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Kultur „Remote Control“ führt in Welt der Künstlichkeit
Weltgeschehen Kultur „Remote Control“ führt in Welt der Künstlichkeit
16:23 31.01.2019
Louisa Clement, Avatar 12, 2016 Quelle: Louisa Clement
Hannover

Wer zurzeit durchs Sprengel Museum geht, mag auf einzelne Menschen stoßen, die an Tischen sitzen, eine höchst eigenartig geformte Brille auf der Nase haben und Fragen in den Raum werfen, obwohl kein Adressat sichtbar ist. Kein Grund, umgehend den Rettungsdienst zu alarmieren – die Ausstellung „Remote Control“ von Louisa Clement ist halt nicht nach normalen Maßstäben zu beurteilen.

Erste Einzelpräsentation

Es ist die erste museale Einzelpräsentation der 31jährigen Künstlerin, die aus Bonn stammt. Und es wird sicherlich nicht die letzte sein, denn hier geht es um ein ebenso faszinierendes wie unheimliches Thema, das unser Leben immer mehr bestimmt: Wo verläuft eigentlich inzwischen die Grenze zwischen dem Natürlichen und dem Künstlichen? Der Titel ist entsprechend mehrdeutig: Klar, übersetzt bedeutet er „Fernbedienung“, aber steuert eigentlich immer der Mensch die Maschine, oder ist es nicht mittlerweile zumindest zeitweilig auch umgekehrt?

Welt der Künstlichkeit

Fotos und Videos von Körperpartien stehen im Fokus, wirken nicht zuletzt durch ihre attraktiv ausbalancierte Farbigkeit zugleich ästhetisch und irritierend. Hier sind reduzierte Köpfe von Schaufensterpuppen zu sehen, dort künstliche Gelenke. Und immer wieder begegnet der Besucher großen eingefärbten Spiegeln, muss sich vergewissern, dass er in dieser Welt der Künstlichkeit nicht selbst künstlich wird.

Ausflug in die „Virtuelle Realität“

Ganz neu ist die eingangs erwähnte Arbeit. Sie heißt „Aporias“ und lädt den Besucher zu einem Ausflug in die „Virtuelle Realität“ ein. Hat man die manchmal etwas störrische Technik zum Laufen gebracht, erscheint in der Brille ein Tableau mit drei Bots, schattenhaften Figuren, die sogar auf (englischsprachige) Fragen antworten. Auf schlichte schlicht („How are you?“ – „I am fine.“) und auf komplexere ausführlicher, wenngleich zuweilen in befremdlicher Manier. Mögen die digitalen Körperlichkeiten etwa Sport? „Ich finde die Veranstaltungen im alten Rom interessant“, entgegnet eines der künstlichen Wesen. „Wenn Menschen gegen Tiere gekämpft haben. Das würde ich gern einmal auf einem High-Tech-Bildschirm sehen.“

Die Ausstellung ist bis zum 6. Juni im Sprengel Museum, Kurt-Schwitters-Platz, in Hannover zu sehen. Öffnungszeiten: dienstags, 10 bis
20 Uhr, mittwochs bis sonntags,
10 bis 18 Uhr.

Von Jörg Worat

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