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Lokalsport TuS Celle 92 feiert seinen Jugendstil: „Das Konzept ist aufgegangen“
Sport Sport regional Lokalsport TuS Celle 92 feiert seinen Jugendstil: „Das Konzept ist aufgegangen“
14:35 13.06.2010
- TuS Celle 92 setzt auf junge erfolgshungrige Spieler. Die wiederum konnten sich bereits nach dem Sieg über Bargteheide Ende Februar als Aufsteiger feiern lassen. - Quelle: Gade
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Celle Stadt

Vielleicht hätte der Hamburger SV in Bestbesetzung die Celler Erfolgsgeschichte lediglich zu einer „ordentlichen“ Saison werden lassen. „Wir wollten das Ergebnis des Vorjahres halten, uns vielleicht noch um ein oder zwei Plätze verbessern“, erinnert sich TuS Celle 92-Trainer Dirk Diefenbach an die sportlichen Vorgaben der aktuellen Tischtennis-Regionalliga-Spielzeit. Platz drei bis fünf erschien den TuS-Verantworlichen realistisch. Dass ihre Mannschaft am Ende in Hoeneßscher Fernglas-Manier mit deutlichem Abstand Meister geworden ist und künftig in der 2. Bundesliga aufschlägt, hatte damals keiner für möglich gehalten – ebenso wenig wie den Auftaktsieg gegen Meisterschaftsmitfavoriten Hamburg.

Ohne seine Nummer eins trat der HSV im September in der Altstädter Turnhalle an und musste sich TuS Celle 5:9 geschlagen geben. Die Initialzündung für eine nahezu makellose Regionalliga-Serie TuS Celles, der bereits Ende Februar als Aufsteiger in die 2. Bundesliga feststand und sich zudem ganze drei Minuspunkte in der Tabelle leistete. „Ja, wir hatten auch wenig Glück“, sagt TuS-Sprecher Uwe Lehmann rückblickend: „Manche Konkurrenten haben unerwartet Punkte liegen lassen.“

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Den Erfolg der jüngsten Regionalliga-Mannschaft mit Zufall oder gar Glück zu erklären, wäre indes zu kurz gegriffen. Celle hat auf junge, erfolgshungrige deutsche Spieler gesetzt und sich keine fertigen ausländischen Ballkünstler eingekauft. „Dieses Konzept ist aufgegangen“, sagt Diefenbach, selber gerade 30 Jahre alt. Vor zwei Jahren ist die Mannschaft zusammengestellt worden und habe mittlerweile einen „unglaublichen“ Teamgeist entwickelt, der den Trainer mit einschließt. „Bei uns kommen auch schon private Dinge zur Sprache“ erklärt Diefenbach. Die Geschlossenheit der Truppe habe auch dafür gesorgt, dass „die Jungs immer für einander eingesprungen sind. Wenn es bei einem nicht lief, war der andere zur Stelle“, sagt Diefenbach und spielt auf Alexander Huuk an, den während der gesamten Saison Hüftprobleme plagten. Und der sich dennoch durchbiss und eine starke Saison spielte – auch weil Mannschaftskameraden wie Lars Petersen oder Falko Turner seine wenigen Patzer umgehend ausglichen. Hinzu käme laut Diefenbach schließlich ein „überdurchschnittlicher Trainingseifer“ der Spieler, die ja während der Woche vor allem selbstständig trainieren müssten.

Für Lehmann gäben die Spieler damit das zurück, was der Verein TuS Celle ihnen bieten würde: Ein ehrliches und seriöses Geschäftsgebaren. „Wir haben immer eine klare Linie gefahren, das hat sich herum gesprochen“, sagt Lehmann mit Blick auf die Verträge des TuS-Spieler. „Wir schmeißen auch dann nicht mit Geld ums uns, wenn wir es hätten.“ Investieren wird TuS in die 2. Bundesliga dennoch. Zwei junge Spieler sind bereits verpflichtet: Der 21-jährige Hermann Mühlbach von Borussia Dortmund, Deutscher Jugendmeister von 2007, wird ebenso zum TuS wechseln wie der 17-jährige Jugendnationalspieler Arne Hölter vom MTV Hattdorf.

Damit dürften die Voraussetzungen für Trainer Diefenbach erfüllt sein: „ Ich würde mein Konzept, mit jungen Spielern erfolgreich zu sein, gerne wiederholen.“

Von Eike Frenzel