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Kultur Film von Garrel enttäuscht - Erster deutscher Wettbewerber
Weltgeschehen Kultur Film von Garrel enttäuscht - Erster deutscher Wettbewerber
06:01 23.02.2020
Für «Le sel des larmes» erntet er wenig Applaus: Regisseur Philippe Garrel. Foto: Jörg Carstensen/dpa Quelle: Jörg Carstensen
Berlin

Berlin (dpa) - Mit Glanzlicht und Enttäuschung hat der Berlinale-Wettbewerb emotionale Fahrt aufgenommen.

Am Samstagabend ging ein ziemlich ungewöhnlicher Western ins Rennen. In «First Cow» erzählt US-Regisseurin Kelly Reichardt von einer Männerfreundschaft. Zwei Außenseiter freunden sich im Wilden Westen des frühen 19. Jahrhunderts an. Sie wollen Geld mit Backwaren verdienen - und melken dafür heimlich die einzige Kuh in der Region.

Der Western ist filmisch spannend und witzig erzählt - dabei reflektiert er auch heutige Fragen gesellschaftlichen Zusammenlebens. Und er reiht sich ein in andere Westernfilme wie «The Sisters Brothers», in denen auch die Männerrollen ganz neu gezeigt werden. In «First Cow» träumen die Jungs von Scones und Buttermilchbrötchen.

Für den enttäuschenden «Le sel des larmes» («The salt of tears») von Philippe Garrel gab es vom bei der Berlinale sonst sehr Applaus-affinen Premierenpublikum gerade mal eine knappe Dosis der akustischen Zustimmung. Der Schwarz-Weiß-Film erzählt sehr fahrig die Geschichte eines jungen Mann in Frankreich, der zwischen mehreren Frauen schwankt. In kaum einer Phase kann die mächtig konstruierte Story überzeugen und in den Film ziehen.

Mit «Undine» von Christian Petzold steht am Sonntag (19.00 Uhr) der erste deutsche Wettbewerber im Berlinale-Programm. Der mysteriöse Liebesfilm erzählt von der Beziehung zwischen einer Museumsführerin (Paula Beer) und einem Industrietaucher (Franz Rogowski). Im Kampf um den Goldenen Bären präsentiert sich auch der brasilianische Film «All the Dead Ones» («Todos os mortos») von Caetano Gotardo und Marco Dutra, der sich mit der Abschaffung der Sklaverei befasst.

Zwei Oscar-Preisträger präsentieren sich in Berlin: Der italienische Regisseur und Schauspieler Roberto Benigni, 1999 für «Das Leben ist schön» mit dem Oscar geehrt, stellt seine Version des Tischlers Geppetto in «Pinocchio» vor. Hildur Guonadottir hat gerade für ihre «Joker»-Musik einen Oscar bekommen. Die in Berlin lebende isländische Cellistin und Komponistin ist im Rahmen der «Premiere Talent» mit «Play it by ear: Hildur's mucial intuitions» zu Gast.

Drehbuchautor und Regisseur Paolo Sorrentino hat zwei Filme über Politiker gedreht. Das reicht ihm. In Zukunft will er in andere Welten eintauchen.

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