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Lokalsport Handball-Drittligapläne in Celle: Schwierige Suche nach schlagkräftiger Mannschaft
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17:43 21.03.2018
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Celle Stadt

Selbst wenn kurzfristig ein Etat im hohen fünfstelligen Bereich gestemmt werden könne, um den Spielbetrieb in der dritthöchsten Spielklasse aufzunehmen, sieht der 46-Jährige Probleme bei der Zusammenstellung eines schlagkräftigen Kaders. „Die Celler Talente im Frauenhandball spielen alle in der Landesliga. Für sie wäre der Sprung zwei Ligen höher kurzfristig einfach zu groß“, meint Kahle. Den Kader mit ausländischen Spielerinnen aufzufüllen sei auch problematisch. „Das kostet viel Geld. Allein der europäische Handballverband nimmt bei solchen Transfers 3000 Euro an Gebühren. Dann wollen Spielervermittler mitverdienen. Und letztlich laufen solche Spielerinnen auch nicht für umsonst auf“, sagt Kahle.

Er weiß, wovon er spricht: Diesen Weg beschritt der SVG über Jahre und er zeigte – vorsichtig gesagt – oft nicht die gewünschten Effekte. Gut dotierte Legionärinnen könnten zudem eine Neiddebatte innerhalb des Teams auslösen. „Und es gibt zumindest anfangs keine Identifikation zwischen Fans und von weit her eingekauften Spielerinnen“, so Kahle.

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Kaplick, Vorsitzender der Handball-Region Lüneburger Heide und Chef des Handballvereins HBV 91 Celle, hat jüngst den „Celler Handballverein“ (CHV) gegründet, der mit dem früheren SVG-Stammverein SV Garßen in einer Spielgemeinschaft das Startrecht in Liga drei wahrnehmen soll. Allerdings sucht Kaplick noch nach Geldgebern für das ambitionierte Unternehmen „Leistungshandball“.

Sportlich liegt es nahe, ehemalige Celler Bundesligaspielerinnen für das Projekt zu begeistern. Zum Beispiel die ehemalige SVG-Führungsspielerin Renee Verschuren. „Für mich persönlich habe ich mir darüber noch gar keine Gedanken gemacht. Das war irgendwie kein Thema“, sagt die 32-Jährige über ihre Ambitionen, in der 3. Liga noch einmal zum Handball zu greifen. Seit Kurzem spielt sie beim Landesligisten und Oberliga-Aspiranten SV Altencelle. Verschuren hatte allerdings schon in der Vergangenheit immer betont, dass man versuchen müsse, so hoch wie möglich zu spielen. „Ich kann verstehen, dass man versucht, zumindest die 3. Liga in Celle zu erhalten“, sagt sie. „Wenn man das jetzt nicht macht, wird es schwer werden, in naher Zukunft über die Oberliga hinaus zu kommen.“

Die langjährige Kreisläuferin Natasha Ahrens wäre ebenfalls eine der möglichen Spielerinnen für eine Drittligamannschaft in Celle. Sie spielt zwar derzeit bei der HSG Hannover-Badenstedt und dort gegen den Abstieg aus der 2. Liga. Aber sie ist noch in Celle verwurzelt.

Auch Louise Ringert wäre eine mögliche Kandidatin. Die Rückraumspielerin des TuS Bergen (Oberliga) hatte im Sommer 2017 bereits bei SVG angeheuert, als das Unternehmen in die Brüche ging. Nach ihrer Rückkehr nach Bergen zog sie sich im Dezember einen Kreuzbandriss zu und fällt seit Monaten aus. Abgeneigt wäre Ringert allerdings nicht, ein Unternehmen 3. Liga mitzugestalten. „Die Idee ist gut“, sagt sie. Für sie steht derzeit allerdings in erster Linie die Genesung ihrer Knieverletzung im Vordergrund. „Mal sehen, wann es wieder mit dem Handballspielen geht“, sagt sie. Zudem absolviert Ringert gerade eine Ausbildung zur Physiotherapeutin. „Aufgrund dessen bin derzeit viel in Hannover und habe meinen Fokus auch dahin ausgerichtet“, sagt Ringert. „Zeitlich wäre das sicherlich keine leichte Sache für mich.“ Skepsis ist auch bei ihr vorhanden, ob in der Kürze der Zeit eine Mannschaft zusammengestellt werden kann.

Aber alle Spekulationen, wer für die SG auflaufen könnte, sind Makulatur, wenn es den Unverzagten um Wolfgang Kaplick nicht bis Ende des Monats gelingt, einen seriösen Etat für das Projekt aufzustellen. Und das ist immer noch die größte Hürde.

Von Heiko Hartung und Uwe Meier