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Celle blüht auf Heideschutz ist Artenschutz
Thema Celle blüht auf Heideschutz ist Artenschutz
Celle blüht auf
14:22 07.09.2018
Von Michael Ende
Blühendes Heideland. Quelle: Rolf Jantz
Landkreis Celle

Wenn die Heide so wie jetzt den Boden lila bedeckt, kommen Besucher von weit her in den Landkreis Celle, um sich an dem Anblick zu erfreuen. Doch die großen Flächen sind nicht nur für Touristen schön anzusehen, sondern bilden einen wichtigen Lebensraum für Insekten. „Der Landkreis Celle pflegt die Heideflächen als Träger des Naturparkes schon seit einem halben Jahrhundert“, sagt Katharina Sander, Leiterin des Amtes für Umwelt und ländlichen Raum.

Unter anderem tummeln sich dort Nachtfalter wie die Heidekrautbunteule, die dem Betrachter durch ein besonderes marmoriertes Farbenspiel auf den Flügeln auffällt. Sie ist in mehreren Bundesländern vom Aussterben bedroht und steht bundesweit in der Roten Liste gefährdeter Arten auf der Vorwarnliste. Auch Heuschrecken wie die Heideschrecke sind auf den trockenen Sandheideflächen zu finden. Für Imker ist besonders die Heideblüte wichtig, denn der Heidehonig hat einen besonders intensiven Geschmack und ist stark nachgefragt.

„Insgesamt gibt es drei verschiedene Heidetypen“, erklärt Sander. Den größten Anteil hat im Landkreis Celle die trockene Sandheide. Ungefähr 550 Hektar hat der Landkreis von diesen Flächen unter seinen Fittichen. „Daneben gibt es noch trockene Sandheide mit Besenheide auf Dünen und feuchte Heide mit Glockenheide“ erläutert Sander.

Zu Beginn wurden die Flächen durch den Landkreis Celle vor allem aus touristischen Gründen gepflegt. Denn schon seit mehr als einem Jahrhundert kommen Besucher zur Heideblüte in den Landkreis Celle. Sie dauert einer Faustregel zufolge ungefähr vom 8.8. bis zum 9.9. eines jeden Jahres. „Nach und nach hat man über das zunehmende Fachwissen aber auch erkannt, was für ein wichtiger Lebensraum die Heide ist“, so Andreas Thiess, Fachbereichsleiter für den Bereich Naturschutz beim Landkreis Celle. Heute gehören fast alle größeren Heideflächen zu der sogenannten Fauna-Flora-Habitat Gebietskulisse, einer Gesetzesvorgabe der EU, die besonders wertvolle für den Naturschutz streng schützt.

Seit einigen Jahren gibt es auch Förderung der EU. Zuvor hat der Landkreis ohne jede Förderung Jahr für Jahr 40.000 Euro in die Hand genommen, um die Flächen zu pflegen. „Wenn das nicht geschehen wäre, gäbe es heute keine Heideflächen mehr“, sagt Thiess. Die Heide ist eine vom Menschen unter anderem durch Abholzung geschaffene Kulturlandschaft. Die Heidepflanze selbst bedarf intensiver Pflege, um als charakteristische Pflanzengesellschaft erhalten werden zu können. Ließe man der Natur auf diesen Flächen freie Bahn, würden die Samen der Waldbäume schnell eine geschlossene Waldgesellschaft neu entstehen lassen. Deshalb muss man ständig gegen den Lauf der Natur anarbeiten, um die Heidelandschaft zu erhalten. Gäbe man das auf, würde das bedeuten, selten gewordene Pflanzen und Tiere endgültig in unserer Region zu verlieren.

Echte Heideschützer sind Heidschnucken. Sie fressen die Gräser und junge Baumschösslinge. „Zudem weiden sie die Heide unregelmäßig ab. Die sich so ergebende strukturelle Vielfalt ist für hier lebende Insekten deutlich besser und darüber hinaus schöner anzusehen, als wenn man es maschinell pflegt“, erklärt Thiess. Der Kreis pflegt aber auch mit Maschinen, weil manche Flächen zu weit von den von drei Schnuckenherden entfernt liegen.

Auf dem Truppenübungsplatz wird die Heide auch gebrannt. Denn die durch das Feuer verjüngte Heide selber erholt sich wie Phoenix aus der Asche sehr schnell und wächst dann wieder in voller Pracht. Für die Menschen zum Ansehen – vor allem aber für Tiere als Lebensraum.

Buchstäblich gut sehen lassen können sich die Resultate des Fotowettbewerbs im Rahmen der CZ-Aktion "Celle blüht auf".

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