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Ferienpass Asphalt statt Papier
Thema Ferienpass Asphalt statt Papier
17:43 31.07.2019
Laura malt einen großen Mond auf die Straße. Dort können sie und die anderen sich „hinein“ legen und der Mann oder die Frau im Mond sein. Quelle: Marie Schiller
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Beedenbostel

Normalerweise malt Laura zuhause mit Papier und Buntstiften. Aber heute sitzt sie auf der Schulstraße in Beedenbostel und hat einen rosa Kreidestift in der Hand. Auf der Straße kann sie viel größere Bilder malen. Zusammen mit den anderen Ferienpasskindern möchte sie die gesamte Straße bunt gestalten. Zur Sicherheit zeichnen sie am Anfang und am Ende ihrer kreativen Mal-Zone Stoppschilder auf den Boden: damit kein Auto über die Meisterwerke rollt.

„Hoffentlich regnet es nachher nicht“, sagt Anna Denecke, Jugendpflegerin der Samtgemeinde Lachendorf. „Sonst zerfließen die schönen Bilder.“ Zusammen mit ihrer Kollegin Julia Wiechmann sitzt sie am Straßenrand und hilft den Kindern beim Kreiden. Die haben nämlich ganz genaue Vorstellungen von ihren Bildern und brauchen dabei manchmal Unterstützung.

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Mann im Mond auf der Straße

Laura malt einen großen Mond auf die Straße. Dort können sie und die anderen sich „hinein“ legen und der Mann oder die Frau im Mond sein. Kleine Sterne umrunden das Kunstwerk. „Letztes Jahr habe ich ein Bett auf die Straße gemalt“, erzählt Laura. „Das war echt unbequem.“ Zuhause darf sie nicht kreiden. Das wollen die Nachbarn und der Vermieter nicht. Deshalb freut sich die Elfjährige umso mehr, dass sie in der Schulstraße ihrer Kreativität freien Lauf lassen kann.

Den Asphalt zieren Tiere, Blumen, eine Superheldin, eine Insel mit grünen Algen im Meer und bunte Mandalas. Jannis verewigt seinen Hund mit dessen riesigem Kauspielzeug und seinen Näpfen auf der Straße. Auch das beliebte Hüpfspiel Himmel und Hölle haben die Kinder aufgemalt. Das wird erstmal ausgetestet. Auch wenn niemand weiß, wie die Regeln wirklich sind oder was das Ziel des Spiels ist, macht es allen Spaß. Stein in ein Feld werfen und los hüpfen, auf einem Bein oder mit beiden Füßen gleichzeitig in zwei Felder. „Der erste Eimer mit Kreide ist alle“, ruft Denecke, die den leeren Eimer schon nach einer Stunde gegen einen vollen austauscht.