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Schwerpunktthema So feierte Müden die Eröffnung von Tante Hanna
Thema Schwerpunktthema So feierte Müden die Eröffnung von Tante Hanna
13:49 07.06.2019
Von Christopher Menge
Offizielle Eröffnung von Tante Hanna: (von links) Thomas Dietz, Frank Bröhl und Michael Gebers. Quelle: Christopher Menge
Müden

Der Tante-Hanna-Laden war am Donnerstag noch gar nicht offiziell eröffnet, als die drei Rentnerinnen Lenchen Ahrens, Magdalene Dening und Erika Matthies aus Müden ihren ersten Einkauf in dem neuen Lebensmittelmarkt machten. Sichtbar begeistert von der modernen Atmosphäre des Marktes, der Qualität der Produkte und vor allem dankbar, wieder einen Lebensmittelmarkt im Ort zu haben, konnten sie gar nicht fassen, was sie da in den Regalen vorfanden. Bei über 6000 verschiedenen Artikeln hat der 300 Quadratmeter große Tante-Hanna-Markt weit mehr als die drei Damen zum täglichen Leben benötigen. „Das Geld ist sehr gut investiert – eine tolle Leistung der Dorfgemeinschaft“, sagten die Müdenerinnen.

500 Gäste kommen zur Eröffnung von Tante Hanna

Darüber waren sich auch alle Anwesenden einig, als Michael Gebers, der Geschäftsführer der Tante Hanna Gmbh, Faßbergs Bürgermeister Frank Bröhl und Marktleiter Thomas Dietz den Laden an der Hauptstraße offiziell eröffneten. Gut 500 Gäste waren gekommen. Grill- und Getränkestand sorgten für eine Dorffest-Atmosphäre. Nacheinander wurden die Besucher gruppenweise in den Laden gelassen.

Zuvor hatte Gebers seine Rede mit einem Rechenbeispiel umrahmt. Zu Beginn zeigte er ein Schild hoch, auf dem 2 Euro stand. Eine gute halbe Stunde später löste er auf. "Wenn jeder Müdener pro Tag für nur 2 Euro bei Tante Hanna einkauft, haben wir einen Umsatz von 1,4 Millionen Euro." Etwa 2300 Menschen leben in dem Heidedorf.

Private-öffentliche Partnerschaft

Von einem "herausragenden Beispiel für eine private-öffentliche Partnerschaft" sprach Bürgermeister Bröhl. "So etwas hatten wir in der Gemeinde Faßberg noch nicht." Er hoffe, dass Tante Hanna zum Lebensmittelpunkt für Bürger und Gäste werde. "Es liegt an uns, ob es ein Erfolgsmodell wird", sagte Bröhl, der später von Gebers ein Tante-Hanna-Hemd überreicht – verbunden mit der Hoffnung, dass der Bürgermeister Tante Hanna auch in Zukunft unterstütze, zum Beispiel bei den geplanten Veranstaltungen.

Tante Hanna sucht noch Gesellschafter

Gebers lobte die vielen helfenden Hände. "Ihr habt alle eine Leistung für die Zukunft Müdens gebracht", sagte der Geschäftsführer. Für das finanzielle Fundament sorgen 533 Gesellschafter, die 159.000 Euro eingebracht haben. "Da wir noch viele Ideen haben, kann man bis Ende 2019 oder bis wir 200.000 Euro erreicht haben, noch Mit-Gesellschafter werden", kündigte Gebers an. Die Anträge liegen im Markt aus.

Leader-Fördermittel ermöglichen Projekt

Der Laden, der auch dank Leader-Fördermitteln in Höhe von 165.000 Euro realisiert werden konnte, hat ab sofort montags bis freitags, 6 bis 19 Uhr, samstags, 7 bis 17 Uhr, und sonntags, 13 bis 16 Uhr geöffnet. "Wir haben bis jetzt 85 Prozent unserer Vorstellungen umgesetzt", sagte Gebers, der sich derzeit zum Beispiel in Gesprächen mit weiteren regionalen Anbietern befindet.

Hanna Kohlmeyer ist die Namensgeberin

Zu den ersten Kunden gehörte auch Rolf Kohlmeyer, der Sohn der Namensgeberin Hanna. Sie hatte den Edeka-Laden am Neuen Damm von 1962 bis 1999 geführt. Hanna Kohlmeyer starb 2004. Ein Bild im Eingangsbereich, das Frank Dening gleich nach der offiziellen Eröffnung anbrachte, erinnert an sie. „Ich bekomme hier alles“, sagte Rolf Kohlmeyer. Das war in den vergangenen viereinhalb Jahren nicht der Fall. Am 6. Dezember 2014 musste Regina Braun, die bei der Eröffnung ebenfalls anwesend war, ihren Edeka-Markt schweren Herzens schließen.

Erste Stammkundinnen schon gefunden

Siegfried Elbers, der seit 64 Jahren in Müden lebt, trug während der Eröffnung ein Gedicht vor. Er schloss mit einem Rat an die Mitbürger: „Merke drei Worte – Kaufe im Orte“. Das sehen auch Lenchen Ahrens, Magdalene Dening und Erika Matthies – die ersten drei Stammkundinnen von Tante Hanna.

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