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14:27 10.08.2018
Von Katharina Baumgartner
Sylvia Baumart heute beim Laufen am Lönsstein nahe Müden. Das kleine Foto zeigt sie 2001 mit 24 Jahren. Quelle: Oliver Knoblich
Müden (Aller)

MÜDEN. Laufen – das war und ist immer noch die Konstante in Baumarts Leben. Bereits als Vierjährige hat sie die Laufschuhe geschnürt. Während die Eltern selbst an Wettkämpfen teilgenommen haben, ist sie parallel im Kinder-Rahmenprogramm mitgelaufen. „Mit dem Erfolg wurde die Begeisterung für den Sport immer größer“, sagt Baumart, „da habe ich Blut geleckt.“ Und über ihren Heimatverein in Delmenhorst hatte sie sich schon während ihrer Gymnasialzeit einen Namen gemacht.

Ihren ersten nationalen großen Erfolg feierte sie 1993. In Chemnitz stand sie bei den Deutschen Meisterschaften auf dem obersten Siegertreppchen. In 27:49 Minuten holte sie sich den Titel im Straßenlauf über 7,5 Kilometer.

Doch dabei sollte es nicht bleiben: 14 weitere Mal reckte sie bei den Deutschen Meisterschaften unter ihrem Mädchennamen Nußbeck die Goldmedaille in die Höhe. Auf der Bahn, auf der Straße und im Crosslauf – Baumart war nicht zu stoppen. Noch heute bekommt sie Gänsehaut, wenn sie an ihre Teilnahme bei der U23-EM in Göteborg denkt. „Das Stadion, die blauen Bahnen, das war etwas ganz Besonderes“, erinnert sich die 41-Jährige an den Wettkampf 1999. In ihrer Hauptdisziplin, 5000 Meter, ist sie ihre Bestzeit von 15:49 Minuten gelaufen – und wurde damit Sechste.

1996 wagte sie den nächsten großen Schritt mit ihrem Wechsel zu Bayer Leverkusen. „Das war schon eine Hausnummer“, wie sie heute sagt. Während sie für den Klub aus dem Rheinland lief, studierte sie an der Universität in Bonn Ernährungswissenschaften. Ihre Paradedisziplin waren die langen Strecken – auch wenn sie diese nicht geliebt habe. „5000 Meter waren mir zu lang, auf 1500 Metern war ich nicht schnell genug. Die 3000 Meter wären es gewesen, aber diese Distanz wurde draußen international nicht gelaufen“, erklärt die Sportenthusiastin. Doch ihre Vorliebe für die kürzeren Strecken hinderte sie nicht daran, vornehmlich über 5000 Meter, 10 und 21 Kilometer ihre wichtigsten Siege einzufahren. Zuletzt hat sie sich im vergangenen Jahr von ihren Nachbarinnen zu einem Halbmarathon überreden lassen. „Heute laufe ich nur noch zum Spaß. Der Sport gehört einfach zu mir.“

Seit 2005 nimmt die zweifache Mutter nicht mehr an Wettkämpfen teil. Ein falsch prognostizierter Achillessehnenriss beendete ihre Karriere. Operation und Reha folgten. In Baumart reifte der Entschluss, ihre Laufschuhe an den Nagel zu hängen. „Ich wollte meinem Traum nicht weiter hinterherlaufen“, erzählt die Ökotrophologin. Die Einnahmen im Sport seien keine verlässliche Größe. Also entschied sie sich, wie sie es heute sagt, „für das richtige Leben mit Beruf.“

Aus ihrer sportlichen Entwicklung zieht Baumart viele Erkenntnisse für ihre Arbeit. Im Frühjahr des nächsten Jahres wartet die nächste Herausforderung auf die 41-Jährige. Dann beabsichtigt sie, als Personal-Coach, Menschen sportlich und ernährungswissenschaftlich zu begleiten. Hierfür sind ihre eigenen sportlichen Erfolge und ihr berufliche Erfahrung als Ernährungswissenschaftlerin eine gute Ausgangslage. „Menschen auf ihrem Weg zu begleiten, damit sie ihre Ziele erreichen, egal ob im Sportverein oder im Berufsleben, sehe ich für mich als Herausforderung an“, sagt sie.

Mit ihrem Mann und den fünf- und siebenjährigen Söhnen fühlt sie sich in Müden wohl. Sonntags zieht es sie mit der Laufgruppe des MTV Müden in die Südheide. „Es ist eine gute Laufgegend“, findet Baumart. Sie ist noch auf der Suche nach interessanten und anspruchsvollen Laufstrecken in ihrer neuen Heimat.

Die Handballabteilung und der Förderverein des TuS Bergen veranstalten am Samstag, 18. August, den dritten „Handball-Familientag“ auf dem Heisterkamp-Sportplatz in Bergen. Dann heißt es von 13 bis 17 Uhr „Spiel und Spaß für die ganze Familie“. Es lockt ein umfangreiches Aktionsprogramm mit Informationen rund um den Handballsport, Mitmachspielen und jeder Menge Spaß.

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