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Schwerpunktthema Scheuen statt Santiago für Maryana Shelest-Koch
Thema Schwerpunktthema Scheuen statt Santiago für Maryana Shelest-Koch
12:39 04.09.2019
Von Benjamin Behrens
Maryana Shelest-Koch will einen Teil der Strecke der "Tour fürs Leben" wandern. Quelle: Benjamin Behrens
Celle

Wenn Maryana Shelest-Koch am 8. September ihre Wanderschuhe schnürt, um von Scheuen aus nach Müden zu wandern, dann ist das die Konsequenz von einer ganzen Reihe glücklicher Zufälle. Oder vielleicht auch einfach göttliche Fügung. Der Teilabschnitt gehört zur „Tour fürs Leben“.

Werbung für Benefizaktion im Bus gesehen

Zufällig sah die Groß Hehlenerin Werbung für die Benefizaktion des Onkologischen Forums in einem Bus und entschied sich mitzumachen. Dass sie überhaupt zum Wandern gekommen ist, war eigentlich auch nicht geplant. „Das ganze ist aus dem Jakobsweg entstanden“, erinnert sich Maryana Shelest-Koch. 2011 wollte die gebürtige Ukrainerin sich nach 14 Jahren in Deutschland mit Heirat, Beruf und Kind neu orientieren. Und wie viele gläubige Christen wollte sie dazu den Jakobsweg antreten.

Im Landkreis, in der Lüneburger Heide und auch immer war in Bayern war die Wanderin unterwegs. 

Pilgerweg nach Santiago alleine nicht zugetraut

„Alleine habe ich mir die Tour nach Spanien nicht zugetraut“, sagt die 38-Jährige. „Die Pilgerreise nach Spanien steht noch an“, sagt Shelest-Koch lachend. Statt nach Santiago de Compostela, dem Ende des Jakobswegs, ging es auf anderen Touren durch Deutschland. „Wandern ist genau wie ein gutes Buch lesen. Beides ist gut für den Kopf.“ Wenn sie im Gebirge in Bayern sei, lese sie anspruchsvolle Bestseller. „Hier zu Hause lese ich eher Romane auf dem Balkon“, beschreibt Shelest-Koch.

Lieblingsstrecke beginnt bei Stiftung niedersächsische Gedenkstätten

Eine der Lieblingsstrecken in Celle beginnt am Gelände der Stiftung niedersächsische Gedenkstätten unweit der Aller. Von dort könnten gerade auch Anfänger gut losziehen und einfach Natur und Wasser genießen. Fortgeschrittene marschieren gleich weiter und steuern eine der vielen Sehenswürdigkeiten an, wie etwa das Kloster Wienhausen. „Und natürlich gibt es ganz viel Natur zu sehen, das ist ja der Reiz am Wandern.“ Daher sei eigentlich fast schade, dass die Strecke an den Gleisen der OHE entlang verläuft – Asphaltstraße und Autos dominieren das Umfeld statt Waldwege.

Gutes für Gesellschaft tun ist angenehmer Nebeneffekt

Auf die Benefizaktion kam die Sportlerin durch Zufall. „Ich habe keinen Bezug zum Onkoforum“, sagt Shelest-Koch. „Ich wollte vor den Sommerferien noch mal wandern gehen und habe nach Mitwanderern gesucht und keine gefunden. Und alleine wollte ich dann doch nicht los.“ Da kam die „Tour fürs Leben“ gerade recht. „Ich habe gedacht, das ist bestimmt spannend, gut organisiert und ich bin nicht alleine unterwegs.“ Dass sie dabei etwas Gutes für die Gesellschaft tut, ist ein angenehmer Nebeneffekt. Geplant ist, von Scheuen die gesamte Strecke von etwa 30 Kilometern zu gehen – es wäre für sie die bislang längste Tour auf ebenem Gelände. „Laut Google Maps sind das fünfeinhalb Stunden – mal schauen. Ich denke, dass es machbar ist“, sagt Shelest-Koch. Wandern entlang der Straße, mit Autos in der Nähe, ist nicht ganz ihr Ding. Die Sportlerin fühlt sich viel eher im Wald, im Gebirge oder an Flüssen zu Hause. „Da merkt man auch die Kilometer nicht so“, meint sie. „Ich bin selbst gespannt auf meine Möglichkeiten“, sagt die 38-Jährige. „Ich bin ja auch kein Sportler, der nebenher regelmäßig ins Fitnessstudio geht. Ich wandere zum Entschleunigen und Kreativität gewinnen.“

Bei sich ankommen und etwas erleben

Ein bisschen bei sich anzukommen und dabei noch etwas zu erleben, das treibt Shelest-Koch an, wenn sie zu einer Wanderung loszieht. Gar nicht unbedingt die Bewegung selbst. Wenn sie der Bewegungsdrang packt, dann reicht meist der Gang um den Block. Der Plan für Ausrüstung und Verpflegung für die „Tour fürs Leben“ Anfang September steht schon. Ihr Tipp für Anfänger wie Fortgeschrittene: „Hier braucht man keine Bergschuhe zu tragen. Die sind viel zu schwer. Da reichen gute Sportschuhe.“ Angemeldet sind bislang rund 450 Teilnehmer für die Tour.

So können sie sich anmelden

Die Teilnahme an der „Tour fürs Leben“ kostet 10 Euro (ermäßigt 5 Euro). Für die Shuttle-Strecken werden zuzüglich 5 Euro (2,50 Euro) und bei Shuttlenutzung einmalig eine Gebühr für ein Shuttle-Leibchen (5 Euro) als „Fahrschein“ fällig. Anmeldungen, auch für die Shuttlestrecken, über www.laufmanager.net, Rückfragen ans Onkoforum unter Telefon (05141) 2196605. Ursprünglich war geplant, den historischen Museumszug „Ameisenbär“ als Shuttle einzusetzen. Der Zug (Baujahr 1937) fällt mit einem Bremsenschaden aus. Als Ersatz lässt die OHE nun den Dieseltriebwagen GDT 0518 der Arbeitsgemeinschaft Verkehrsfreunde Lüneburg auf die Strecke (Baujahr 1955). Die Anmeldung ist auch am Tag der Tour selbst noch möglich.

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