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Kultur In einzigartiger Manier abwechslungsreich
Weltgeschehen Kultur In einzigartiger Manier abwechslungsreich
11:56 06.06.2019
Emil Cimiottis Bronze „Hügel“. Quelle: Galerie Koch
Hannover

Eines der bekanntesten Werke von Emil Cimiotti steht mitten in Hannover: Es ist der Blätterbrunnen an der Ecke Karmarsch- und Ständehausstraße, und es gehört zu den gängigen Ritualen, dass der Neuankömmling die Schnecke suchen muss, die der Künstler in der wild wuchernden Bronze-Plastik versteckt hat. Dass Cimiottis Werk jedoch keineswegs in erster Linie neckisch ist und außerdem in einzigartiger Manier Abwechslungsreichtum mit Konsequenz verbindet, macht eine schöne Ausstellung in der Galerie Koch deutlich.

Spiel zwischen Innen und Außen

Cimiotti wird vorwiegend mit der Kunst des Informel in Verbindung gebracht, was indes landschaftlich-organische Assoziationen nicht ausschließt – seine im Wachsausschmelzverfahren entstandenen Bronzen mit den typischen bewegten Oberflächen, mit dem Spiel zwischen Innen und Außen können durchaus an Fels- oder Pflanzenstrukturen erinnern: „Ich wandere nicht durch die Landschaft, sehe etwas und sage mir: oh, so etwas kannst Du machen“, hat der Künstler einst gesagt. „Sondern es geht immer aus von einem Formvorstoß. Und der führt dazu, dass Erinnerungen ahnungsweise möglich sind.“

Auch Papierarbeiten zu sehen

Die Ausstellung zeigt aber auch die Papierarbeiten, zu denen der mittlerweile 91-jährige Künstler zuletzt übergegangen ist. Und mag es auch so klingen, als sei die Diskrepanz zu der schweren Bronze übergroß, weiß Cimiotti auch dem wesentlich leichteren Material durch Faltungen und Einfärbungen vergleichbare Anmutungen
zu verleihen.

Reduzierte Zeichnungen

Von ganz besonderem Reiz ist zudem eine auf den ersten Blick unscheinbare Reihe von Arbeiten im Kleinformat 21 x 29 Zentimetern. Hier handelt es sich um reduzierte Zeichnungen, hauptsächlich mit Gouachefarbe und Fettkreide angefertigt, dann auf Papier collagiert. Wiederum mag man hier landschaftliche Formen wie Wasserläufe und vor allem Hügel erkennen, wiederum bleibt aber das abstrahierende Moment so ausgeprägt, dass die Sicht des Betrachters nicht eindimensional in eine
bestimmte Richtung gelenkt wird. Die Gratwanderungen zwischen Fläche und Raum sind bei dieser Werkgruppe besonders delikat ausgefallen, desgleichen der Details der Farbabstufung. Natürlich macht es auch Spaß, etwas zu sehen, das völlig aus dem Rahmen fällt. Eine vergleichsweise frühe Arbeit ist die kleine Bronze „Sitzende I“ aus dem Jahr 1968, die zwar schon eine eigenwillige Körpergestaltung aufweist, aber doch so konkret ist, dass man sie mit Emil Cimiotti kaum ohne Weiteres in Verbindung bringen würde.

Die Ausstellung ist noch bis zum 22. Juni in der Galerie Koch, Königstraße 50, in Hannover zu sehen. Öffnungszeiten: dienstags bis freitags, 10 bis 18 Uhr, sowie samstags 11 bis 14 Uhr.

Von Jörg Worat

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