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Lokalsport In sieben Tagen durch Deutschland
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13:44 13.06.2010
Gunter Beinhoff vom SV Altencelle Quelle: Peter Reinhardt
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Celle Stadt

Durch Zufall ist Gunter Beinhoff im Internet auf das härteste Mountainbike-Rennen Deutschlands gestoßen: das „Craft Bike Trans Germany“. Der Triathlet Beinhoff wusste sofort: „Das wäre doch was für mich.“ Mountainbike-Fahren liegt ihm. Seit fünf Jahren betreibt er dies hobbymäßig. „Ich fahre gerne Mountainbike, das ist für mich ein perfekter Ausgleich zum Berufsalltag.“

Um das Rennen zu bewältigen, kommt es auf eine gute Vorbereitung an. Bereits Ende 2008 hat Beinhoff vom SV Altencelle damit begonnen. Der zweifache Ironman-Finisher hat sich nicht nur im Harz auf die sportliche Herausforderung über Stock und Stein vorbereitet, sondern ist extra auch nach Südtirol gereist, um für das bergige Gelände fit zu sein. „Auf die Grundlagenausdauer kommt es an“, weiß Beinhoff. So bewältigte er Langstrecken von bis zu vier Stunden sowohl auf dem Rennrad als auch auf dem Mountainbike.

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Das Rennen ist nicht umsonst das härteste in der Mountainbike-Szene, zieht es sich doch von Erbach im Odenwald bis in den Kurort Seiffen im Erzgebirge. 15000 Höhenkilometer und Steigungen von bis zu 21 Prozent mussten die insgesamt 370 Starter aus der ganzen Welt bewältigen. Pannen, Dauerregen, Temperaturen im einstelligen Bereich und verschlammte Stecken: Diese Elemente prägten das Rennen.

Risikofrei ist diese Herausforderung nicht. Das hat der 44-jährige Betriebsingenieur bereits am eigenen Leib gespürt, als er 2008 das erste Mal daran teilnahm. Er konnte damals das Rennen wegen eines schweren Sturzes mit abgerissenen Bändern und Schultereck-Gelenksprengung nicht bis zum Ende mitfahren. Deshalb hat ihn bei seinem erneuten Versuch umso mehr der Ehrgeiz gepackt. Denn „was ich mir einmal vorgenommen habe, das mache ich auch zu Ende.“ Bis auf leichte Schürfwunden am Knie hat er das aktuelle Rennen heil überstanden.

Da sah es für seine Mitstreiter schon wesentlich dramatischer aus, denn auch ein offener Unterarmbruch war dabei. „Es gibt so einige Hürden, die gemeistert werden müssen. Besonders wurzelige, feuchte Waldwege sind kniffelig“, sagt er. Auch Querrillen während der Abfahrt seien mit Vorsicht zu genießen. „Ich steige dann lieber einmal zu viel als zu wenige ab und schiebe das Bike, bevor es zu einem Sturz kommt.“ Dies würde auf keinen Fall die Ehre eines Mountain-Bikers verletzen, im Gegenteil: Schiebestrecken seien sogar beim Rennen vorgesehen.

Für die einzelnen Etappen hat sich Beinhoff immer ein jeweiliges Zeitziel gesetzt. „Es ist wichtig, sich seine Kräfte einzuteilen. Nur so kann man auch konzentriert dabei sein“, sagt der Experte. Er habe sein eigenes Tempo mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 18 Kilometern pro Stunde gefunden und diese Geschwindigkeit auch konsequent durchgehalten.

„Mein Anspruch war es, beim Rennen anzukommen und nicht Letzter zu werden – und genau dies habe ich geschafft“, betont Beinhoff. 650 Kilometer später in einer Zeit von 36 Stunden und 45 Minuten erreichte er als 238. das Ziel. „Damit bin ich zufrieden.“ Ob er im kommenden Jahr wieder am Rennen teilnehmen wird, sei noch nicht klar. „Wenn dies jedoch der Fall ist, will ich auf jeden Fall unter die ersten 200 kommen“, sagt er.

Von Rebekka Schrimpf