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Celle blüht auf "Bienenstrom" als Modell der Zukunft
Thema Celle blüht auf "Bienenstrom" als Modell der Zukunft
Celle blüht auf
15:04 25.01.2019
Die Zukunft hat schon begonnen: Ein Landwirt inmitten seiner Wildblumenpflanzung.
Celle

„Mit Bienenstrom würden wir unseren Kunden etwas Neues, Spannendes bieten“, wagt Gerhard Dongowski von der SVO einen Blick in die Zukunft. Mit großem Interesse verfolgt er die „Bienenstromkonferenz“ am Donnerstagnachmittag in der Congress Union. Eingeladen hat der Fachverband Biogas, die Gelegenheit ist günstig. Celle ist aufgrund der Imkertage an diesem Wochenende ein Mekka aller Immenfreunde.

Nürtingen macht es vor

Das Interesse des veranstaltenden Fachverbandes formulierte der Geschäftsführer Stefan Rauh: „Wir agieren bundesweit, für uns ist es wichtig, dass Interessen gebündelt werden.“ Vertreter der Jägerschaft, Imker sowie der Bauernverbände haben sich eingefunden, um ihr Wissen zu erweitern über ein Projekt, das die Celler SVO schon seit geraumer Zeit im Visier hat, obwohl es am anderen Ende der Republik, nahe der Schwäbischen Alb, entwickelt wurde. Die Stadtwerke Nürtingen fördern die Energieerzeugung aus Wildpflanzenmischungen, die Insekten sowie Kleintieren Lebensräume bieten. Bauern werden Anreize gegeben, anstelle von Mais Blühflächen anzulegen. Da deren Biomasse jedoch unter der von Mais liegt, muss den Bauern ein finanzieller Ausgleich gewährt werden.

"Bienenstrom" wird zur Marke

Die alternative Energieerzeugung ist den Kinderschuhen mittlerweile entwachsen. „Bienenstrom hat sich zu einer Marke entwickelt“, gibt der Leiter des innovativen Unternehmens, Manfred Albiez, bekannt. Inzwischen geht es darum, Möglichkeiten der Expansion auszuloten. Ziel ist es, Areale für besagten Zweck im gesamten Bundesgebiet zum Blühen zu bringen. Die Wirtschaftlichkeit, aber auch regional begründete Umweltaspekte standen im Mittelpunkt aller drei Impulsvorträge.

Innovative Ideen gefragt

„Wir brauchen Ideen, die die Wasserhaltefähigkeit der Böden steigern“, referierte Michael Diestel über einen Modellversuch im bayerischen Rhön-Grabfeld, eine Region, für die extreme Wasserknappheit prognostiziert wird. Andreas Kinser von der Deutschen Wildtierstiftung warnte davor, die Ausgleichszahlungen für die Bauern zu hoch anzusetzen. „Jeden Euro, den wir für diesen Zweck verwenden, können wir nicht für andere Naturschutzprojekte ausgeben. Den Imagegewinn bekommen die Landwirte ja ohnehin gratis.“

"Menschen müssen Blühflächen sehen"

Aspekte, die den Vertreter der SVO interessieren. Im Vordergrund stehen für Gerhard Dongowski jedoch die Abnehmer des Produktes. „Wir haben eine starke Kundenbindung. Uns wird in der Region vertraut“, rückte er den Aspekt der Blühflächen vor Ort in den Mittelpunkt und traf hiermit auf komplette Zustimmung vom Müdener Imkermeister Klaus Ahrens, der auch Vizepräsident des Deutschen Berufs- und Erwerbsimkerbundes (DBIB) ist. Ahrens ist selbst längst Bienenstromkunde und möchte das Projekt mit großem Engagement auch im nördlichen Raum etablieren: „Solange die Menschen die Blühflächen nicht vor ihrer Haustür sehen, unterstützen sie die Innovation auch nicht“.

Nur eine Frage der Zeit

Ideen, hier Abhilfe zu schaffen, sind ausreichend vorhanden. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis der richtige Weg gefunden wird, denn Konsens herrschte bei allen Teilnehmern darüber, dass Bienenstrom ein tragfähiges Modell für die Zukunft ist.

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