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Alte Fotos erzählen Rinderbraten und Bohnensalat
Thema Alte Fotos erzählen Rinderbraten und Bohnensalat
12:37 29.07.2019
Ursula Braukhane zeigt ihre Konfirmationsfotos
Wietze

Mehrere ehemalige Konfirmanden erinnerten sich an diesen für sie wichtigen Lebensabschnitt.Wer wurde in den „wilden 1960 Jahren“ in Wietze konfirmiert, fragte die Cellesche Zeitung und startete eine Telefonaktion. Mehrere ehemalige Konfirmanden erinnerten sich an diesen für sie wichtigen Lebensabschnitt.

Ursula Braukhane ging schon als Kind gern in die Kirche. „Ich habe es geliebt, Geschichten, Gleichnisse und Erzählungen zu hören“, sagt die ehemalige Wietzerin. Sie gehörte zu der ersten Gruppe, in der damals neuen St. Michaelkirche, die ganz in Weiß konfirmiert wurden. Das war etwas Besonderes, weil die Konfirmationsmode zu dieser Zeit von schwarzer in weiße Kleidung wechselte. „Ich kann mich noch sehr genau erinnern. Ich trug ein blütenweißes Kleid und ein Bolerojäckchen darüber. Das Kleid bedeckte leicht die Knie. Als Accessoires schmückte ein Myrtenkränzchen mein Haar“, erzählt sie.

Strenger Lehrer

Pastor Henke bereitete die Jugendlichen auf die Konfirmation vor. Er war ein strenger Lehrer. „Er nahm alles sehr genau und hielt sich an alle Vorschriften – wir hatten alle großen Respekt vor ihm. Im Allgemeinen wurde zu dieser Zeit alles viel strenger gehandhabt. Von den „wilden 1968-Jahren“ haben wir in Wietze damals nichts gespürt“, sagt sie.

1963 wurde auch Werner Dörge in Wietze konfirmiert. Er ist noch im alten Gemeindehaus auf seine Konfirmation vorbereitet worden. „Wir hatten einmal wöchentlich Unterricht. Rund 40 Jugendliche nahmen daran teil. Zwei Jahre lang besuchten wir den Unterricht. Der Gottesdienstbesuch war Pflicht. Die Anwesenheit wurde schriftlich notiert. Wir erhielten alle zusammen in einem Gottesdienst den Segen. Die Gruppen wurden nicht wie heute auf mehrere Gottesdienste aufgeteilt“, erinnert er sich.

Alte Tradition

An eine Wietzer Tradition kann er sich gut erinnern. „Am Samstag vor unserem großen Tag haben wir den Brauch des sogenannten Sandstrichs gepflegt. Dabei wurde der Weg des Konfirmanden, der am weitesten von der Kirche entfernt gewohnt hat, zum Haus des nächsten mit weißem Sand markiert. Der Letzte musste den Weg von seinem Haus zur Kirche zeichnen. Einige Jahre hielt der Brauch noch, bevor er dann einschlief“, sagt Dörge.

Gefeiert wurde zu dieser Zeit überwiegend zu Hause. „Man konnte sich damals noch zu solchen Anlässen auf Nachbarschaftshilfe verlassen. Auch wir erhielten Unterstützung beim Bewirten unserer Gäste. Ich kann mich noch an die schöne familiäre Atmosphäre beim Feiern erinnern.“

Auch Margrit Bosse zählte zu den ersten jungen Frauen, die in weißer Konfirmationstracht in die kirchliche Gemeinschaft aufgenommen wurde. „Ich hatte immer viel Freude beim Unterricht mit Pastor Henke, weil ich nicht so verbissen an den Lehrstoff herangegangen bin“, sagt sie.

Leistungsdruck

Für Marion Hoppenstedt hat die Konfirmation eine große Bedeutung gehabt. „Wir sind in der Familie sehr christlich erzogen. Meine Bindung zur Kirche ist heute noch sehr ausgeprägt. Einer meiner Söhne engagiert sich sogar im Kirchenvorstand“, sagt sie. Ihr Konfirmationsjahrgang war der erste, der in der St. Michaeliskirche eingesegnet wurde. „Wir mussten zu dieser Zeit viel auswendig lernen. Pastor Henke ließ sich im Unterricht von seiner Frau unterstützen. Wir sprachen sie sogar mit „Frau Pastor“ an, obwohl sie ja keine war. Im Unterricht stand sie hinter uns, und stupste uns an, wenn wir mal etwas nicht wussten“, erinnert sie sich. Die Konfirmationsprüfung wurde vor der ganzen Gemeinde in einem Abschlussgottesdienst abgelegt. Das war ein großer Leistungsdruck.

Auch zu Hause wurde das Fest sehr ernst genommen. „Wochen vorher begannen die Vorbereitungen. Es wurde nicht nur geputzt, sondern auch tapeziert und gestrichen. Das Essen kochte meine Großmutter. Sie war Köchin. Es gab zum Mittag Rinderbraten und Bohnensalat sowie Schokoladenpudding mit Vanillesoße zum Nachtisch. Dieses Gericht hatte bei uns Tradition. Immer wenn ein Feiertag war oder es etwas Besonderes wie eine Taufe zu feiern gab, wurde dieses Essen serviert.“

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