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Lokalsport Sport lässt 100 Pfunde purzeln
Sport Sport regional Lokalsport Sport lässt 100 Pfunde purzeln
06:39 18.05.2019
Von Audrey-Lynn Struck
Vom Affen zum Athleten: Gerade als Ergänzung zum Büroalltag ist Sport ein gutes Mittel um etwas für die körperliche Fitness, Gesundheit und das allgemeine Wohlbefinden zu tun. Quelle: sabelskaya - stock.adobe.com
Unterlüß

Mit gestreckten Armen hält Sebastian „Ossi“ Oswald den sieben Kilo schweren Ball über seinem Kopf in die Höhe. Dann wirft er ihn mit Schmackes direkt vor sich auf die Matte. Sofort geht er in die Knie, sein Rücken ist gerade. Er schnappt sich den Ball und steht auch schon wieder. Die Anstrengung, die diese Übung kostet, ist ihm kaum anzumerken. Dabei ist es mittlerweile seine zweite Runde.

Dreimal die Woche macht der 33-Jährige bei der Calisthenics-Gruppe des TuS Unterlüß mit. Mal sind sie 15, dann wieder nur sieben. Die verschiedenen Fitnessübungen fordern den ganzen Körper. An diesem Mittwoch steht Zirkeltraining auf dem Programm. 12 Übungen müssen jeweils für 20 Sekunden ausgeführt werden, dazwischen sind jeweils 12 Sekunden Pause. Hat man alle Workouts absolviert, ist längst noch nicht Feierabend angesagt. Kurz ein paar Schlücke Wasser getrunken und sich den Schweiß mit einem Handtuch von der Stirn abgewischt – und schon geht es nach drei Minuten in die zweite Runde. Dieses Mal müssen alle 12 Übungen sogar fünf Sekunden länger ausgeführt werden. Von schneller Musik unterstützt, die von dem Piepen des Timers bisweilen überdeckt wird, machen die Sportler so insgesamt vier Durchläufe der Übungen.

Sebastian Oswald hat durch den Sport 50 Kilo abgenommen: „Als ich zum ersten Mal beim Training war, dachte ich: Ich muss sterben.“ Quelle: David Borghoff

Acht Euro für dreimal Training pro Woche

Was „Ossi“ erst ab dem Ende der zweiten Runde langsam ins Schwitzen bringt, wäre für ihn früher undenkbar gewesen. Vor gut zweieinhalb Jahren hatte er noch 50 Kilo mehr auf den Rippen und atmete bereits nach der Gartenarbeit schwer. Die Calisthenics-Gruppe half ihm maßgeblich beim Abnehmen. Vor zweieinhalb Jahren gründete der Unterlüßer Marko Liebing „aus einer Bierlaune heraus“ die Sportgruppe. „Ziel war es, die Ausdauer und den körperlichen Zustand zu verbessern, einen Ausgleich zum Büroalltag zu haben und eine Gemeinschaft zu schaffen“, erklärt Liebing. Mittlerweile sind alle Altersklassen von 15 bis 70 Jahren vertreten und die Gruppe zählt gut 40 Mitglieder – darunter auch viele Familien. Ein Mitglied zahlt acht Euro pro Monat, Familien bekommen einen Gruppenrabatt.

"Massive Erfolge" von Anfang an

Am Anfang waren unter den Teilnehmern gerade einmal eine Handvoll Männer – vorwiegend Freunde und Bekannte von Liebing. „Marco hat mich damals angesprochen, weil ich in sein Beuteschema passte: Alt, übergewichtig und unsportlich“, scherzt der Faßberger Heiner Groß, der ebenfalls dank Calisthenics einiges an Gewicht verlor. Auch Oswald passte in Liebings Schema. Von seinen Kollegen erfuhr er von der neuen Sportgruppe, die intern nur liebevoll „Männerturngruppe“ genannt wurde. „Ich wusste damals nicht, was hier passiert. Als ich dann zum ersten Mal mit trainiert habe, dachte ich: Ich muss sterben“, erinnert sich Oswald. Dabei sei das Trainingspensum rückblickend betrachtet damals lächerlich niedrig gewesen. Dafür war seine körperliche Verfassung allerdings um einiges schlechter. Besonders die ersten Wochen waren trotz „massiver Erfolge im Training“ hart. Oswald verlor kaum an Gewicht und litt ständig unter Muskelkater. Trainer Liebing kennt den Grund: „Die Reserven werden zwar abgebaut, aber dafür bauen sich Muskeln auf. So nimmt man zwar anfangs kein Gewicht ab, sieht und fühlt dafür allerdings einen Unterschied.“

Kaum ein Tag ohne Muskelkater

Schnell fiel auch Oswalds Umfeld eine Veränderung an seinem Körper auf. Ob Freunde, Familie oder Bekannte: Immer mehr Leute sahen, dass er abnahm und spornten ihn durch Komplimente weiter an. Mittlerweile hat der 33-Jährige sich so oft neu einkleiden müssen, dass er es kaum noch mitzählen kann. Nur seinen Gürtel muss er nicht ständig neu kaufen. Der hat noch ein paar Löcher Platz. Muskelkater nach dem Training hat er bis heute – so wie ein Großteil der Teilnehmer. „Sobald es im Oberschenkel in Ordnung ist, geht es schon mit den Schmerzen in den Beinen weiter“, sagt Oswald. Gerade Muskelkater im Bauch oder im Po ist bei vielen der Teilnehmer besonders gefürchtet. Wer dann mal doch zu sehr über seine Schmerzen jammert, für den hat Trainer Liebing folgenden Spruch parat: „Ich sage immer: Ein Tag ohne Muskelkater ist ein schlechter Tag.“

Schade, dass der Artikel hier schon zu Ende ist? Kein Problem. Schließlich gibt es ja noch zwei weitere Artikel zu dem Thema auf unserer Internetseite zu finden. In Teil 2 "

Im dritten Teil "Wie trainiere ich richtig?", werden die 12 Übungen aus dem Training kurz vorgestellt und erklärt – mit großer Bildergalerie!

Die Sportart Calisthenics kommt eigentlich aus den USA. Die Besonderheit ist, dass bei den Übungen in der Regel keine Trainingsgeräte benutzt werden. Stattdessen trainiert man nur mit seinem Körpergewicht. Die Sportgruppe in Unterlüß macht allerdings nicht nur Calisthenics. Die Athleten kombinieren Intervalltraining (Tabata), Eigengewichtsübungen (Freeletics) und High-Intensity-Training (HIT), bei dem man kurze und sehr harte Einheiten macht.

Ob für die Abiturientin, den Rentner oder den Voll-Berufstätigen: Für jeden ist beim Training etwas dabei. Wir stellen einige Unterlüßer Athleten vor.

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