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Schwerpunktthema Jeder Zweite empfindet den Islam als Bedrohung
Thema Schwerpunktthema Jeder Zweite empfindet den Islam als Bedrohung
14:43 11.07.2019
Die Studie sieht bei religiöser Toleranz Defizite - vor allem der Islam hat es schwer und wird von vielen negativ wahrgenommen. Quelle: Frank Rumpenhorst
Celle

Der Islam stößt in Deutschland auf breite Vorbehalte: Jeder zweite nimmt ihn als Bedrohung wahr, wie aus einer von der Bertelsmann Stiftung veröffentlichten Studie auf Basis des repräsentativen "Religionsmonitors" hervorgeht. Vorbehalte gegen den Islam sind weit verbreitet. Vor allem dort, wo fast keine Muslime leben.

Wahrnehmung seit einigen Jahren "relativ stabil verwurzelt"

Diese Wahrnehmung sei seit einigen Jahren "relativ stabil verwurzelt", heißt es. Auffällig: In Ostdeutschland, wo wenig Muslime leben, fällt die Skepsis noch stärker aus als im Westen. So wollen der Erhebung nach 30 Prozent im Osten und 16 Prozent im Westen keine Muslime als Nachbarn.

Ablehnende Haltung als Gefahr für demokratische Kultur

Solche abgrenzenden, ablehnenden Haltungen könnten die demokratische Kultur gefährden, sagte Studienautor Gert Pickel: "Wenn eine signifikante Gruppe innerhalb der Bevölkerung eine andere, kleinere Gruppe als Bedrohung ansieht, schadet das auf Dauer der Demokratie." Dieses Gefühl der Bedrohung gehe quer durch alle Bevölkerungsschichten, sagte der Religionssoziologe der Deutschen Presse-Agentur.

Knapp fünf Millionen Muslime leben in Deutschland

Die Zahl der Muslime in Deutschland wird auf knapp fünf Millionen geschätzt, mit etwa 1,5 Millionen leben unter den Bundesländern die meisten in Nordrhein-Westfalen. Mit Globalisierung und Zuwanderung habe auch die religiöse Pluralität zugenommen, hieß es in der Untersuchung. Diese Vielfalt bereichere die Gesellschaft, meint jeder zweite Befragte. Aber: Beim Islam sagt das nur ein Drittel.

Vorbehalte gegen den Islam seien aber nicht mit Islamfeindlichkeit gleichzusetzen, erläuterte Yasemin El-Menouar, Religionsexpertin der Stiftung in Gütersloh. Definitiv als islamfeindlich einzustufen seien 13 Prozent der Befragten, die die Zuwanderung von Muslimen stoppen wollten. 2017 hätten das noch 20 Prozent befürwortet. Islamfeindliche Gesinnte lehnen häufig auch andere Minderheiten ab, wie die Analyse zudem zeigt.

Von Dpa

Die Zahl islamfeindlicher Straftaten in Deutschland ist n den ersten drei Monaten des Jahres deutlich gesunken.

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