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Kultur Leinwand bleibt außen vor
Weltgeschehen Kultur Leinwand bleibt außen vor
12:54 11.02.2019
Eric Butcher „PR. 758“ (2017) Quelle: Galerie Robert Drees
Hannover

Der Name ist Programm: „Everything but canvas“ heißt die neue Ausstellung in der Galerie Robert Drees, und tatsächlich scheint es fast einfacher zu benennen, was diese Kunst NICHT ist. Die Leinwand bleibt also außen vor, und alle vier Positionen haben auf die eine oder andere Weise mit dem Thema Raum zum tun – gleichwohl präsentieren sie sich jeweils höchst eigenständig.

Die Wandobjekte von Mikael Fagerlund, aus Finnland gebürtig und in Schweden lebend, haben etwas angenehm Irritierendes. Der Künstler verbindet Acrylglas und Vinylfarbe in einer Weise, die das Auge täuschen kann – dann scheinen die Arbeiten unterschiedliche Raumtiefen zu haben, je nachdem, ob man sie von vorne oder seitlich betrachtet, zumal hier und da die weiße Tönung der Wand in die Gesamtbetrachtung integriert wird. Einen großen hölzernen Halbbogen und eine an den „Zero“-Künstler Otto Piene erinnernde Kreisform hat Fagerlund in einer Farbe namens „Paris blue“ ausgestaltet, durch Lichteinflüsse wirken die Objekte aber eher rötlich oder schwarz.

Der Brite Eric Butcher setzt Ölfarben und Harze auf Aluminium und entfernt die Schichtungen teilweise wieder. Der eigenartige Glanz ist ein Hauptreiz dieser Werke, die Verteilung eine andere: Nach Vorgabe des Künstlers sind etwa 30 Kuben derart über eine Galeriewand gestreut, dass dem Betrachter umgehend das Konzept vom „kontrollierten Zufall“ in den Sinn kommt.

Julia Mangold ist vielleicht eher für ihr skulpturales Werk bekannt, auch ihre Arbeiten auf Papier haben indes mit Raumaspekten zu tun. Das erzählerische Moment spielt bei der in München und Portland lebenden Künstlerin keine Rolle, und man muss schon einen Sinn für das Minimalistische mitbringen, um diese reduzierten Darstellungen schätzen zu können – bis ins Detail ausbalanciert sind sie allemal.

Neben diesen drei Positionen aus dem Galerieprogramm ist als Gast die Berlinerin Susanne Rottenbacher dabei. Es verwundert kaum zu erfahren, dass die Künstlerin ein Bühnenbild-Studium absolviert hat, denn ihre farbstarken Lichtarbeiten wirken auch aus einiger Entfernung sehr effektvoll. Geschwungene Formen verleihen ihnen zusätzliche Dynamik, während die Lichleitungen keineswegs kaschiert, sondern in fallenartigen Kästen gebündelt werden.

Einmal mehr eine stimmig konzipierte Ausstellung bei Robert Drees, die nicht zuletzt die Erkenntnis mit sich bringt: Es muss wirklich nicht immer Leinwand sein.

Die Ausstellung ist in der Galerie Robert Drees, Weidendamm 15 in Hannover, bis zum 16. März zu sehen. Öffnungszeiten: mittwochs bis freitags 10 bis 18.30 Uhr, samstags 11 bis 14 Uhr,

Von Jörg Worat

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