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Lokalsport Mit Köpfchen an den Bahnen
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15:14 13.06.2010
Jacqueline Willnus gründet Mini-Golf-AG Quelle: Peter Müller
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Celle Stadt

Mit einem gezielten Schlag hat es Kevin Winkelmann geschafft: „Ein Ass“, ertönt es durch den Bunker unter der Hölty-Halle. Das Netz-Hindernis war für ihn kein Problem, nimmt der 10-Jährige doch auch mit viel Eifer an der Mini-Golf-AG der Realschule Auf der Heese teil. Innerhalb von wenigen Wochen hat er sich zum Nachwuchstalent im Mini-Golfen entwickelt.

Seit Gründung der AG, ab Ende der Sommerferien, ist Kevin dabei. Er weiß, worauf es ankommt. „Mini-Golf macht einfach Spaß. Viel Gefühl und Konzentration spielen dabei eine Rolle“, sagt der Fünftklässler. Mit dieser Methode ist ihm sogar der komplexe Schlag an der „Blitz“-Bahn gelungen.

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Jacqueline Willnus, die kommissarische Jugendwartin des Bahnengolfclubs (BGC) Celle, hatte die Idee dazu, eine Mini-Golf-AG für interessierte Schüler der Realschule Auf der Heese anzubieten – die erste dieser Art an der Bildungseinrichtung.

Auf den 18 Bahnen der BGC Celle wimmelt es. „Frau Willnus, können Sie mir mal am Mittelhügel helfen?“ Die Angesprochene springt von einem Ball zum anderen, gibt hier Tipps für den Netzschlag, korrigiert dort die Haltung bei der Rohr-Bahn.

„Anlass für mich, diese AG ins Leben zu rufen, war der Mangel an Nachwuchs in unserem Verein. Wir haben nur noch zwei Jugendliche“, sagt Willnus. Sie hat das Problem beim Schopf gepackt und sich an Schüler gewandt, mit dem Hintergrund, eventuell eine Schülermannschaft zu gründen.

Ihre Idee stieß auf fruchtbaren Boden. Nicht nur die Schulleitung war begeistert, die Schüler auch. So ist es nicht verwunderlich, dass durchschnittlich an die 15 Schüler regelmäßig dienstags in der 7. und 8. Stunde in die Hölty-Halle kommen, um dort Mini-Golf zu spielen.

In der ersten Zeit ließ Willnus die Fünft- bis Achtklässler erst einmal spielen, um ihre Fähigkeiten und ihren Stand genau festzustellen, dann ging sie ins Detail. „Ihr müsst euch parallel zum Schlag stellen“, meint Willnus und demonstriert die korrekte Haltung vor den Schülern.

Wer denkt, Mini-Golf sei doch einfach zu spielen und keine große sportliche Herausforderung, der wird in der AG eines Besseren belehrt. Denn Köpfchen ist gefragt. „Oft werden die Mini-Golfer belächelt, denn es sieht einfacher aus, als es ist. Doch daraus mache ich mir nichts. Man muss sich über jeden Schlag Gedanken machen“, sagt Willnus, die bereits seit ihrem 15. Lebensjahr Mini-Golf spielt und in der Celler Damenmannschaft in der 2. Bundesliga Nord Erfolg hat.

Auch schon bei der Ball-Art fängt die Überlegung an. Denn im Mini-Golf gibt es nicht nur einen Ball, sondern hunderte von Bällen. Jeder Ball springt dabei anders. Ob nun der „tote“ Ball, der gar nicht springt, oder der „lebendig“ Ball, der wie ein Flummi hüpft: je nach Bahnbeschaffenheit und Schwierigkeitsgrad werden sie individuell eingesetzt.

Die Ballführung will gelernt sein und erfordert eine gute Auge-Hand-Koordination. „Ich empfehle immer üben, üben und noch einmal üben. So wird man im Mini-Golf-Spielen sicher“, sagt die AG-Leiterin. „Es wird viel mit dem Kopf gearbeitet, aber Talent spielt natürlich auch eine Rolle“, ergänzt sie.

Erst einmal bis Januar ist die Dauer der AG begrenzt, doch sowohl Willnus als auch die Schulleitung können sich vorstellen, sie fortzuführen. „Wir werden im Januar ein Resümee ziehen und schauen, wie hoch das Interesse der Schüler noch ist“, sagt die Konrektorin Claudia Huck. „Doch ich bin ganz zuversichtlich. Denn die Idee ist super und spricht die Schüler an, auch die, die sonst keine Sportskanonen sind.“

Bis zum neuen Jahr haben die Schüler noch viel vor. Sie wollen das Minigolf-Sportabzeichen in Bronze schaffen. Da heißt es fleißig trainieren. „Ich könnte mir vorstellen, dass es zum krönenden Abschluss auch ein Turnier gibt, bei dem die Schüler gegen die Lehrer und Eltern antreten“, sagt Willnus.

Von Rebekka Schrimpf