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Lokalsport Oilers-Keeper zieht Wölfen den Zahn
Sport Sport regional Lokalsport Oilers-Keeper zieht Wölfen den Zahn
14:57 13.06.2010
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Celle Stadt

Dem eisigen Schweigen folgte der große Jubel. Kein Wort hatte Bernd Bombis zuvor während der Auszeit der Celler Oilers im letzten Drittel auf dem Eis der Malchower Wölfe zu seinen Spielern gesprochen. „Alle sollten sich mental sammeln“, sagt der Spielertrainer des einzigen niedersächsichen Vertreters in der Eishockey-Hanseliga.

4:4 stand es in der 50. Minute als Bombis seinen Puckjägern lediglich in die Augen schaute – jeder sollte sich der Brisanz des lange Zeit sicher in der Hand geglaubten Spiels klar werden. Als zehn Minuten später die Schlusssirene der kleinen Eishalle in Mecklenburg-Vorpommern ertönte, brach auch Bombis angesichts des wichtigen 5:4-Auswärtssieges seiner Mannschaft sein vorübergehendes Schweigen. „Das war ein ganz wichtiger Sieg.“ – Genau genommen der fünfte in Folge für das Celler Team, das jetzt auf Rang zwei der Liga steht und damit gute Chancen besitzt, ins Viertelfinale einzuziehen.

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Es war aber vor allem ein Sieg, der im letzten Drittel durch die zupackenden Handschuhe von Oilers-Schlussmann Jens Turre gesichert wurde. „Ein Torwart beim Eishockey ist 70 Prozent der Mannschaft“, hatte Bombis auf die herausragende Bedeutung eines guten Keepers hingewiesen. Turre, der allein in den Schlussminuten drei Eins-zu-eins-Situationen meisterte, glänzte an diesem Spieltag mit 100-prozentiger Zuverlässigkeit. „Er hat das Spiel gewonnen“, fand Bombis.

200 Zuschauer hatten indes während der ersten beiden Drittel erleben müssen, wie Celle das Spiel und ihr Team im Griff hatte. Bis zur 36. Minute lagen die Oilers durch Treffer von Oleg Pede, Sebastian Steller und Markus Köppel 3:0 in Führung. Malchows Trumpf, der 45-jährige Ex-DDR-Nationalspieler Guido Hiller, stach nicht, da er entweder per Foul oder durch eine energische Doppeldeckung in seinem Wirkungsgrad beschränkt wurde. Auch als die Wölfe auf 1:3 verkürzten, glaubte Bombis an ein „souveränes Spiel“ seiner Riege. Schließlich hatte Captain Wadim Jeshow postwendend den alten Abstand von drei Toren mit seinem Treffer zum 1:4 wieder hergestellt. Drei Einschläge in Turres Gehäuse – vor der zweiten Pause und im letzten Drittel – ließen die Partie beinah kippen. Turre bewies sich als „Turm in der Schlacht“ wie Bombis urteilte, der erst wieder durchatmen konnte, nachdem Max Krasselt in der 52. Minute das Siegtor für die Oilers erzielt hatte.

Am Sonnabend, 18 Uhr, müssen die Oilers erneut nach Malchow. Dann wartet der Tabellenführer Rostock Freibeuter auf die Bombis-Truppe. „Da gibt es eine Art Rivalität zwischen Malchow und Rostock“, weiß Bombis. – Gute Chancen also, dass die Celler Spieler bei ihrem zweiten Ausflug nach Mecklenburg-Vorpommern vom Publikum angefeuert werden. Ein Punkt reicht den Oilers unterdessen, um im Viertelfinale auf eines der schlagbaren Hamburger Teams der Gruppe B der Hanseliga zu stoßen.

Von Eike Frenzel