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Lokalsport Voraussetzung für 3. Liga: „Celler Handballverein“ gegründet
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15:08 13.03.2018
Von Heiko Hartung
Die Bundesligazeiten des SVG Celle (hier mit Jolanda Robben) scheinen schon so weit weg, aber die Sehnsucht nach hochklassigem Handball ist in Celle lebendig. Quelle: Alex Sorokin (Archiv)
Celle Stadt

Die meisten winken ab, geben dem Projekt keine Chance. Aber einige Idealisten wollen sich einfach nicht damit abfinden, das Thema Bundesliga-Handball in Celle endgültig zu den Akten zu legen. Zumindest nicht, so lange die Möglichkeit besteht, die Drittliga-Lizenz des Pleite gegangenen ehemaligen Frauen-Erstligisten SVG Celle in der kommenden Saison doch noch zu nutzen.

Und ein Fünkchen Hoffnung glimmt: „Wir haben die organisatorischen Voraussetzungen zum Start in der 3. Liga geschaffen“, sagt Wolfgang Kaplick. Der Vorsitzende der Handballregion Lüneburger Heide und Chef des Handballklubs HBV 91 Celle hat mit den Verantwortlichen des SV Garßen – der Verein ist Inhaber des Startrechts – „eine Option für den Antritt in der dritthöchsten Spielklasse erarbeitet“.

Und die sieht so aus: Kaplick und seine Mitstreiter aus dem HBV-Umfeld haben beim Amtsgericht Celle einen neuen Klub angemeldet, den "Celler Handballverein" (CHV). „Das Konstrukt ist rein rechtlich gegründet, aber noch kein eingetragener Verein. Das wäre jedoch reine Formsache“, so Kaplick, der in diesem Konstrukt als Interimsteammanager fungiert. Dieser neue Verein soll nach seiner Vorstellung gemeinsam mit dem SV Garßen eine Spielgemeinschaft bilden, unter dessen Dach eine Frauenmannschaft in der 3. Liga antreten könnte. „Beispielsweise unter dem Namen SG Garßen-Celle, da wäre der klangliche Unterschied zum früheren SVG Celle gar nicht so groß“, schwebt Kaplick vor.

Auf dem Weg dorthin gibt es jedoch mehrere Hürden zu überwinden. So stehen in einer Spielgemeinschaft grundsätzlich beide Stammvereine finanziell in der Verantwortung. Das lehnen Garßens Vorsitzender Marco Stradtmann und sein Handball-Spartenleiter Holger Neumann aber strikt ab. „Wir sind bereit, für ein Übergangsjahr unseren Namen und die Lizenz für dieses Projekt herzugeben. Aber wir stecken keine Manpower und kein Geld in die Sache“, betont Neumann, dessen Verein durch die Insolvenz der SVG im vergangenen Jahr ein „gebranntes Kind“ ist. Kaplick verspricht: „Dem SV Garßen würde keinerlei finanzielles Risiko entstehen.“ Neumann selbst sieht eine „30-prozentige Restchance“ für das Drittliga-Vorhaben.

Bei allen Überlegungen drängt die Zeit. Denn – und das ist wohl die größte Hürde – bis Ende des Monats muss der Etat stehen. Grund: Bis zum 1. April hat der Antrag zur Gründung einer SG beim Landesverband vorzuliegen, Meldeschluss für die 3. Liga ist der 15. April. „Alle weiteren Schritte sind davon abhängig, dass für die Saison 2018/2019 die finanziellen Rahmenbedingungen geschaffen werden“, so Kaplick. Bei einigen potenziellen Geldgebern habe er schon angeklopft, aber „Handfestes“ sprang nicht dabei heraus. Aufwändiges „Klinkenputzen“ bei Kleinsponsoren sei zeitlich nun nicht mehr möglich. „Eigentlich hilft nur noch die große Lösung: Wir müssen mit Hilfe von zwei, drei potenten Sponsoren oder Spendern einen hohen fünfstelligen Betrag zur Finanzierung des Spielbetriebs kurzfristig zusammenbekommen“, lautet Kaplicks letzte Hoffnung. „Stiller Teilhaber oder strahlender Retter – uns ist jedes seriöse Angebot recht.“ Die Sicherheit für alle Beteiligten sei ihm dabei wichtig. „Sowohl die erhofften Spenden- und Sponsorengelder als auch Verpflichtungen seitens des Vereins werden erst eingesetzt beziehungsweise wirksam, wenn eine Mannschaft zum Spielbetrieb steht“, sagt Kaplick und wirbt um Vertrauen: „Scheitert das Projekt, wird das Geld zurückgezahlt.“

Steht der Haushalt fristgerecht, wartet die nächste Hürde: Praktisch aus dem Nichts müsste eine schlagkräftige Drittliga-Truppe zusammen gestellt werden. Doch auch hier hat Kaplick gewisse Vorstellungen: „Es müsste eine Mischung aus erfahrenen Spielerinnen, womöglich aus dem Ausland, gepaart mit Talenten aus der Umgebung von Celle sein.“ Womöglich würde man auch auf ehemalige SVG-Spielerinnen zugehen.

„Interesse an hochklassigem Handball ist in Celle nach wie vor vorhanden“, räumt Garßens Neumann ein. Und Kaplick ist sich sicher: „Wenn dieser zugegebenermaßen ambitionierte Plan nicht gelingt, sehe ich den Leistungshandball in Celle auf längere Sicht auf dem absteigenden Ast.“

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