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Lokalsport Der Mauerfall des Celler Rudersports
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18:54 03.10.2018
Von Christian Link
RCEH-Präsident Albert Schmidt-Thrun (Mitte) hält die Trophäe für die 83er-Helden (von links): Karsten Bromann, Olaf Büttner, Rolf Newesil, Andreas Gaede, Stephan Rissmann und Thomas Baumann. Es fehlen: Karsten Klütz, Nico Schroedter und Christian Guizetti. Quelle: Christian Link
Celle

Vor 35 Jahren war nicht nur Deutschland noch zwiegespalten. Auch die drei Celler Rudervereine führten zu dieser Zeit so etwas wie einen "Kalten Krieg" gegeneinander. "Da gab es viel böses Blut, das war schon krass damals", erinnert sich Rolf Newesil, der 1983 mitten zwischen die Fronten geriet. Denn im Duett mit Ralf Aring betreute der damals 24-Jährige den Leichtgewichts-Achter des Ruderclubs Ernestinum-Hölty Celle (RCEH), der eigentlich ein Gemeinschaftsprojekt aller drei Vereine war. "Damals gab es nämlich noch keine Renngemeinschaften, deshalb musste ein Club dahinterstehen", erläutert Newesil. Genau das aber führte zu Unstimmigkeiten mit den Vereinen, deren Namen nun nicht in den Starterlisten auftauchten.

Bei der Celler Ruderregatta am Tag der Deutschen Einheit feierten der Trainer und seine Schützlinge von damals eine Wiedervereinigung: Mit fast vollständiger Originalcrew fuhr der 83-Achter ein Rennen gegen eine Auswahl des Celler Rudervereins (CRV) – und siegte mit über fünf Sekunden Vorsprung.

"Ich passe sogar noch in mein Originaltrikot von vor 35 Jahren rein", sagt der Ex-Jugendmeister Stephan Rißmann, der mittlerweile in der Schweiz lebt. Doch mit der Fitness gehe es bergab. Als 18-Jährige flogen sie auf der 2000-Meter-Rennstrecke geradezu übers Wasser. "Heute sind es nur noch 500 Meter und die sind schon ziemlich lang", sagt Rißmann und fügt augenzwinkernd mit einem Blick auf seinen Bootskameraden und Celler Arzt Andreas Gaede hinzu: "Ab einem gewissen Alter muss man immer auch einen Kardiologen an Bord haben."

Trainer Newesil erinnert sich noch genau an die Saison, die zur Deutschen Jugendmeisterschaft und damit zu einem der größeren Erfolge der RCEH-Clubgeschichte führte. Begonnen hatte sie mit einer Pionierleistung. "Vorher hatten wir viele Meisterschaften liegen lassen, weil das Bootsmaterial unzureichend war", so Newesil. Darum wurde für den 83er-Achter extra ein (fast) neues Boot nur für diese Mannschaft gekauft, das Newesil & Co. in Königswinter im Siebengebirge abholten.

"Das Mist-Schiff hat kein Sonnenlicht vertragen, davon bekam es Risse in der Bootshaut", erinnert sich der Trainer. Und weil das heutige RCEH-Bootshaus erst 1986 stand, musste der neue Achter auf dem benachbarten Kanuclub-Gelände unter einer selbst genähten Plane verstaut werden. Nur mit welcher Paste die vielen Risse geflickt wurden, kann der 59-Jährige heute nicht mehr sagen.

"Die erste Regatta in Berlin haben die Jungs damals verloren, da gab's Theater", so Newesil. Vor allem die ehrgeizigen CRV-Sportler, die die Hälfte der Achter-Besatzung stellten, hätten sich deshalb mit ihren Sportkameraden von RCEH und Hermann Billung Celle in die Haare gekriegt. "Aber dann ging's bergauf, nachdem sie gemerkt haben: Wir müssen was tun", erzählt der Polizei-Hauptkommissar. Übungslager, Ernährungsumstellung und tägliches Training brachten die acht Heranwachsenen auf Vordermann. Beim fünften und entscheidenden Rennen in Köln machten sie dann den Titel klar: "Das war ein souveräner Sieg mit einer Länge Vorsprung."

"Der Achter war damals ein echtes Politikum unter den Celler Rudervereinen", weiß Newesil. Erst 1990 hätten die Clubs bei einem "Runden Tisch" endlich ihren Zwist beendet und zur Einheit gefunden: "Da wurden einige Leichen aus dem Keller geholt und endlich auf den Tisch gelegt – und seitdem können die Vereine endlich miteinander." Heute sind Rudergemeinschaften bei den Celler Clubs gang und gäbe, die Stimmung ist harmonisch. Ud auch die Celler Regatta ist ein Gemeinschaftswerk unter dem Dach des Regattaausschusses. Die Krisensitzung von 1990 wirkte für den Vereinssport auf der Aller offenbar ähnlich befreiend wie der Mauerfall für den Rest der Republik. Newesil: "Das war ein sehr wichtiges Ereignis für den Celler Rudersport."

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