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weitere Themen Ausbildung zum ATA: Bienenvölker unter die Lupe nehmen
Thema weitere Themen Ausbildung zum ATA: Bienenvölker unter die Lupe nehmen
10:49 18.01.2018
Quelle: Marie Schiller
Celle Stadt

Annika hat ein Glas Honig in der Hand. Sie sitzt vor einer Waage, die von einem transparenten Gehäuse geschützt wird. Mit einem kleinen Spatel füllt sie eine Honigprobe in ein Becherglas. Genau zehn Gramm müssen es sein, bis auf die vierte Nachkommastelle. 10,0000 Gramm. Deshalb auch das schützende Gehäuse – jeder noch so kleine Luftzug beeinflusst das Gewicht. „Hier im Bieneninstitut arbeiten wir sehr genau. Alle Honigproben müssen dasselbe Gewicht haben, damit sie für weitere Untersuchungen die gleichen Voraussetzungen haben“, erklärt Annika. Ein leichter Honigduft zieht durch die Räume des Bieneninstituts, das ein Teil des Landesamts für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit Niedersachsen, also des LAVES, ist. Obwohl Annika auch im Labor und am Mikroskop arbeitet, trägt sie keinen weißen Kittel, sondern Jeans und Pullover.

Ausbildung mit naturwissenschaftlichem Schwerpunkt

Annika ist Agrarwirtschaftlich-technische Assistentin, kurz ATA. Ihre Ausbildung hat sie vor etwa vier Jahren an der Albrecht-Thaer-Schule beendet. Die Ausbildung ist deutschlandweit einzigartig. „Den Ausbildungsberuf ATA gibt es häufiger, allerdings sind nur wir in Celle auf den Bereich Tierproduktion spezialisiert“, erklärt Hendrike Brandes, Klassenlehrerin der ATAs. In zwei Jahren absolvieren die Schüler die Ausbildung und können sogar die Fachhochschulreife erlangen. Dazu müssen aber jeweils zwei zusätzliche Stunden Deutsch und Englisch pro Woche gemacht werden. In den zwei halbjährigen Theorieblöcken am Anfang und Ende der Ausbildung arbeiten die Schüler in allgemeinen und speziellen Lernfeldern. Zu den allgemeinen Lernfeldern gehören beispielsweise Englisch, Politik und Religion. Im berufsbezogenen Lernbereich erfahren die ATAs etwas über Tierhygiene, Tierzucht, Tierernährung, Versuchswesen und Mikrobiologie. „Naturwissenschaftliches Interesse ist eine Voraussetzung, weil die Fächer Biologie, Chemie, Physik und Mathe ein wichtiger Bestandteil der Ausbildung sind“, so Brandes. Zwischen 12 und 20 Schüler wollen jedes Jahr Agrarwirtschaftlich-technische-Assistenten werden.

Praktika können zu möglichen Arbeitsplätzen führen

Zwischen den Theorieblöcken gehen die Auszubildenden zweimal sechs Monate in Betriebe. Bei den Praktika sollen sie die Laborarbeit und mögliche Arbeitsstellen kennenlernen. Annika hat ihre Praktika bei der Tierärztlichen Hochschule Hannover und beim Bieneninstitut gemacht. „Um Bewerbungen und Praktikumsstellen kümmern sich die Schüler selbst“, sagt die Klassenlehrerin. Praktikumsbetriebe und auch spätere Arbeitgeber können neben Instituten auch human- und tiermedizinische Laboratorien und Chemielabore, die sich mit Nahrungsmitteln oder Tieren beschäftigen, sein. Ob sie beim Friedrich-Loeffler-Institut unter anderem Blut- und Futterproben analysieren, sich beim Institut für Tierzucht in Hannover mit Vererbung beschäftigen oder bei Wasa Inhaltsstoffe des bekannten Knäckebrots untersuchen, bleibt den Schülern selbst überlassen. Deutschlandweit gibt es viele potentielle Einsatzstellen.

