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Celle blüht auf Schlangen auf Froschjagd und Adler auf Beutezug
Thema Celle blüht auf

Schlangen auf Froschjagd und Adler auf Beutezug

Celle blüht auf
09:00 07.06.2020
Teiche sind Lebensraum für Ringelnattern, die sich nicht nur an Land wohlfühlen, sondern auch im Wasser schnelle Jäger, zum Beispiel von Fröschen, sind. Quelle: Rolf Jantz
Celle

Ein Ausflug in die Natur führt uns oft dahin, wo wir auch Wasser finden. Ein Spaziergang auf dem Allerdamm, in die bezaubernde Landschaft des Hüttensees bei Meißendorf oder an die Aschau­teiche nordöstlich von Eschede. Wasser ist Leben, es gibt das Gefühl, einen Hauch von Urlaub zu erleben und meist auch jede Menge zu sehen und zu beobachten.

See, Teich und Tümpel

Man unterscheidet zwischen See, Teich und Tümpel. Ein See ist ein natürliches Gewässer mit einer größeren Wassertiefe und unterschiedlichen Temperaturschichten im Wasser. Bei einem Teich handelt es sich um ein künstlich angelegtes Gewässer. Nicht sehr tief und oft mit einem regulierbaren Zu- und Ablauf ausgestattet. Damit wird der Wasserstand gesteuert und das Abfischen beispielsweise eines Fischteiches ermöglicht. Ein Tümpel entsteht meist durch Regenwasser, welches sich in einer Senke sammelt. Tümpel sind flach, haben einen stark schwankenden Wasserstand und trocknen oft ganz aus. Unterschiedliche Lebensbedingungen ermöglichen damit auch eine große Artenvielfalt. Im Frühjahr, nach einigen regenreichen Tagen, zeigen sich auf manchen tieferliegenden Ackerflächen größere Wasserstellen. Das lockt Limikolen an. Bei uns am bekanntesten ist der Kiebitz. Aber auch Wasserläufer, Grünschenkel, Flussregenpfeifer und Flussuferläufer lassen sich vom Wegrand aus beobachten. Nach ein paar trockenen Tagen und mit dem versiegenden Wasser sind die Watvögel genau so schnell verschwunden, wie sie gekommen sind.

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Kinderstube von verschiedenen Frosch- und Molcharten

Ab April blühen am Teichrand die ersten Sumpfdotterblumen. Von Schilf und Rohrkolben stehen nur noch die abgestorbenen Teile des letzten Jahres. Die Schilfgürtel sind der Brutbereich von Höckerschwan, Graugans, Enten, Haubentaucher, Bläss- und Teichhuhn. Teich- und Drosselrohrsänger haben ihre Heimat zwischen den dünnen Stängeln. Man hört ihre Stimmen, bekommt sie aber kaum zu sehen. Der Uferbereich ist auch Teil der Kinderstube von verschiedenen Frosch- und Molcharten. Zwischen abgestorbenen Pflanzenteilen leben Posthorn- und Spitze Schlammschnecke. Ringelnattern und Graureiher sind auf der Suche nach Fröschen. Kormorane jagen Fische. Im Lauf der nächsten Wochen kommt auch mehr Farbe auf den Teich. Die gelben Blüten der Teichrosen, das Weiß und Rosa der Seerosen und die rosafarbigen Blütenstände des Wasser-Knöterichs. Mit etwas Glück und bei einem Blick in den Himmel sieht man kreisende Seeadler, rüttelnde Fischadler und einen Libellen jagenden Baumfalken.

Libellen als Hingucker

Ein besonderer Hingucker im Teichgebiet sind die Libellen. Wenn sie mit ihren, in der Sonne glänzenden Flügeln auf Zweigen sitzen. In immer wieder gleichbleibenden Schleifen ihren Teichbereich abfliegen und ihr Territorium verteidigen oder pfeilschnell auf Insektenjagd sind. Den größten Teil ihres Lebens verbringen sie als räuberische Larven im Wasser. Bei steigenden Temperaturen schlüpfen die erwachsenen Tiere. Den Anfang macht im April die rötliche Frühe Adonislibelle. Die richtige Libellensaison startet im Mai. Dann fliegen die bei uns häufigen Großen Blaupfeile, die Gemeinen Becherjungfern und die Hufeisen-Azurjungfern. Im Juni erscheinen mit Flügelspannweiten von elf Zentimetern die Großen Königslibellen und die Blaugrünen Mosaikjungfern. Erst spät, ab Juli, sind einige Arten der Heidelibellen unterwegs. Sie fliegen dann aber bis Oktober und November. Über das Jahr verteilt lassen sich im Landkreis Celle mehr als 40 verschiedene Libellenarten beobachten.

Zugvögel kommen

Mit beginnendem Winter sind die Libellen von den Teichen verschwunden. Aber neues Leben kommt aus dem Norden und Osten zu uns. Zugvögel. Für die Gänse, Enten, Kraniche, Sing- und Zwergschwäne sind unsere Teichlandschaften eine neue Heimat. Aber nur bis zum Frühjahr. Es geht zurück in die Brutgebiete und hier blühen wieder die ersten Sumpfdotterblumen. Die ersten Libellen genießen die wärmenden Sonnenstrahlen und ein neuer Zyklus in der Natur nimmt seinen Lauf ...

Von Rolf Jantz

Teiche auf dem Trockenen

Der Wathlinger Rolf Jantz ist passionierter Naturfotograf und hat vor fünf Jahren seine Leidenschaft für die Vielfalt an Tieren und Pflanzen im Landkreis Celle entdeckt. Seine Fotos sind auch auf der Internetseite der „Naturgucker“ unter www.naturgucker.de zu finden.

In den letzten beiden Jahren sah es in den langen und heißen Sommer­monaten an unseren Teichen schlecht aus. Nicht nur kleine Teiche und Waldtümpel waren ausgetrocknet. Auch aus großen Flächen, wie dem Entenfang bei Boye, war das Wasser verschwunden und es zeigte sich ein weithin sichtbar aufgeplatzter Teichboden (Foto). Mit dem Wasser verschwand auch eine Vielzahl an Lebewesen.

Bei einer Klimaveränderung mit längeren Hitzeperioden und weniger Regen wird sich auch unsere Teichlandschaft verändern. Besonders betroffen sind dann Teiche, die keinen natürlichen Zufluss haben und ausschließlich auf Niederschläge angewiesen sind.

Oliver Gatz 02.06.2020
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06.05.2020
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