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Schwerpunktthema "Ich bin ein sozialer Mensch"
Thema Schwerpunktthema "Ich bin ein sozialer Mensch"
18:55 12.06.2019
Von Simon Ziegler
Carsten Kranz war der erste Kandidat, der seinen Hut in den Ring warf. Quelle: Oliver Knoblich
Winsen

Er war der Erste, der seinen Hut in den Ring warf. Die Nachricht, dass Amtsinhaber Thomas Herbst in Hambühren nicht mehr antreten wird, war gerade ein paar Tage alt, da kündigte Carsten Kranz an, bei der Wahl ums Bürgermeisteramt zu kandidieren. Der Hambührener Ortsbrandmeister wollte die Konkurrenz düpieren. Die Überraschung war ihm gelungen, auf seine Kandidatur waren die etablierten Rathaus-Kräfte nicht vorbereitet. „Ich war in einer komfortablen Ausgangslage. Alle anderen mussten sich erst mal sortieren“, sagt der 46-Jährige.

Auf „Zuhör-Tour“ durch die Gemeinde

Ein Jahr später ist der Kandidat mit sich im Reinen. Er würde alles genauso wieder machen, sagt er. Kranz hat viel Zeit in seine Kandidatur gesteckt, war auf „Zuhör-Tour“ durch die Gemeinde, wie er das genannt hat. Der Einzelbewerber war bei vielen Ausschuss- und Ratssitzungen zu Gast, hat sich in die Themen hineingefuchst. Ob Strandbad in Ovelgönne, die Erweiterung des Gewerbegebietes Kleine Häg oder die Unterstützung von Senioren und Familien. Kranz ist „drin“ in den Hambührener Themen. Er sagt: „Wenn ich mich für so ein Amt bewerbe, muss ich schon wissen, um was es geht.“

Carsten Kranz lebt am Ortsrand von Hambühren I. Quelle: David Borghoff

"Weltoffen, empathisch, geradeaus"

Besonders wichtig sind ihm die sozialen Inhalte, also zum Beispiel Betreuung in Krippen und Kitas oder die Ganztagsgrundschule. „Ich bin ein sozialer Mensch. Weltoffen, empathisch, geradeaus. Das ist mein Ding“, sagt Kranz. Und auch sein Beruf passt ja ins soziale Bild. Carsten Kranz arbeitet als Fachkraft für Arbeits- und Berufsförderung bei der Lebenshilfe in Celle.

Politisch in der Mitte

Als parteiloser Bewerber muss er sich um alles selbst kümmern. Er klebt Plakate und hängt sie auf, pflegt seine Homepage, macht Wahlkampf auf dem Wochenmarkt, bietet Info-Abende an. Er hat ein Unterstützer-Team, aber keinen Parteiapparat wie die Konkurrenten von SPD und CDU im Rücken. Das hat Vor- und Nachteile. Carsten Kranz betont die Vorzüge. „Ich bin parteipolitisch völlig unabhängig“, sagt er. Politisch verordnet sich der Hambührener in der Mitte.

Naturbursche und Familienmensch

Privat steht die Familie an erster Stelle. Carsten Kranz und seine Frau Maren haben drei Kinder. Die Familie lebt am idyllischen Ortsrand von Hambühren I. Auch ein Hund und zwei Kater gehören zum Haushalt. Mit Tieren hat es der „Naturbursche“, wie sich Carsten Kranz bezeichnet, sowieso: Es kommt schon mal vor, dass er sich das Fernglas schnappt und die „Hambühren-Serengeti“ mit Hirschen, Rehen und Co. vor der Haustür betrachtet.

Ortsbrandmeister seit zwölf Jahren

Einen Namen hat sich der 46-Jährige bei der Feuerwehr gemacht. Nach rund zwölf Jahren an der Spitze der Hambührener Ortswehr stellt er das Amt im Sommer zur Verfügung. Kranz, gebürtiger Wietzer, hat ganz alte Verbindungen nach Hambühren. Seine Uroma stammt aus Oldau. Kranz lebt seit 25 Jahren in der Gemeinde.

Kandidat ohne Berührungsängste

Klar ist: Mit ihm dürfte frischer Wind ins politische Hambühren kommen. Berührungsängste kennt er nicht. So wurde er kürzlich zum Gespräch in die Shisha-Bar im Einkaufszentrum an der Ostlandstraße eingeladen. Er ist gerne gekommen, hat sich mit Betreibern und Gästen unterhalten. „Da ist richtig Leben drin“, lobt Kranz die Entwicklung. Und für Hambühren ist es sowieso eine gute Sache. Gaststätten und Kneipen gibt es ja nicht gerade im Überfluss.

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