lief der „Junge von der Schwäbischen Alb“ in sagenhaften 11,9 Sekunden – holte Baumann Gold.

1999 wurde Baumann bei einer Dopingkontrolle positiv getestet. Ein anaboles Steroid wurde später in seiner Zahnpastatube gefunden („Zahnpasta-Affäre“). Baumann beteuert bis heute, das verbotene Mittel nicht wissentlich eingenommen zu haben – viele Dopingexperten glauben ihm inzwischen. Während ihn der nationale Verband damals freisprach, wurde er international gesperrt – der Anfang vom Ende seiner Leistungssport-Karriere. Heute ist Baumann als Journalist und Buchautor tätig. Seit 2009 tritt er auch als Kabarettist auf. Mit seinem aktuellen Programm tritt er am Vorabend der „Tour fürs Leben“ in der Celler Kleinkunstbühne „Kunst & Bühne“ am Nordwall auf.

Beim Weihnachtsturnier der Celler Rhönradturner glänzten neben Bundesklassen-Siegerin Jody Wilsdorf auch etliche Nachwuchstalente.

Heiko Hartung 20.12.2018

Vor den Jüngsten-Landesmeisterschaften hatten die Celler Tennis-Auswahlspieler noch eine harte Generalprobe zu überstehen.

Heiko Hartung 20.12.2018

Gewichtheben steht heute abseits des Rampenlichts. Doch der SV Beckedorf hatte in den 70er Jahren sogar ein Bundesligateam. Ein Blick zurück.

Heiko Hartung 19.12.2018