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Schwerpunktthema Darum benötigt das Onkoforum immer Spenden
Thema Schwerpunktthema Darum benötigt das Onkoforum immer Spenden
14:41 21.06.2019
Von Benjamin Behrens
Marcus Schlumbohm, Carsten Friedrich, Harald Meyer und Frank Dickmann (von links), haben 2000 Euro für das Onkologische Forum Celle gesammelt. Dort betreuen Jana Czekay und ihre Kollegen über 1000 Patienten und Angehörige im Jahr.  Quelle: Benjamin Behrens (Archiv)
Celle

Seit 25 Jahren finanzieren sich die Angebote des Onkologischen Forums, die für Betroffene prinzipiell kostenlos sind, zu einem immensen Teil aus Spenden, Stiftungsgeldern sowie Benefizveranstaltungen wie dem Celler Entenrennen am 24. August, den Benefizregatten Rudern gegen Krebs (nächster Termin: 11. Juli 2020) oder dem neuen Breitensport-Event Tour fürs Leben am 8. September.

Personalkosten sind größter Faktor

Größter Ausgabenfaktor für das Onkoforum sind Personalkosten. Vier Mitarbeiterinnen sind in der Krebsberatungsstelle (KBS) tätig. Jana Czekay, Sozialpsychologin, Marina Flockemann, Sozialpädagogin, Diplomsozialpädagogin Kristine Michaelis und Displompsychologin Dorothee von Felde betreuen dort Patienten und Angehörige. "Da das Onkoforum im Kontakt mit schwer kranken und sterbenden Menschen werden ausschließlich fest angestellte Fachkräfte eingesetzt", sagt Onkoforum-Sprecher Fritz Gleiß. Neun Fachkräfte für den Bereich der sogenannten Palliativ-Care sind im Ambulanten Palliativdienst (APD) tätig. Hinzu kommen Personal für Verwaltung und Öffentlichkeitsarbeit.

Auch Fahrtkosten zur Versorgung der Patienten im Landkreis und die Miete für die Beratungsräume, Büros und den kleinen Veranstaltungsraum, den das Forum auch Selbsthilfegruppen anbietet, fallen ins Gewicht.

Elf von 17 fest angestellte Fachkräfte des Onkologischen Forums: (v.l.n.r. Marina Flockemann, Dörte Fohlmeister, Elke Kasten, Jana Czekay, Yvonne Mohs, Sandra Franke, Kathleen Hanschmann, Liane von Hoff, Jessica Isermann, Dorothee von Felde, Kristine Michaelis; es fehlen Nils ten Bosch, Fritz Gleiß, Katharina Winterhoff, Stephanie Segger, Daniela Horn, Maike Knoop) Quelle: Fritz Gleiß

Verein ist auf Spenden angewiesen

Um die Kosten zu decken, ist der Verein auf Spenden angewiesen. "Viele wissen nicht, dass wir nicht zum Hospiz gehören, sondern ein eigenständiger Verein sind", sagt Jana Czekay. "Unsere Arbeit wird in keiner Weise getragen von den Krankenkassen oder sonstigen Institutionen. Manchmal begleiten wir die Patienten jahrelang", sagt die Sozialpsychologin. "Dafür bekommen wir kein Geld von den Kassen, obwohl es einen nationalen Krebsplan gibt. In dem steht, dass jeder Patient das Recht auf eine angemessene psychoonkologische Versorgung hat." Die Angehörigen hätten oft eher die letzten Tage und Stunden im Blick und spendeten dann eher für ein Hospiz, so Czekay.

Krebs kann jeden treffen

Das Forum möchte auch ein Bewusstsein dafür wecken, dass Krebs jeden treffen kann, ob direkt als Patient oder indirekt als Angehöriger. "Wenn man nach den neuesten Studien geht, wird jeder Zweite im Leben mit dem Thema Krebs konfrontiert", betont die Beraterin.

Oft entscheiden sich Angehörige oder Patienten nach der Betreuung, das Onkoforum mit Spenden zu unterstützen- Auch Carsten Friedrich war mit der Krankheit konfrontiert. "Meine Schwägerin war insgesamt eineinhalb Jahre an Leukämie erkrankt", sagt Friedrich. "Am Anfang sah es noch ganz gut aus", so der Sülzer weiter. Schließlich verlor die 62-Jährige im Januar den Kampf gegen die Krankheit. Gemeinsam mit Frank Dickmann und weiteren Tischfußball-Fans organisiert Friedrich regelmäßig ein Krökel-Turnier und sammelt Spenden. Anfang des Jahres kamen so 2000 Euro zusammen, die als Spende an das Onkoforum gingen.

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