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Kultur Unerschöpflicher Kosmos
Weltgeschehen Kultur Unerschöpflicher Kosmos
13:19 07.03.2019
In der Ausstellung „Viermal Neues auf Papier 2“ sind Werke der vier Künstler Anke Röhrscheid, Christiane Baumgartner („Ultramarine“, Foto), Emma Stibbon und Miron Schmückle zu sehen. Quelle: VG Bild-Kunst, Bonn
Hannover

Vor allem die gerade eröffnete Ausgabe trägt ihren Namen völlig zu Recht – wer glaubt, die aktuelle Kunst bestünde lediglich aus Variationen althergebrachter Muster, sieht sich hier eines Besseren belehrt.

Das bezieht sich nicht zuletzt auf die verwendeten Techniken. So würde man beim flüchtigen Hinschauen wohl kaum auf die Idee kommen, dass die Arbeiten der Frankfurterin Anke Röhrscheid Aquarelle sind, da hier statt sanft zerfließender Strukturen eine gewisse Materialität dominiert. Die Künstlerin schichtet die Farben übereinander und trägt sie anschließend teilweise wieder ab, was übrigens keineswegs ein überwiegend prozesshaftes Vorgehen ist: „Ich habe von vornherein sehr genaue Vorstellungen, wie die fertige Arbeit aussehen soll.“ Röhrscheid verwendet gern ein kräftiges Rot, was an manche blutigen Performances ihres Lehrers Hermann Nitsch erinnern mag: „In Hinblick auf Sinnlichkeit ist er ein wichtiger Einfluss gewesen.“

Die Holzdrucke von Christiane Baumgartner wiederum wirken längst nicht so wuchtig, wie man das von vielen Beispielen dieser Gattung kennt. Sie haben eher etwas Flirrendes, da die Vorlagen oft genug von Bildschirmen abfotografiert sind und die Leipziger Künstlerin auch den Moiré-Effekt einbindet. Man muss daher immer ein paar Schritte zurücktreten, damit die zeilenartig aufgebauten Bilder überhaupt so etwas
wie ein großes Ganzes ergeben. Aktuell arbeitet Baumgartner auch mit abstrakten Motiven, während frühere Holzschnitte etwa Bäume zeigen oder auch eine Szenerie inklusive Hubschrauber, was eine unterschwellig bedrohliche Atmosphäre heraufbeschwört.

Gewaltige Naturerscheinungen wie Vulkanausbrüche oder Erdspalten faszinieren die im Münster geborene Britin Emma Stibbon, und diese Faszination überträgt sich auf den Betrachter. Denn die Arbeiten, ob gezeichnet oder gedruckt, wirken fotorealistisch, fast hyperreal, und fordern zu ganz genauer Anschauung auf. Die Künstlerin stellt die Natur nicht nur dar, sondern bindet sie direkt in ihre Arbeit ein, indem sie etwa Tinte und Kohle mit Erde oder Vulkanasche mischt.

Im letzten Raum schließlich blüht, wächst und gedeiht es: Der Berliner Miron Schmückle zeigt eine üppige Pflanzenwelt in derart makelloser Darstellung, dass davor sogar die bekannten Merian-Bilder verblassen. Für ein Biologiebuch wären Schmückles teils schwarzweiße, teils farbige Zeichnungen dennoch völlig ungeeignet, denn diese wunderbare Welt der Flora ist reine Fantasie: „Es gibt bei Blättern und Blüten gewisse Grundformen“, erläutert der gebürtige Rumäne, „die ich aber immer wieder neu kombiniere. So erfinde ich meine eigenen Pflanzen, wobei es sein kann, dass ein solches Motiv auf einem Bild mehrfach auftaucht, von der Knospe bis zur vollen Blüte.“

Und wie es sich für einen solchen Kosmos gehört, ist er letztlich unerschöpflich: „Ich werde manchmal gefragt, ob ich nicht einmal etwas ganz anderes machen wolle“, sagt Schmückle. „Aber für mich ist diese Bilderwelt immer noch sehr lebendig.“

Die Ausstellung ist bis zum 30. Juni im Sprengel Museum Hannover, Kurt-Schwitters-Platz, zu sehen. Öffnungszeiten: dienstags, 10 bis 20 Uhr; mittwochs bis sonntags, 10 bis 18 Uhr.

Von Jörg Worat

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