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Lokalsport Reifenpanne stoppt Rolf Vieten
Sport Sport regional Lokalsport Reifenpanne stoppt Rolf Vieten
18:56 31.07.2011
Von Jürgen Poestges
9. Celler City Night Elite Rennen Quelle: Peter Müller
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Celle Stadt

Thorsten Lübke schaute entspannt in Richtung Start und Ziel. „Ich bin sehr zufrieden“, sagte der Organisator der 9. Celler City Night, nachdem der letzte Radsportler sein Rennen absolviert hatte. „Obwohl unser Lokalmatador ja leider Pech hatte.“

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Gemeint war Rolf Vieten, A-Lizenz-Fahrer von Veranstalter TuS Celle 92, der sein Heimrennen gerne gewonnen hätte. Doch nach etwa einem Drittel der über 100 Runden warf ihn ein Defekt am Hinterreifen seiner Renn-Maschine zurück. Bis dahin hatte er Tuchfühlung zur Spitze gehalten. Dann sortierte er sich im großen Feld ein, das die Spitzengruppe von sieben Fahrern verfolgte.

Und hier versuchte der Celler noch einmal alles, setzte sich an die Spitze der Verfolger, machte Tempo und wollte die Distanz verkürzen. Doch seine Kollegen zogen nicht mit. „Es ist unmöglich, so eine Lücke zuzufahren, wenn Dir keiner hilft. Rolf hatte da keine Möglichkeiten, alleine etwas zu unternehmen“, meinte Lübke.

Vieten resignierte und musste zuschauen, wie der Berliner Marcel Kalz im Sprint als erster die Ziellinie überquerte. Sebastian Hannöver aus Bremen und Heinrich Berger aus Harvestehude folgten auf den Plätzen beim Eliterennen der City Night.

Der Sieger, der als Bahnfahrer schon einige internationale Erfolge errungen hat, zeigte sich nicht nur wegen seines Erfolges zufrieden mit dem Celler Rennen. „Die Strecke ist okay, und mit dem Wind konnte ich umgehen“, sagte Kalz. Der Wind pustete vor allen Dingen in der Kanzleistraße den Fahrern kräftig entgegen.

Rund 3000 Zuschauer hatten der Kälte getrotzt, wenigstens blieb es trocken. Jürgen Kramer aus Hannover, der die Veranstaltung moderierte, nahm es mit Galgenhumor: „Schon blöd, dass in Celle das Radrennen im Winter stattfindet.“ Er habe sich auf jeden Fall eine lange Unterhose angezogen, bevor er nach Celle gekommen sei.

Die Sportler gingen souverän um mit den Wetter-Verhältnissen. Das begann schon bei der „Formel 1“ der City Night, dem Bobbycar-Rennen. 50 Meter absolvierte der Nachwuchs, angefeuert von Mama oder/und Papa, letztlich aber war es den Jungen und Mädchen aber egal, wer auf welchem Platz landete.

Das war in der Folge allerdings anders. Das Jugend-Rennen um den Sparkassen-Cup war ebenso hart umkämpft wie das Schüler-, Hobby- und Seniorenrennen. Selbst im Prominenten-Rennen werden die ersten Plätze traditionell nicht verschenkt. Dieses Mal war Urs Müller, Pressesprecher der Partei „Die Unabhängigen“, von der Konkurrenz nicht zu schlagen.

Oberbürgermeister Dirk-Ulrich Mende, der erst am Sonnabend Mittag aus Celles sibirischer Partnerstadt Tjumen zurückgekehrt war, hatte sich ebenfalls in den Sattel geschwungen. Er wurde Dritter. „Den zweiten Platz habe ich selber verdaddelt“, meinte Mende. „Als ich gemerkt habe, dass ich den Führenden nicht mehr einholen kann, hab ich ausrollen lassen und bin noch abgefangen worden.“ Und zwar von Ulrich Finke von der SVO Holding GmbH. Aber der OB konnte es verschmerzen. „Im nächsten Jahr greife ich wieder an“, meinte er lachend.