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Schwerpunktthema Neue Hoffnung für Blutkrebspatienten
Thema Schwerpunktthema Neue Hoffnung für Blutkrebspatienten
15:52 23.08.2019
Celle

Die DKMS - eine der führenden Stammzellspenderdateien weltweit - hat sich in Indien mit dem Bangalore Medical Service Trust (BMST) zusammengeschlossen. Als Kompetenzzentrum in den Bereichen Blutbankdienstleistungen, Transfusion und Immunhämatologie in Bangalore bildet BMST gemeinsam mit der DKMS das Joint Venture DKMS BMST Foundation India. Die Organisation ermöglicht den Zugang zu einer Vielzahl potenzieller Stammzellspender, um so Patienten mit Leukämie und anderen Bluterkrankungen wie Thalassämie oder aplastischer Anämie in Indien und weltweit eine zweite Lebenschance zu geben.

Anzahl Stammzellspender von DKMS-Spendern aus Deutschland in die Welt hinaus von 1991 bis April 2019 Quelle: DKMS

"Wir müssen mehr Aufmerksamkeit für das Thema schaffen und möglichst viele Menschen dafür gewinnen"

"Die DKMS arbeitet daran, einen Spender für jeden einzelnen Patienten zu finden. Wir freuen uns, dass wir dank des Zusammenschlusses mit BMST mehr Leben retten können als zuvor, aber es gibt noch immer viel zu tun", sagt Dr. Elke Neujahr, Geschäftsführerin der DKMS. "Indische Patienten benötigen in erster Linie Spender mit indischen Gewebemerkmalen. Wir müssen also mehr Aufmerksamkeit für das Thema schaffen und möglichst viele Menschen weltweit dafür gewinnen, sich als Stammzellspender registrieren zu lassen. Die Registrierung dauert nur wenige Minuten. Ein einfacher Wangenabstrich genügt zur Überprüfung der HLA-Merkmale."

Spenderin demonstriert wie man einen Mundschleimhautabstrich durchführt Quelle: DKMS

"Alle fünf Minuten erhält ein Mensch in Indien die Diagnose Blutkrebs"

Eine Hilfe, die dringend notwendig ist, wie Dr. Biju George MBBS, MD, DM, Professor und Leiter der Hämatologischen Abteilung des Christian Medical College in Vellore, berichtet: "Alle fünf Minuten erhält ein Mensch in Indien die Diagnose Blutkrebs oder erfährt, dass er von einer anderen Bluterkrankung betroffen ist. Leukämien, Lymphome und Myelome sind die drei häufigsten Formen. Doch lebensbedrohliche Blutkrebserkrankungen können mit gesunden Stammzellen eines passenden Spenders wirkungsvoll bekämpft werden." Bei DKMS-BMST sind derzeit über 27.000 potenzielle Stammzellspender registriert - eine Zahl, die innerhalb der kommenden Jahre beträchtlich anwachsen wird. Ziel ist es, für jeden Patienten einen passenden Stammzellspender zu finden.

Blutkrebszellen Quelle: DKMS

Indische Patienten haben besonders schlechte Erfolgschancen, passenden Spender zu finden

Eine erfolgreiche Stammzelltransplantation setzt die bestmögliche Übereinstimmung der HLA-Merkmale voraus. Bei Patienten und Spendern indischer Herkunft sind diese Merkmale spezifisch und in der weltweiten Datenbank dramatisch unterrepräsentiert. Dies erschwert die Suche nach einem passenden Spender zusätzlich. Siebzig Prozent der Patienten finden demnach keinen passenden Spender innerhalb ihrer Familie und sind auf einen nicht verwandten Spender aus der internationalen Datenbank angewiesen. Jedes Jahr werden weltweit ca. 80.000 Suchaufträge für Spender initiiert. Gerade für indische Patienten sind die Erfolgschancen besonders schlecht, weil es an passenden Spendern mangelt.

In Indien nur 0,03 Prozent der Bevölkerung als potenzielle Stammzellspender registriert

Dr. Latha Jagannathan, medizinische Direktorin und geschäftsführende Vorsitzende von BMST: "Viele Patienten mit Blutkrebs oder anderen Bluterkrankungen brauchen eine Stammzelltransplantation, um zu überleben. Leider wird die Mehrzahl aller Patienten kein solches Transplantat erhalten, weil es zu wenige passende Stammzellspender gibt. In Indien sind nur 0,03 Prozent der Bevölkerung als potenzielle Stammzellspender registriert - erheblich weniger als in vielen anderen Ländern, darunter auch die USA mit 2,7 Prozent und Deutschland, wo zehn Prozent der Bevölkerung als potenzielle Spender registriert sind. Mangelndes Wissen und unbegründete Vorurteile gegenüber der Stammzellspende in der Bevölkerung bremsen die Fortschritte. Es ist allerhöchste Zeit, diese Hürden zu überwinden und das Leben von Menschen, darunter viele Kinder, zu retten."

DKMS Registrierungsset Quelle: Valéry Kloubert für DKMS

"Über zehn Jahre mussten wir zusehen, wie unser Kind alle zwei Wochen eine Bluttransfusion erhielt"

Der zwölf Jahre alte Beta-Thalassämie-Patient Chirag wartete zehn Jahre auf einen nicht verwandten Spender für eine Stammzelltransplantation. Schließlich wurde in der Datenbank der DKMS ein geeigneter Spender gefunden. Vor zwei Jahren wurden Chirag in Chennai die Spenderzellen transplantiert. Chirags Vater zeigte sich bei einer Auftaktveranstaltung zum Launch des neuen Joint Venture DKMS-BMST überglücklich: "Über zehn Jahre mussten wir zusehen, wie unser Kind alle zwei Wochen eine Bluttransfusion erhielt.

