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Kultur Ausstellung im Feinkunst-Atelier: Constanze Böhm
Weltgeschehen Kultur Ausstellung im Feinkunst-Atelier: Constanze Böhm
15:50 06.02.2019
Aus der Serie: Das emblematische Ensemble", 2018 Eitempera auf Papier Quelle: Constanze Böhm
Hannover

Die „Feinkunst“-Räume an der Roscherstraße sind ein relativ neuer Bestandteil der hannoverschen Kulturszene. Primär pflegt man hier das Werk des 2016 tödlich verunglückten Künstlers Hannes Malte Mahler, präsentiert aber auch andere Positionen. Welch hohen Stellenwert das Projekt genießt, ist nicht zuletzt daran zu erkennen, dass auch das Sprengel-Museum hier regelmäßig Ausstellungen kuratieren will, deren Schwerpunkt bei „junger, zeitgenössischer Kunst aus Hannover und Niedersachsen“ liegen soll. Die erste Schau dieser Reihe ist der Hannoveranerin Constanze Böhm gewidmet.

„Blasse Geduldsmalerei“

Sie trägt den poetisch-verspielten Titel „Ich konnte nicht abwarten und habe den Finger hineingetaucht“, und wenn eines der Werke „pale patience painting (waiting for more to see)“ heißt, führt das schon mal auf die richtige Fährte: Vieles in dieser Ausstellung mag auf den ersten Blick fast banal wirken, enthüllt aber bei näherem Hinschauen einigen Reiz. So ist die besagte „blasse Geduldsmalerei“ nicht einfach nur monochrom hell, sondern enthält partiell geschichtete Farbfelder, deren genaue Tönung eher erahn- als sichtbar ist.

Zwischen Abstraktion und Gegenständlichkeit

Eitempera, Bleistift und Aquarell sind die Werkstoffe auf diesen Arbeiten in unterschiedlichen Formaten, dazu kommen ein kurzer Wandtext und eine Installation. Böhms große Themen sind die Spannungsfelder zwischen Abstraktion und Gegenständlichkeit sowie, mehr noch, Fläche und Raum. Etliche der meist sehr reduzierten Darstellungen scheinen eine dritte Dimension anzudeuten oder enthalten sie durch den pastosen Farbauftrag unmittelbar. Zudem spielt die Künstlerin mit der vorgegebenen Raumsituation, definiert den Ort durch zusätzlich eingezogene Wände neu oder hinterfragt ihn subtil, indem sie kess eine Werkgruppe unter den Heizungsrohren hindurchwandern lässt.

Eigene Sichtweisen und -gewohnheiten

Und wie das bei der Abstraktion so ist, ergeben sich früher oder später vielleicht doch konkrete Assoziationen. Könnte dieses Gebilde die Andeutung eines Profils enthalten, jenes einem Pilz ähneln und ein drittes einem Pferdekopf? In unaufdringlicher Manier lädt die Ausstellung den Besucher dazu ein, den jeweils eigenen Sichtweisen und -gewohnheiten nachzuspüren. Und wer sich darauf einlässt, dürfte die „Feinkunst“-Räume mit Gewinn wieder verlassen.

Von Jörg Worat

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