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Ferienpass Mysteriösem in Celle auf der Spur
Thema Ferienpass Mysteriösem in Celle auf der Spur
12:07 31.07.2019
Von Svenja Gajek
 Sofiya, Mia und Lara waren im Escape-Room im Torhaus am Neuen Rathaus. Quelle: Oliver Knoblich
Celle

Linyi Li schaut angestrengt an die Decke der Ehrenhalle im Bomann-Museum. Irgendwo muss doch die Lösung sein. Er und seine beiden Mitstreiter verfolgen gerade den Hinweis „Einer in allen Vieren“. Sie sind das Ferienpass-Avengers-Team „Captain Marvel“ und folgen den Anweisungen ihres Mystery-Guides, die sie per Videobotschaft auf ihrem Smartphone erhalten haben. Es gilt, einen Buchstaben zu finden, der Teil eines Lösungswortes ist. Diese Aufgabe ist eine von insgesamt acht, die an vier Tagen in der Woche von 24 Teilnehmern der Ferienpass-Aktion „Mystery Search – The Lost Kingdom“ an unterschiedlichen Orten in Celle bewältigt werden.

Bei der Ferienpass-Aktion "Mystery Search" im Bomann-Museum haben alle Teilnehmer zu einem Gruppenfoto Aufstellung genommen. Quelle: Svenja Gajek

Mystery Searches“ oder „Escape-Rooms“ sind populär geworden

„Mystery Searches“ oder „Escape-Rooms“ sind in den letzen Jahren extrem populär geworden. Dabei handelt es sich um eine moderne Form der Schnitzeljagd. Menschen lösen gemeinsam Rätsel, um beispielsweise aus einem verschlossenen Raum zu entkommen. Andere Anbieter stellen den Teilnehmern eine Hauptaufgabe, die mit Hilfe von vielen aufeinander aufbauenden Rätseln innerhalb einer vorgegebenen Zeit gelöst werden muss. Die Spielleiter beobachten die Spieler dabei und geben Hinweise, wenn jemand nicht weiterkommt.

Mit dem Handy Kinder in ihrer Lebenswelt abholen

Julia Frenking, zuständig für die Jugendarbeit bei der Stadt, freut sich über den großen Anklang der Aktion: „Wir sind das Risiko eingegangen und haben den Hype aufgegriffen. Es ist eine gute Gelegenheit für uns, das Museum mit etwas Leben zu füllen.“ Die Integration der Handys in das Spiel sei eine gute Gelegenheit, die Kinder in ihrer Lebenswelt abzuholen. „Das Smartphone gehört heute einfach zur Realität von Kindern und Jugendlichen“, so Frenking. Die Aktion sei zudem perfekt geeignet für Kinder, die nicht mehrere Tage wegfahren wollen oder können.

Auch in der Celler Stadtkirche St. Marien galt es, ein Rätsel zu lösen. Quelle: Svenja Gajek

Auch soziale Kompetenzen sind gefragt

Immer zwei Gruppen erledigen je zwei Aufgaben pro Standort. Während die einen im Bomann-Museum nach kleinen und großen Bildern suchen, streifen die anderen zwischen den Bänken in der Stadtkirche herum. Hier wird nicht nur ihre Aufmerksamkeit getestet, sondern auch ihre soziale Kompetenz. Sie müssen eine weinende Frau ansprechen, ihr Armband wiederfinden und erhalten zum Dank die Masterfrage für den letzten Tag der Aktion. Außerdem halten sie vom Kirchturm Ausschau nach einem Code auf dem Dach des Kunstmuseums.

Spionage-Abenteuer auf dem Schlosswall

Parallel zum Geschehen im Bomann-Museum und in der Stadtkirche erlebt Team „Guardians of the Galaxy“ auf dem Schlosswall ein kleines Spionage-Abenteuer. Bei schummrigem Licht suchen die Schüler zunächst nach einem Schlüssel. Mit diesem öffnen sie eine Kiste, aus der sie einen Koffer herausholen. In diesem liegt ein Mikrofilm mit zwei geschwärzten Buchstaben. Diese gilt es, mit einem Lesegerät zu entziffern. „Wir sind gut vorangekommen“, resümiert Lion Trebes. „Das Mikrolesegerät zu bedienen war gar nicht so einfach.“

Auf dem Dachboden des Neuen Rathauses ist ein Schlüssel versteckt

Sarah Schröder schaut sich nach der Mittagspause mit ihren Teamkollegen am entferntesten Ort des Geschehens, auf dem Dachboden des Neuen Rathauses, um. Auch dort muss erst ein Schlüssel gefunden werden, bevor es weiter geht. Wer hier gleich nach oben schaut, ist klar im Vorteil, denn der Schlüssel hängt an einem Balken. Schließlich gewinnt am Ende das Team, welches die Aufgaben am schnellsten gelöst hat, eine Tagesfahrt in den Heidepark Soltau. „Ich finde das besser als eine klassische Schnitzeljagd“, sagt die Schülerin. „Die Rätsel sind nicht zu schwer und nicht zu leicht.“

So war der Spyroom im Celler Schloss gekennzeichnet. Quelle: Oliver Knoblich

Im kommenden Jahr könnte es eine Neuauflage geben

Mitorganisator Ingo Bloeß freut sich, dass alles so gut geklappt hat: „Nächstes Jahr wird es höchstwahrscheinlich wieder eine Mystery Search geben.“ Samantha Polluge, die sich gerade erfolgreich an einem Rätsel mit einer Schreibmaschine im alten Torhaus versucht hat, erklärt: „Der Tag war lustig und wir haben einiges gelernt.“

Die Rätsel zu lösen, ist teilweise ganz schön schwierig

Linyi und sein Team haben am Vormittag kurz für Ablauf der Zeit schließlich doch noch die Lösung an der Decke gefunden: Es ist der Buchstabe „R“ in den vier Wörtern Ruhm, Ehre, Krieg und Frieden. Nach der Bestätigung durch ihren „Mystery-Guide“ konnte die Gruppe endlich zu ihrer zweiten „Challenge“ an diesem Tag übergehen. „Es war teilweise ganz schön schwierig.“, sagt Linyi. „Wir haben uns drei Tipps holen müssen, um auf die Lösung zu kommen.“ Er freut sich schon auf den nächsten Tag und weitere tolle Rätsel.

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