Trotz der emotionalen Belastung hatten wir Skrupel, der Stammzelltransplantation für unseren Sohn zuzustimmen. Doch in Gesprächen mit den Eltern anderer Patienten, die eine erfolgreiche Transplantation hinter sich hatten, fassten wir Mut. Heute können wir Chirags Arzt und seinem Team gar nicht genug danken. In mehreren Beratungsgesprächen halfen sie uns, unsere Sorgen hinter uns zu lassen, und rieten uns dazu, diesen lebensrettenden Schritt zu vollziehen."

Von Lisa Behnken / dpa

Sechs Millionen DKMS-Spender in Deutschland

Sechstmillionster Stammzellspender in Deutschland

Die DKMS hat den sechsmillionsten Stammzellspender in Deutschland aufgenommen. Der 17-jährige Schüler Tobias Dietzel aus Recklinghausen ist der Jubiläumsspender, der sich heute beim Familientag des 1. FC Köln am Geißbockheim registriert hat. Sein Engagement steht stellvertretend für die eindrucksvolle Hilfsbereitschaft aller registrierten Spender in Deutschland im Kampf gegen Blutkrebs.

"Die Registrierung ist so einfach, jeder sollte es machen"

Er ist extra aus Recklinghausen nach Köln gereist, um seinem Verein und seinen Idolen ganz nah zu sein. Die Registrierung als Stammzellspender ist für ihn Ehrensache: "Ich spiele selbst Fußball und bin durch meinen Vater mit dem FC aufgewachsen, von daher passte das heute. Und mir war schon länger klar, dass ich mich registrieren möchte, bis zum meinem 18. Geburtstag sind es ja nur noch knapp 2 Monate. Dass ich jetzt der sechsmillionste Spender bin, freut mich natürlich total", sagt Tobias Dietzel. "Die Registrierung ist so einfach, jeder sollte es machen, egal ob Jubiläum oder nicht", appelliert Tobias weiter.

"Grenzenlose Hilfsbereitschaft im Kampf gegen Blutkrebs überwältigend"

"Die grenzenlose Hilfsbereitschaft im Kampf gegen Blutkrebs ist überwältigend. Wir bedanken uns sehr herzlich bei Tobias Dietzel und allen, die uns ganz uneigennützig dabei helfen, Patienten die zweite Lebenschance zu ermöglichen. Wir freuen uns besonders über die aktuell sechs Millionen Menschen, die bei der DKMS in Deutschland registriert sind", sagt Dr. Elke Neujahr, Geschäftsführerin der DKMS.

Stiftung 1. FC Köln und DKMS rufen auf sich registrieren zu lassen

Unter dem Motto "Stell Blutkrebs ins Abseits" kooperieren die Stiftung 1. FC Köln und die DKMS gemeinnützige GmbH in dieser Saison und rufen gemeinsam dazu auf, sich als potenzieller Stammzellspender für Blutkrebspatienten registrieren zu lassen.

"Jeder von uns kann einen Beitrag dazu leisten, anderen Menschen zu helfen"

"Dass der sechsmillionste DKMS-Spender ein FC-Fan ist, macht uns natürlich sehr stolz. Als 1. FC Köln wollen wir durch unsere Stiftung Verantwortung übernehmen und andere Menschen dazu motivieren, ebenfalls so zu handeln. Denn jeder von uns kann einen Beitrag dazu leisten, anderen Menschen zu helfen. Das zeigt stellvertretend das Engagement von Tobias Dietzel", erklärt Markus Ritterbach, Vize-Präsident des 1. FC Köln und Stiftungsratsvorsitzender der Stiftung 1. FC Köln.

Männer zwischen 17 und 30 Jahren sind die am häufigsten angeforderten Spender weltweit

Die Ansprache junger Menschen, vor allem junger Männer im Alter zwischen 17 und 30 Jahren, steht 2019 weiter im Fokus der DKMS bei der Aufnahme neuer Stammzellspender. Männer in diesem Alter sind die am häufigsten angeforderten Spender weltweit. "Wir brauchen noch viele weitere Helfer mit Herz. Insbesondere bitten wir junge Menschen, sich Tobias Dietzel anzuschließen und sich bei uns registrieren zu lassen - denn sie steigern damit nachhaltig die Chancen für Patienten in Not, einen geeigneten Spender zu finden", appelliert DKMS Geschäftsführerin Dr. Elke Neujahr.

Seit 1991 über 76.000 Lebenschancen durch DKMS-Spender ermöglicht 

Allein in Deutschland ließen sich 2018 rund 600.000 Personen als potenzielle Lebensretter bei der DKMS registrieren. Über 5.000 Patienten konnten im gleichen Zeitraum hierzulande mit einem lebensrettenden Stammzellpräparat eines DKMS-Spenders versorgt werden. Aktuell sind bei der DKMS weltweit rund 9 Millionen Menschen registriert. Seit 1991 konnten über 76.000 Lebenschancen durch DKMS-Spender ermöglicht werden.

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