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Kultur Schau in Riga erinnert an Publizisten Garlieb Merkel
Weltgeschehen Kultur Schau in Riga erinnert an Publizisten Garlieb Merkel
11:01 30.11.2019
Kuratorin Aija Taimina steht in der Nationalbibliothek am Eingang zur Ausstellung vor einem Poster mit einem Porträt des Publizisten Garlieb Merkel (1769-1850). Foto: Alexander Welscher/dpa Quelle: Alexander Welscher

Riga (dpa) - Mit einer Ausstellung erinnert Lettland an den 250. Geburtstag des Publizisten Garlieb Merkel (1769-1850). Bis zum 21. Juni 2020 widmet sich eine Schau in der Lettischen Nationalbibliothek in Riga dem Leben und Werk des am 1. November 1769 geborenen Schriftstellers.

Dargestellt werden darin die literarischen und sozialen Aktivitäten von Merkel sowie dessen widersprüchliche und komplexe Persönlichkeit. «Wir wollen Merkel in allen seinen Aspekten zeigen - mit seinen Quellen, seinen Ideen, seinem Umkreis und seinen verschiedenen biographischen Nuancen», sagte Kuratorin Aija Taimina der Deutschen Presse-Agentur in Riga.

Garlibs Merkelis, wie er auf Lettisch heißt, war einer der ersten Deutschen, der sich für die Rechte des lettischen Volkes einsetzte. In mehreren Schriften befasste sich der Anhänger der Aufklärung mit den sozio-ökonomischen Verhältnissen in Livland, dem Gebiet des heutigen Estland und Lettland. Als sein Hauptwerk gilt das sozialkritische Werk «Die Letten, vorzüglich in Liefland, am Ende des philosophischen Jahrhunderts». In dem 1796 in Leipzig erschienenen Buch schildert der entschiedene Gegner der Leibeigenschaft die menschenunwürdige Behandlung der Letten durch deutsche Gutsherren - die fulminante Streitschrift wird bis heute diskutiert und bildet eine der Grundlagen der lettischen Geschichtsschreibung.

Die geistigen Ideen und Ansichten Merkels beeinflussten auch die Entwicklung des gesellschaftlichen Denkens und der Literatur in Lettland im 19. und 20. Jahrhundert. «Seine Empathie zu diesem Volk ist wirklich tief, konsequent und andauernd», meinte Taimina. Doch die lettische Wissenschaftlerin verweist auch auf Schattenseiten: Merkel habe Situationen, Tatsachen und Beobachtungen «sehr subjektiv» mit politischen Gedanken benutzt und «wie in einem Informationskrieg» operiert. «Er ist eigentlich ein Spezialist für Fake News.»

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