„Es ist nicht selbstverständlich, dass die Schüler dort, wo sie ihr Praktikum absolviert haben, auch einen Arbeitsplatz nach der Ausbildung bekommen“, erzählt Brandes. „Je nachdem wie sie sich während der Praxisphase bewährt haben, wie es ihnen gefällt und ob die Einsatzstelle überhaupt Bedarf an Arbeitskräften hat, entscheiden die Arbeitgeber.“ Durch die ATA-Ausbildung erhält man Einblicke in verschiedene Bereiche der Laborarbeit und kann sich im Anschluss spezialisieren. „Eine Schülerin hat ihr Praktikum in der Pathologie gemacht und das hat ihr so gut gefallen, dass sie anschließend zusätzlich eine Ausbildung zur medizinisch-technischen Assistentin absolviert hat“, so Brandes. Mit der Fachhochschulreife können die ATAs ein Studium anschließen.

Im Sommer: Arbeit an den Bienenvölkern

Annika ist seit vier Jahren im Bieneninstitut angestellt. „Wir machen Brutversuche mit Fotos. Bei den Auswertungen sehen wir, wie sich die Bienen von Tag eins bis zum Ende entwickeln und schließlich schlüpfen. Das ist schon echt spannend.“ Der Arbeitsalltag hängt von der Saison ab. Ihr Kollege Florian, der auch an der Albrecht-Thaer-Schule gelernt hat, liebt besonders die Arbeit im Sommer: „Die Arbeit draußen an den Bienenvölkern ist toll. Wir entnehmen Honig- und Bienenpollen, um sie auf Krankheitserreger und die botanische Herkunft zu untersuchen.“ Florian ist so fasziniert von den Bienen, dass er seinen Beruf nach zwei Jahren auch zum Hobby gemacht hat. Mittlerweile hat er ein eigenes Bienenvolk. „Mich faszinieren die komplexen Abläufe im Bienenvolk, die Harmonie und die Absprache, die das Volk unter sich hat. Jeder hat seinen Bereich und bildet sich fort von der Pflegebiene bis hin zur Sammlerin – einfach sehr interessante und auch angenehme Tiere.“ Einen Schutzanzug trägt Florian während der Arbeit mit den Tieren nicht. „Ich arbeite ungern mit dem sogenannten Schleier, weil ich die Tiere dann schlechter einschätzen kann“, sagt er. Gestochen wurde er schon mehrere Male. „Mittlerweile bekomme ich kein dickes Auge mehr und der Schmerz ist nach einer Minute weg. Das ist erträglich.“

Im Winter: Arbeit im Labor

Im Winter werden Krankheitsproben im Labor bearbeitet. Bienenproben werden von Privateinsendern eingeschickt. Die Futterkranzproben, also Honigproben aus dem Futtervorrat der Bienen, werden präventiv auf Sporen des Erregers Paenibacillus larvae der amerikanischen Faulbrut untersucht. Diese Krankheit wird als Tierseuche eingestuft. „Imker, die im kommenden Jahr mit ihrem Bienenvolk in einen anderen Landkreis wandern möchten, brauchen ein Gesundheitszeugnis“, erklärt Dorothee Lüken, stellvertretende Laborleiterin des Bieneninstituts. „Teil dieses Zeugnisses ist die Seuchenfreiheitsbescheinigung von der amerikanischen Faulbrut.“ Die Untersuchung ist wichtig, damit große Seuchenausbrüche verhindert werden können. Außerdem werden beim Honig chemisch-physikalische Untersuchungen durchgeführt. Der Wassergehalt und die Leitfähigkeit sind Qualitätsmerkmale und wichtig für die Sortenbestimmung. „Wir bekommen Marktkontrollen eingeschickt. Die Honigproben werden untersucht, ob wirklich das drin ist, was drauf steht, sodass der Verbraucher nicht hinters Licht geführt wird und gute Qualität bekommt“, sagt Annika. Im Bieneninstitut wird mit modernen Laborgeräten gearbeitet. Ordnung und Sauberkeit sind deswegen sehr wichtig. „Die Laboranten müssen ihren Arbeitsplatz so aufbauen, dass Fehler vermieden werden“, so Lüken. Feinmotorik und analytisches Vorgehen helfen den ATAs im späteren Beruf. In der lauten Umgebung dürfen sie sich nicht ablenken lassen und müssen sehr genau arbeiten.

Von Marie Schiller

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