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Schwerpunktthema Das plant die Stadt
Thema Schwerpunktthema Das plant die Stadt
16:20 06.09.2019
Von Gunther Meinrenken
Die Nadelbergschule soll an den Landkreis verkauft werden. Er braucht das Gebäude, weil die Oberschule Westercelle einen größeren Raumbedarf hat. Quelle: Oliver Knoblich
Celle

Am Anfang war das Feuer. Als im April das Gebäude der Sprachheilschule an der Grundschule Klein Hehlen niederbrannte, ahnte wohl noch niemand, dass sich daraus nach Jahrzehnten des Stillstands die Chance ergeben würde, die Grundschulen im Stadtgebiet umzustrukturieren. Der Landkreis möchte die Sprachheilschule, die derzeit in der ehemaligen Haupt- und Realschule Hambühren untergebracht ist, künftig (2023) in der Altstädter Schule unterbringen. Weiterer entscheidender Faktor: Die Oberschule Westercelle hat einen gestiegenen Raumbedarf und möchte daher die Nadelbergschule nutzen. Im Mai unterrichtete der Landkreis die Stadt darüber, dass man gerne die Nadelbergschule und die Altstädter Schule kaufen möchte – für insgesamt 17,5 Millionen Euro.

Nigge will Chance nutzen

Oberbürgermeister Jörg Nigge (CDU) möchte die Gelegenheit nutzen, um zumindest in Teilen die Celler Grundschullandschaft zu modernisieren. Hintergrund: Die Schülerzahlen gehen zurück, an den meisten Schulgebäuden herrscht ein großer Sanierungsstau vor. Und die Schulen sind räumlich nicht auf moderne pädagogische Unterrichtskonzepte ausgerichtet. Auf Ganztagsbetrieb sind die Grundschulen von der räumlichen Ausstattung her nicht eingerichtet. Das Neue Rathaus hat in den vergangenen Monaten etwa ein Dutzend Gesprächsrunden mit den betroffenen Schulen, der Rektorenkonferenz und Info-Veranstaltungen für die Eltern organisiert. Das ist der Stand der Dinge.

Altstädter Schule/Blumläger Schule

Die Schüler sollen an die Blumläger Schule gehen. Dort ist genug Platz vorhanden, da der Landkreis an der Blumläger Schule für die Oberschule Burgzentrum keine Räume mehr benötigt. Mit der Zusammenlegung von Altstädter und Blumläger Schule kann der wirtschaftliche Betrieb beider Einrichtungen gesichert werden. Außerdem bieten die größeren Einheiten die Chance, den Ausfall von Lehrkräften aufzufangen.

In den Standort Blumlage sollen insgesamt für die Sanierung und Modernisierung 3,6 Millionen Euro fließen. In einem ersten Schritt wird die Mensa vergrößert und die Schule saniert, Stichwort Barrierefreiheit. Der Musikraum soll in das Erdgeschoss verlegt werden, für die Kinder wird ein Ruheraum eingerichtet. Kosten: 1,9 Millionen Euro.

In einer zweiten Phase soll der Mobiltrakt aus den 70er Jahren saniert werden. Geplant ist auch ein Veranstaltungsraum. Kosten: 1,7 Millionen Euro.

Nach bisheriger Einschätzung der Stadt könnte die gemeinsame Schule in der Blumlage im August 2021 starten. Ausgegangen wird von einer Dreizügigkeit.

Nadelbergschule/Bruchhagenschule

Der Großteil der Mittel, die die Stadt vom Landkreis erhält, fließt in den Neubau der Bruchhagenschule, nämlich 13,9 Millionen Euro. Eine gute Investition, wie die Stadt findet. Denn: Die Sanierungskosten des alten Schulgebäudes werden in den kommenden zehn Jahren auf über 5 Millionen Euro geschätzt. Geld, das man durch einen Neubau sparen würde.

Das neue Schulgebäude wird auf eine Dreizügigkeit ausgerichtet. Der Unterrichtsbetrieb soll ab August 2024 aufgenommen werden können.

Pädagogische Konzepte

Einer der Hauptkritikpunkte von Eltern und Schulen: Es gibt für die Zusammenlegungen der Schulen bisher kein zugrunde liegendes pädagogisches Konzept. Doch dafür sei noch genug Zeit, sagt die Stadt. Der Blumläger und Altstädter Schule stehen zwei Jahre zur Verfügung, um die künftige Zusammenarbeit festzulegen. Nadelbergschule und Bruchhagenschule hätten noch länger Zeit, betont Schuldezernentin Susanne McDowell. Allen Schulen würde der Wunschkandidat, Stefan Niemann, Büro Sichtweise, zur Seite gestellt, um die Konzepte zu erarbeiten. Im Falle der Bruchhagenschule sollen die pädagogischen Anforderungen direkt in die Gestaltung des Neubaus einfließen.

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