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Schulentlassungen Orientierung und fürs Arbeitsleben gelernt
Thema Schulentlassungen

Hermann-Reske-Schule Celle: Orientierung und fürs Arbeitsleben gelernt

11:42 20.07.2020
Von Andreas Babel
Auch diese drei Schüler wurden an der Lobetaler Hermann-Reske-Schule jetzt verabschiedet: (von links) Florian Blosat, Nina Plambeck, Owens David-Klemm und Schulleiter Jörn Fangmann. Quelle: Lobetalarbeit
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Wietzenbruch

Sieben Schüler feierten kürzlich ihren Schulabschluss an der Lobetaler Hermann-Reske-Schule. Ihr Unterricht war sehr lebenspraktisch ausgerichtet. Dazu gehörten etwa die Mitarbeit in einem „Schulkiosk“, die Pflege des Schulgartens oder das Mitwirken in einer Schülerfirma, wo zum Beispiel Taschen, Körnerkissen und Schlüsselarmbänder hergestellt und verkauft wurden, erläuterte Markus Weyel, der Pressesprecher von Lobetalarbeit.

Kochen und mit Geld umzugehen gelernt

Darüber hinaus wurde weiter an den Kulturtechniken Lesen, Schreiben und Rechnen gearbeitet, es wurde gekocht, der Umgang mit Zeit und Geld geübt, aber auch die Orientierung im städtischen Umfeld trainiert. Schulleiter Jörn Fangmann: „Im Rahmen des Praxistagangebotes haben die Schüler die Strukturen und Grundsätze des Arbeitslebens praktisch kennenlernen können. So haben sie an produzierenden Prozessen mitgewirkt und erlebt, wie der Verkauf von Produkten zu Erlösen führt. Zudem haben sie das Verhältnis von Arbeitsleistung und Entlohnung kennengelernt. Monatlich wurde im Rahmen des Praxistages eine Prämie ausgezahlt, die abhängig von der Bewertung der Arbeitsleistung unterschiedlich ausfiel.“ Aufgrund der Coronakrise war in diesem Jahr die Möglichkeit Praktika durchzuführen eingeschränkt.

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Wechsel innerhalb des Hauses

Die meisten der jetzt ehemaligen Schüler wechseln an die Lobetaler Tagesförderstätte oder besuchen bald den Berufsbildungsbereich der Lobetaler Allertal-Werkstatt in der Celler Neustadt.

Förderschule für junge Menschen

Die Lobetaler Hermann-Reske-Schule ist eine staatlich anerkannte Tagesbildungsstätte. Tagesbildungsstätten sind eine sonderpädagogisch orientierte Schulform für Schüler mit dem Förderbedarf „geistige Entwicklung“. Die Hermann-Reske-Schule besuchen sowohl Bewohner Lobetals, als auch externe Schüler, so Markus Weyel.

Jennifer Bennahl ist 19 Jahre alt und möchte gerne alten Menschen in einem Heim helfen. Quelle: Fremdfotos/eingesandt

Nachgefragt bei Jennifer Brennahl:

Jennifer Brennahl ist 19 Jahre alt, wohnt jetzt in Lachendorf, vorher im Lobetal-Haus Linde. Ihre Hobbys sind Freunde treffen, lesen, zeichnen, kochen und (Kurz-)Geschichten schreiben.

Wie sehen Ihre beruflichen Pläne aus?
Ich möchte gerne im Altersheim in der Küche arbeiten und dann vielleicht eine Ausbildung machen und einen Rollerführerschein.

Engagieren Sie sich sozial?
Ich biete älteren Menschen gerne meine Hilfe an. Wenn ich sehe, dass wer in Not ist, helfe ich.

Hatten Sie eigentlich etwas anderes geplant, das jetzt durch Corona abgesagt werden musste?
Nein, ich hatte nichts geplant.

Wo sehen Sie sich in 20 Jahren (beruflich, privat und unsere Umwelt, in der Sie dann leben)?
Mit Partner und Familie. Als Köchin im Altersheim.

Benjamin Bock ist 19 Jahre alt und spielt gerne Fußball. Quelle: Fremdfotos/eingesandt

Nachgefragt bei Benjamin Bock:

Benjamin Bock ist 19 Jahre alt und wohnt im Haus Buche in der Lobetalarbeit in Wietzenbruch. Er spielt gerne Fußball, trifft sich mit Freunden und mag Hunde.

Wie sehen Ihre beruflichen Pläne aus?
Ich besuche bald den Berufsbildungsbereich der WfbM (Anmerkung der Redaktion: Werkstatt für behinderte Menschen) der Lobetalarbeit und mache dort eine Ausbildung. Ich freue mich auf die Praktika. Am liebsten würde ich ein Praktikum in der Politik machen.

Was wollen Sie beruflich machen?
Ich interessiere mich für Politik und Presse und würde später gerne damit zu tun haben.

Wie ist es um Ihr soziales Engagement bestellt?
Ich helfe gerne schwächeren Menschen.

Hatten Sie eigentlich etwas anderes geplant, das jetzt durch Corona abgesagt werden musste?
Ich wollte ein Praktikum in einer Elektrowerkstatt machen, das ausfallen musste. Außerdem ist ein Treffen mit Herrn Otte (MdB) ausgefallen, das hoffentlich nachgeholt wird.

Wo sehen Sie sich im Jahr 2040?
In 20 Jahren hätte gerne eine eigene Wohnung, in der ich selbstständig lebe – vielleicht im ABW (Anmerkung der Redaktion: Ambulant begleitetes Wohnen). Arbeiten würde ich gerne mit Menschen.

Maren Schulze 14.07.2020
Maren Schulze 14.07.2020
Maren Schulze 14.07.2020